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MORBID ANGEL – NECROPHOBIC – BENIGHTED – NERVECELL

Ort: Saarbrücken - Garage

Datum: 18.12.2011

2011 neigt sich nun mit schnellen Schritten dem Ende zu und auch die Zahl der Konzerte, die man noch so mitnehmen könnte, sinkt. Wie gut, dass dann noch kurz vor Weihnachten eine Tour in Saarbrücken Halt machte, die einige besinnliche Lieder im Gepäck hatte. Na, ganz so besinnlich wurde es natürlich nicht, vielmehr gab es eine ordentliche Ladung Todesblei, denn auf der Bühne gab sich an diesem Abend eine Death Metal-Band nach der anderen die Klinke in die Hand.

Los ging es mit den Exoten des Abends: NERVECELL aus Dubai, die nicht lange fackelten und ihren gar nicht so orientalischen Death Metal in die Menge pfefferten. Bereits beim Summer Breeze war es ihnen zu früher Stunde gelungen, eine ansehnliche Meute vor die Bühne zu ziehen, und auch in der Garage schien der Funke überzuspringen, wenngleich sich die Mehrheit der Anwesenden zuerst etwas bitten lassen musste. Mehr als locker gefüllt war die Halle zu Beginn nicht, schade drum. So oder so legten sich die Jungs ordentlich ins Zeug, es war schließlich der letzte Abend der Tour, und das Material vom neusten Album „Psychogenocide“ kann sich auf alle Fälle hören lassen. Nach und nach füllt sich die Halle und aus einem anfänglichen Höflichkeitsapplaus wurde langsam auch mehr. Spätestens mit dem letzten Song, einem guten BOLT THROWER-Cover („Where Next To Conquer“), konnten sie sicherlich noch ein paar mehr Nasen auf ihre Seite ziehen.

Es folgten BENIGHTED und der aufmerksame Zuschauer merkte sogleich, dass der Drummer der Opener Band gleich eine Doppelschicht schob. Die Franzosen feuerten den Brutalo-Ofen noch ein wenig mehr an und ballerten munter durch ihr Brutal Death Metal-Set, in dem natürlich auch Stücke vom aktuellen Album „Asylum Cave“ enthalten waren. Material gab´s zudem vom Vorgänger Album („Icon“), wie z.B. „Grind Wit“. Aufgrund der Nähe zur französischen Grenze waren an diesem Abend eine Menge Franzosen anwesend, die bei ihren Landsmännern ordentlich abgingen und kräftig die Rübe schüttelten, während der Rest nach wie vor leicht verhalten war. Alles in allem keine schlechte Vorstellung, die Jungs legen sich live ordentlich ins Zeug, aber zu hundert Prozent schienen auch sie die Anwesenden nicht zu überzeugen.

NECROPHOBIC hatte ich wirklich schon eine ganze Weile nicht mehr live gesehen. Die Schweden sorgten an diesem Abend für eine ordentliche Portion Schwärze im Sound. Mit an Bord waren zwei neue Bandmitglieder: UNLEASHED-Klampfer Fredrik Folkare und Robert Sennebäck (ex-UNLEASHED/ DISMEMBER) an der zweiten Gitarre. Ansonsten war aber alles beim Alten. Rein optisch fielen die Nordmänner an diesem Abend am meisten aus dem Rahmen und das bisweilen arg aufgesetzte düster-böse Stageacting glitt manchmal etwas ins Lächerliche ab. Davon aber einmal abgesehen haben die Jungs musikalisch auf jeden Fall etwas auf dem Kasten und das zählt schließlich. Nach einem düster-Intro ging es gleich mit dem allseits bekannten „Blinded By Light Enlighted By Darkness“ los, gefolgt von „The Crossing“. Wäre da nicht dieses alberne Möchtegern Böse-Bbenehmen – Posing in allen Ehren, aber der Schuss kann auch nach hinten losgehen – wäre der Gig richtig gut gewesen, so aber war es stellenweise wirklich lustig (sicherlich nicht unbedingt beabsichtigt). Aber egal, wer zu „Taste of Black“ und „Those Who Stayed Satanic“ eifrig am Headbangen war, bekam eh nichts von den „magierhaften“ Gesten und Bewegungen von Sänger Tobias auf der Bühne mit und somit konnten auch sie punkten.

Setlist NECROPHOBIC
Intro
Blinded By Light Enlightened By Darkness
The Crossing
Revelation 666
Celebration of the Goat
Age of Chaos
Taste of Black
Those Who Stayed Satanic
The Nocturnal Silence

Ein letzter Umbau, bevor der Headliner des Abends MORBID ANGEL pünktlich die Bühne enterte. Was haben sich die Amis wegen ihres aktuellen Albums „Illud Divinum Insanus“ aufgrund der Techno/ Industrial-artigen Stampf-Rhythmen und Spielereien nicht alles anhören müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass jeder, der da gemeckert hat, sich auch mal MA live gegeben hat. Denn da hauen sie nach wie vor ordentlich rein und packen nur die reinen Todesblei-Nummern auf die Setlist. Zum Einstieg gab es „Immortal Rites“, gefolgt von „Fall from Grace“. Hier wurde 1,5 Stunden lang ein Death Metal-Feuerwerk par excellence abgefeuert, bei dem MORBID ANGEL deutlich machten, dass das neue Album vielleicht aus der Art geschlagen ist, man aber deswegen live keineswegs als Techno-Kombo oder dergleichen auftreten würde. Der Auftritt beim diesjährigen Party.San war schon ordentlich gewesen, aber hier setzten sie eindeutig mit einer Menge Spielfreude noch einen drauf. Tim Yeung verrichtete hinter der Schießbude Schwerstarbeit und legte eine saubere Leistung hin. Auch Fronter Dave Vincent ließ sich nicht lumpen und hatte offensichtlich enorm gute Laune. Ob‘s daran lag, dass nun eine lange Tour zu Ende ging, man weiß es nicht. Und danke, danke, dass während des Sommers und auch hier und heute das viel zu enge PVC-Hemd weggelassen wurde ;-)). Die Seitenfraktion hielt sich da beinah schon im Hintergrund und Gitarrero Azagthoth war wie üblich hinter seiner Mähne nicht zu erkennen.

Kurzum ein geniales Set, eine gut aufgelegte Band und eine Zuschauer-Menge, die sichtlich erfreut über diesen Auftritt war. Kaum neue Songs, eine Menge Kracher, beide Daumen hoch! Wer nicht da war, ist selbst schuld!

Setlist MORBID ANGEL
Immortal Rites
Fall From Grace
Rapture
Days of Suffering
Blasphemy
Maze of Torment
Existo Vulgore
Nevermore
I Am Morbid
Angel of Disease
Lord of All Fevers
Where The Slime Lives
Blood on my Hands
Bil Ur Sag
God of Emptiness
World of Shit

Sworn To The Black
Chapel of Ghouls

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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