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MUFFALO – NEVER TO LOUD

Ort: Osnabrück – Westwerk

Datum: 07.10.2011

MUFFALO – das sind Derek Myers (Guitar & Vox/ MONDO GENERATOR), Gene Trautmann (Drums/ Ex-QUEENS OF THE STONE AGE/ EAGLES OF DEATH METAL) und Dean Gunderson (Bass/ JACK-O-FIRE). Bereits seit zehn Jahren machen die Jungs ab und an gemeinsam Musik, wenn sie nicht bei ihren illustren Hauptbands gebraucht werden. Unlängst haben sie erstmals zehn Songs auf eine CD gepresst und das Ganze den Namen „Love Songs & Battle Hymn“ gegeben. Damit und mit einem Gast am zweiten Sechssaiter ist der Dreier momentan hierzulande unterwegs und hat in diesem Zusammenhang auch einen Abstecher nach Osnabrück gemacht, wo das Jugendzentrum Westwerk nicht nur die Bühne für die Truppe aus Übersee freigegeben, sondern auch noch NEVER TO LOUD aus dem benachbarten Hagen und Bad Iburg ins Rennen geschickt hatte.

Fabio Alessandro Moron Martin (Rythm Guitar & Vocals), Lukas Foppe (Bass & Vocals), Hendrik Schütte (Lead Guitar) und Christopher Schweer (Drums) aka NEVER TO LOUD hatten dann wohl auch die meisten der rund 30 Anwesenden mitgebracht, die um 21.00 Uhr dabei waren, als die Youngsters mit dem Song „Fire“ energiegeladen loslegten. Auf dem Zettel hatte der Vierer knackigen Hardcore und Metal, der mit viel Spielfreude, Geshoute und Gegrowle vorgetragen wurde. Dabei entpuppte sich Foppe als ziemliche Rampensau, die ihr – wenn auch überschaubares Publikum – bestens im Griff hatte. So gab’s nach dem gelungenen THREE-DAYS-GRACE-Cover „Riot“, bei dem die ersten Schuppenschüttler gesichtet wurden, bei „Final Breath“ eine Wall of Death, die, wie sich zeigte, auch mal aus lediglich vier Leuten bestehen kann. Mit viel Tempo ging’s weiter im Programm, ehe mit „I Come, I See, I Win“ der Lieblingstrack des Kollegen Foppe angesagt war. Unterdessen spielte der Mann am zweiten Sechssaiter stets hochkonzentriert, während der smarte Allessandro vermutlich die Mädels in die Konzerte lockt. Der allerneueste Song „Gods’ Coming For You“ war allerdings Foppes Kumpel Tapse gewidmet, der am vergangenen Wochenende Bekanntschaft mit einer Kippe des Bassers gemacht hatte, die sich dummerweise in sein Auge verirrt hatte. Zum guten Schluss gab’s schließlich noch einen „Hey Johnny!“ betitelten sogenannten Partykracher, dessen Mitsing-Refrain zumindest bei der Trockenübung vom Plenum erstaunlich gut performt wurde. Davon war dann zwar beim Echt-Vortrag nicht mehr viel zu hören, die Nummer ging aber trotzdem ins Bein und NEVER TO LOUD, die sich im letzten Jahr nach dem DANKO-JONES-Song „Never Too Loud“ benannt, aber irgendwie das zweite „O“ verloren haben, hinterließen definitiv einen positiven Eindruck, als sie nach 40 Minuten die Stage für MUFFALO räumten.

Setlist NEVER TO LOUD
Fire
He Comes Alone
Riot (THREE-DAYS-GRACE-Cover)
Final Breath
Scream For Me
I Come, I See, I Win
Gods’ Coming For You
Hey Jonny!

Als selbige gegen 21.50 Uhr im Westwerk aufschlugen, schienen die Jungs schon ein bisschen entsetzt, WIE leer es zu diesem Zeitpunkt im Saal war. Tatsächlich waren die meisten Leute gerade vor der Tür und so tummelte sich nur noch eine Handvoll Zuschauer vor der Bühne. Nachdem die altgedienten Recken ihr Equipment in Stellung gebracht hatten und es zwanzig Minuten später mit „dem Titeltrack „Battle Hymn“ des heute erschienenen Albums losging, war es zwar voller geworden, mehr Andrang als beim Support herrschte aber leider nicht. Dabei ging ein Stück wie „Purpose“ durchaus in Bein und Gehörgänge, aber mit dem Namen MUFFALO konnte in Osnabrück wohl bis dato so recht niemand etwas anfangen und deshalb waren in erster Linie Fans der Vorband anwesend, die zudem wohl insbesondere durch einen einzelnen Herrn inspiriert wurden. Der Gute kam, legte seine Tasche am Bühnenrand ab und begann sich seiner Oberbekleidung zu entledigen. Hose und Schuhe blieben an, oben rum zog er jedoch blank und ermutigte auch vier weitere Besucher, sich topless zu präsentieren. Was die Band von ihrem Auditorium hielt, bleibt wohl für immer ein MUFFALO-Geheimnis; Derek nutze auf jeden Fall beim von mir hoch geschätzten Stoner-Rocker „The Bleeding Heart“ die Gelegenheit, den Rücken des inzwischen wieder vollständig bekleideten, am Bühnenrand sitzenden Typen, als Abstellfläche für seinen Fuß zu benutzen. Bei der Midtempo-Nummer „Stitches“ stand wenig später sogar Stage-Diving auf dem Programm, was sich allerdings relativ schwierig gestaltete, weil halt nur eine wenige Personen da waren, die sich des Stage-Divers annehmen konnten. Zuvor hatten es MUFFALO beim „Chicken Dinner“ ordentlich grooven und mit „Up Front“ die Köpfe nicken lassen. Mit „Nailed“ ging’s eher ruhig und doch mit einer Menge Drive weiter, wenngleich die Zuschauerschaft in ihren Reaktionen eher zurückhaltend blieb. Genes Aufforderung, im Anschluss an den Gig möglichst viele T-Shirts und CDs zu kaufen, umso schneller sei man aus Osnabrück wieder raus, führte auch nicht gerade zu euphorischen Ausbrüchen bei den Anwesenden und so folgte mit dem rhythmusbetonten „Last Night“ schließlich nach 40 Minuten der letzte Song des Abends, mit dem sich das Quartett ziemlich sang- und klanglos verabschiedete.

Mastermind Derek Myers kehrte nach ein paar Minuten noch mit einem Karton voller Merch zurück, ob er noch viel Ware an den Mann oder die Frau bringen konnte, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis, da ich mich zügig auf den Nachhauseweg gemacht habe. Zusammenfassend sei gesagt, dass MUFFALO solides Frickel-Handwerk abgeliefert haben, das allerdings nicht unbedingt auf die richtige Zielgruppe traf. Die juvenilen Westwerker standen ganz eindeutig dem Einheizer NEVER TO LOUD näher und deshalb hatten es die eigentlichen Hauptprotagonisten des Abends mit ihrer sagen wir mal „etwas erwachseneren“ Mucke schon ein bisschen schwerer. Mich hat keine von beiden Bands enttäuscht, wobei man schon anmerken muss, dass die Live-Qualitäten, die man von QOTSA oder auch den EAGLES OF DEATH METAL kennt, bei MUFFALO nicht erreicht werden. Auch MONDO GENERATOR sind mit Fronter Nick Oliveri ein anderes Kaliber. Die MUFFALO-Members sind durchweg gute Handwerker, aber nicht unbedingt Besetzungen für die erste Reihe. Nichts desto trotz war’s ein guter Start in das Wochenende, das mir mal wieder jede Menge Live-Musik unterschiedlichster Coleur bringen sollte.

Setlist MUFFALO
Battle Hymn
Pins & Needles
Safehouse
Purpose of Aging
Chicken Dinner
Up Front
Nailed
Strange Woman
The Bleeding Heart
Stitches
Last Night

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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