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MOYA BRENNAN

Ort: St. Martinikirche - Melle-Buer

Datum: 07.12.2009

Es ist schon eine schöne Tradition, dass Moya Brennan, Schwester von ENYA und „The voice of CLANNAD“ in der Adventszeit durch Deutschland tourt. Auch für mich wird es langsam zum Ritual, in erreichbarer Nähe eines ihrer Konzerte zu besuchen. Nach Wattenscheid in 2007 und Dortmund in 2008 fällt dieses Jahr die Wahl auf Melle-Buer. Und die Martinikirche im Herzen des beschaulichen Örtchens ist genau die richtige Wahl als Konzertstätte, beim Schein zahlreicher Kerzen und einem Glas Rotwein können die interessierten Zuhörer im gut geheizten Kirchenschiff Platz nehmen.

Pünktlich um 20.30 Uhr nehmen der langjährige CLANNAD-Weggefährte Ian Parker an den Keys, die Brüder Cormac und Fionán de Barra an Harfe und Gitarre, sowie Geigerin und Backgroundsängerin Sinéad Madden ihre Plätze ein und Moya wird in ihrer Mitte warmherzig begrüßt. Die Songauswahl umfasst erwartungsgemäß CLANNAD-Klassiker, Stücke aus Moyas Solo-Repertoire, sowie viele traditionelle irische Weisen und natürlich Weihnachtsstücke. Nach einem kleinen gälischen Auftakt geht es mit „Tapestry“ (u.a. erschienen auf ihrem 2007er Album „Signature“) so richtig los. Es schließen sich einige bekannte Traditionals an, immer wieder gerne gehört, bei denen die Bandmitglieder wiederholt ihr hervorragendes Zusammenspiel unter Beweis stellen können. Bei soviel Spielfreude springt der Funke gleich aufs Publikum über, das begeistert mitgeht. Stimmungsvolle Lichteffekte unterstreichen den ganzen Abend die Musik und sorgen im Kirchen- und Altarraum für interessante Schattenspiele. Es geht weiter mit einem Stück aus dem 18. Jahrhundert, komponiert vom blinden Irischen Harfen-Komponisten O’Carolan, der seine Stücke häufig nach Menschen benannte. „Mrs. Mac Dermott“ ist die Dame, die sein Talent entdeckte und die sein Harfenstudium finanzierte. Passend zur Jahreszeit folgt „In the bleak midwinter“, und auf dem Fuße einer meiner Favoriten „In a lifetime“, bei dem Fionán souverän den Gesangspart vom ursprünglichen Duett-Partner Bono übernimmt. Das Robin-Hood Medley, sowie „Harry’s game“ halten auch für nicht so eingeschworene Brennan-Fans manch bekannte Melodie bereit und werden entsprechend mit Applaus bedacht, ehe Sinéad Madden und Moya die Aufgaben tauschen und Sinéad „Someone else“ aus ihrem ersten Soloalbum „Holy Promises“ präsentieren darf, nun begleitet von Moya im Background. Langanhaltender Applaus nimmt sie sichtlich gerührt zur Kenntnis, ehe Moya das Publikum kurz vor der Pause noch mit „A mhuirnín Ó“ zum Mitsingen animieren kann.

In der Pause finden Moyas Discographie sowie die verschiedenen CD-Veröffentlichungen ihrer Mitmusiker reißenden Absatz, so mancher findet an diesem Abend noch die passende Weihnachtsgabe. Nach einer gälischen Einstimmung auf den zweiten Teil wird dieser zunächst von einer Reihe von Weihnachtsliedern dominiert, die Moya alle sehr empfindsam, aber kitschfrei vorträgt, u.a. „What child is this“ zur alten Greensleeves Melodie oder ihr Lieblingslied „Gabriel’s message“. Anschließend können die Zuhörer mit „O’Carolan’s Concerto“ Cormac de Barras versiertes Harfenspiel einmal solo genießen, ehe es zum Endspurt mit „I will find you“ aus dem Film „Der letzte Mohikaner“ und „Against the wind“ noch ein paar poppigere Töne gibt. „Two sisters“ nutzt Moya nochmals zur Interaktion mit dem Publikum, das einzelne Gesangspassagen übernimmt, ehe das reguläre Set mit einem weiteren Weihnachts-Klassiker „Deck the halls“ endet.

Doch sofort aufbrausende stehende Ovationen lassen die Musiker gleich im Altarraum verbleiben und so schließen sich nahtlos zwei Zugaben an: Das mitreißende „Dúlamán“ und zum würdigen Abschluss gibt es auch in diesem Jahr „Oiche Chuin“, die irische Version von „Stille Nacht“, deren letzte Strophe die Musiker auf Deutsch intonieren.

Und so hat auch in diesem Jahr wieder einmal alles gestimmt, eine Setlist ohne Überraschungen (aber bei Ritualen möchte man das ja gerne so), ein stimmungsvolles Ambiente und eine überzeugende Gesamtperformance zwischen Tradition und Pop, Himmel und Erde. Besinnlich und beruhigend – genau das passende für die Adventszeit!

Setlist
Caislean Or
Tapestry
Caidé sin do’n té sin
Morag’s na horo gheallaidh / Alastair MacColla
Mrs. Mac Dermott / Trip to Berlin
In the bleak midwinter
In a lifetime
Robin Medley (The hooded man), Lady Marian, Together we, Ancient forest)
Harry’s game
Sinead Madden: Someone else
A Mhuirnin O

Maire Bhruineal
What child is this
God rest ye merry Gentlemen
Gabriels Message
Cormac de Barra: O’Carolans Concerto
I will find you
Against the wind
Do you hear / Don Oiche u dim Beithil
Two sisters
Deck the hall

Dúlamán
Oiche Chuin

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