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MÖTLEY CRÜE – SLASH FEAT. MYLES KENNEDY & THE CONSPIRATORS

Ort: Mönchengladbach - Warsteiner-Hockeypark

Datum: 11.06.2012

Ein Hauch von Hollywood wehte am 11. Juni durch den Warsteiner-Hockeypark in Mönchengladbach. Nachdem am Freitag, dem 8. Juni, bereits GUNS N’ROSES (okay, von der ursprünglichen Besetzung ist nur noch Axl Rose übrig) die Stadt am Rhein unsicher gemacht hatten, schickten sich nur drei Tage später die 80er-Jahre-Glam-Metal-Ikonen MÖTLEY CRÜE an, es ihnen gleich zu tun. Diese hatten als Anheizer die und niemand geringeren als im Gepäck. So kam man innerhalb kürzester Zeit in den Genuss, die wohl schillerndsten Musiker aus der 80er und frühen 90er Jahre aus Los Angeles live zu sehen.

Nachdem uns gegen Mittag kurzfristig doch noch eine Akkreditierung für das Event erreichte, wurden flugs alle geplanten EM-Aktivitäten gecancelt und wir begaben uns am Nachmittag auf die Autobahn Richtung Ruhrpott. Der Wettergott meinte es auch gut mit uns: gegen 18 Uhr öffnete der Himmel noch mal seine Schleusen, wie vom Wetterbericht vorhergesagt, aber während des Konzerts blieb es tatsächlich trocken!

Gegen 18:45 Uhr betraten wir den Warsteiner-Hockeypark und mussten überrascht feststellen, dass die BLACK VEIL BRIDES bereits mit ihrem Gig fertig waren und gerade die Bühne verließen. Laut Homepage sollte das Konzert erst um 19 Uhr beginnen. Es ist immer sehr bedauerlich, wenn eine Vorband (auch wenn diese das Gros des Publikums nicht wirklich interessiert haben dürfte) bereits deutlich vor dem angekündigten Konzertbeginn verheizt wird. Ich hätte mir die Musik der Jungs jedenfalls gerne mal angetan.

Dafür folgten nach kurzer Umbaupause um 19:15 Uhr direkt SLASH feat. MYLES KENNEDY & THE CONSPIRATORS und die Arena füllte sich so langsam. Die Zuschauerzahlen von GUNS N’ROSES (mit ca. 16.000 Zuschauern ausverkauft) konnten allerdings auch später beim Haupt-Act bei weitem nicht erreicht werden. Slash hat seit Mai seine neue Scheibe namens „Apocalyptic Love“ in den Plattenläden und nutzte die Chance, diese live ein wenig zu promoten. Die Setlist jedoch wies auch vier Songs vom GUNS N’ROSES-Debüt „Appetite For Destruction“ auf, die vermutlich am Wochenende an gleicher Stelle bereits zu hören waren. Und auch bei diesen macht Myles Kennedy – einigen sicherlich auch bekannt als Sänger der Band ALTER BRIDGE – eine gute Figur. Ist seine Stimme der von Axl Rose doch nicht ganz unähnlich, wenn er auch im direkten Vergleich mit dem Original – jedenfalls bei den Cover-Songs – den Kürzeren zieht. Nichts desto trotz ist er ein großartiger Sänger und der Auftritt wusste zu begeistern. Slash spielte gewohnt cool und es war eine wahre Freude, ihn live zocken zu sehen. Komplettiert wird die Band von Todd Kerns am Bass, Brent Fitz an den Drums und Frank Sidoris an der zweiten Gitarre. Meinetwegen hätten sie auch gerne mehr als nur eine Stunde spielen dürfen! Diese 60 Minuten Spielzeit erlaubten der Band immerhin eine gelungene Mischung von Songs der beiden Alben, den bereits erwähnten GUNS´N´ROSES Klassikern und mit „Slither“ auch einen Song von VELVET REVOLVER zu spielen. Unnötig ist wahrscheinlich zu erwähnen, dass die Reaktionen bei „Sweet child o´mine“ und dem gefeiertem Abschluss „Paradise city“ am euphorischsten waren. Es dürfte auch kaum einen an Rockmusik interessierten Menschen geben, der nicht stante pede diesen Song lauthals mitgröhlen könnte.

Setlist SLASH
One Last Thrill
Nightrain (GUNS N‘ ROSES)
Ghost
Standing In The Sun
Back From Cali
Mr. Brownstone (GUNS N‘ ROSES)
Halo
Anastasia
Sweet Child O‘ Mine (GUNS N‘ ROSES)
You’re A Lie
Slither (VELVET REVOLVER)
Paradise City (GUNS N‘ ROSES)

Nach einer weiteren, erfreulich kurzen Umbaupause, bei der die Bühne mal eben durch Entfernen eines Vorhangs auf die doppelte Größe ausgedehnt wurde, war es dann endlich soweit: um 20:45 Uhr erklangen die ersten Töne des „Zusammengewürfelten Haufens“. Eröffnet wurde das Set mit „Wild Side“ und nach der Band betraten noch zwei leicht bekleidete Background-Sängerinnen/ Tänzerinnen die Bühne, die jeder Playboy-Titelseite gut zu Gesicht gestanden hätten. Diese durften, sehr zur Freude des männlichen Publikums, auch bei einigen anderen Songs dem Publikum einheizen. Und irgendwie passte das auch zum Image der Glam-Rocker, wurde so doch das Flair der Musikvideos aus den 80ern wieder aufgelebt. Und die Herren aus der Stadt der Engel treten nach diversen rechtlichen Streitereien und privaten Problemen seit geraumer Zeit ja auch wieder in der Originalbesetzung auf. Dies sind Vince Neil am Gesang, Nikki Sixx am Bass, Mick Mars an der Gitarre und natürlich Tommy Lee am Schlagzeug. Mick Mars sieht man leider mehr als deutlich an, dass er unter einer schweren Knochenkrankheit leidet. So sah er zwar aus, als hätte man Michael Jackson wieder ausgegraben, aber sein Instrument beherrscht er nach wie vor. Der Zahn der Zeit ist natürlich auch an den übrigen Mitgliedern nicht spurlos vorbei gegangen, was sie allerdings nicht daran hinderte, eine klasse Show abzuliefern! Einziger Wehrmutstropfen war ein technisches Problem am Anfang von „Smokin‘ In The Boys‘ Room“, der während des gesamten Songs auch nicht behoben werden konnte. So durften wir das Lied nur mit der halben Anlage genießen. Entschädigt wurden wir dann allerdings direkt im Anschluss: es folgte das Drum-Solo. Das klingt im ersten Moment jetzt nicht so wahnsinnig spektakulär, aber da haben sie sich was ganz Besonderes einfallen lassen. Das Kit war auf einem Podest montiert und dieses wiederum auf einem stehenden Schienenkreis, so dass Tommy Lee während des Solos auf der Seite und sogar auf dem Kopf spielen muss. Diese Rollercoaster-Spielerei war dann noch so genial mit der LED-Leinwand abgestimmt, dass es den Anschein erweckte, die dort medial erzeugte Hand würde Tommy Lee samt Schlagzeug im Kreise drehen. Dann wurde ein zweiter Sitz auf dem Podest montiert, was einer Zuschauerin zu Gute kam, die gegen Ende ein paar Runden mit Tommy Lee in seinem Achterbahn-Schlagzeug drehen durfte. Danach ging es dann auch mit den wohl größten Hits von MÖTLEY CRÜE nochmal richtig rund. Auf „Dr. Feelgood“ und „Girls, Girls, Girls“ folgte ein ruhiger Song mit „Home Sweet Home“, den Tommy Lee zu Beginn und zum Schluss auch auf dem Piano begleitete. Entlassen wurden das rundum zufriedene Publikum dann schließlich mit „Kickstart My Heart“. Der Ausflug ins Rheinland hatte sich für alle Beteiligten heute definitiv gelohnt!

Setlist MÖTLEY CRÜE:
Wild Side
Live Wire
Too Fast For Love
Saints Of Los Angeles
Shout At The Devil
Don’t Go Away Mad (Just Go Away)
Same Ol‘ Situation (S.O.S.)
Looks That Kill
Piece Of Your Action
Primal Scream
Smokin‘ In The Boys‘ Room (Brownsville Station cover)
Drum Solo (Tommy Lee with his 360° Rollercoster)
Dr. Feelgood
Girls, Girls, Girls
Home Sweet Home
Kickstart My Heart

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