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NARZISS – CANCER BATS – MACHINEMADE GOD – BURNED ALIVE – SPELLBREAKER

Ort: Herford - Club X

Datum: 31.05.2008

Konzerte an einem Samstag sind natürlich immer gerne gesehen, dennoch hatte ich zuvor meine Bedenken, ob das X in Herford besonders voll werden würde, waren die angekündigten Bands zwar sicherlich namhaft aber nicht unbedingt die Größten in ihren Genres und das X ist auch nicht gerade klein.

So war die Warteschlange recht übersichtlich, als die westfälische Location etwas verspätet ihre Pforten öffnete. Den rechten schnellen Einstieg sollten dann die Bielefelder Deather SPELLBREAKER markieren. Diese bieten zwar nicht orginellen, aber guten und soliden Melodic Death, der sowohl den jungen Metal-Fans als auch den hartgesottenen Core-Bollos zu gefallen wusste. So sah man im noch spärlich besetzten Innenraum schon vereinzelt Haare fliegen und nach gut 30 Minuten Todesblei-Gewalze wurden SPELLBREAKER unter wohlwollenden Applaus von der Bühne entlassen.

Als zweite Band folgten die Lokal-Helden BURNED ALIVE, die schon beim Herford Rockt-Contest eine gute Visitenkarte hinterlassen konnten. Nun haben die Mass Metaller endlich ihre erste Full Length im Kasten, welche die Band deutlich schlüssiger und vor allem in besserer Form zeigt. Dies wirkt sich auch auf die Live-Performance aus, so kommen Kracher wie „Accept“ und „Again and Again“ sowie das eindringliche „Upcoming Energy“, unterstützt durch den ordentlichen Sound, sehr druckvoll rüber. Besonders Shouter Freddy hat sich nicht nur auf Platte deutlich verbessert, er bringt auch seine fiesen Growls sowie die eindringlichen Clean Passagen stimmig, selbstbewusst und im Vergleich zu früheren Shows um einiges besser rüber. Gitarrist Tim ging an diesem Abend, für seine Verhältnisse, auch richtig mit und Axtkollege Chris war scheinbar mehr im gut mitgehenden Moshpit unterwegs als auf der Bühne und schaute sich eben aus dem Innenraum auch die gut funktionierende Wall of Death beim Band-Klassiker „Cruelty of Men“ an. Wie auf Platte ist bei den Live-Shows von BURNED ALIVE das sehr persönliche „Never Forget“ zum Hit avanciert. Kein Wunder, kriegt man doch den Refrain kaum mehr aus dem Ohr und besonders live hauen die Moshparts schön rein. Alleine der Ausfall von Sajids Bass trübte die sonst gelungene Show, doch davon liessen sich die fünfe ihre verdiente gute Laune auch nicht mehr verderben!

Nach der wohl vielseitigsten Band des Abends folgte die eingängigste. So konnten MACHINEMADE GOD mit „The Infinity Complex“ und „Masked“ zwar zwei solide Alben abliefern, an die großen Metalcore-Bands, wie die ähnlich klingenden CALIBAN, kommen die Westfalen aber bislang nicht ran. Keine Frage, Gitarrist Sky kann mit seinem versierten Spiel und den cleanen Vocals überzeugen und auch Shouter Flo braucht sich vor seinen Kollegen nicht zu verstecken. Dennoch kommen krachende Metalcore-Songs wie „Kiss me now, kill me later“ halt nicht über den Titel „ordentliche, aber klassische und wenig orginelle Metalcore-Granaten“. So waren zwar mittlerweile einige Leutchen mehr im Innenraum, wirklich die Post ging allerdings nicht ab. Vielmehr war routinierte Pit-Action und vereinzeltes Gemoshe angesagt.

Sind die Kanadier CANCER BATS in ihrer Heimat schon schwer angesagt, so waren sie mir bislang ein unbeschriebenes Blatt. Einige Recherchen bei Myspace, sowie die vorweg aufkommenden Vorschusslorbeeren von Veranstalter wie auch Fans liessen doch schnell Interesse an den Core- Rock N’Rollern aufkommen. Doch diese hatten an diesem Abend wohl klar und deutlich die Arschkarte gezogen. Denn erstmal versagte gleich zu Beginn das Mikro, so dass man Shouter Liam, wenn überhaupt, nur über Monitor-Boxen erahnen konnte. Da konnte der Fronter-Derwisch noch so über die Bühne und durch den Innenraum pflügen, es dauerte gute 3 Songs, bis man den Sänger endlich zu hören bekam. Doch ein weit größeres Problem war der gesamte Sound. Da kamen die knalligen Songs wie ein einziger Brei aus den Boxen, so dass sogar der Soundmann hinter dem Mischpult nur hilflos mit den Schultern zucken konnte. Die Riffs und Bassläufe wummerten schwerfällig und die Vocals von Liam verstand man überhaupt nicht. Alleine bei an sich groovigen Killern wie „Lucifers Rocking Chair“ konnte man den Flow der Band und das spielerische Vermögen des unermüdlich rockenden Axtmannes Scott Middleton erahnen. Als dann zwischendurch auch noch das Kit von Drummer Mike Peters halb auseinander fiel, war die Band sicherlich schon froh, dass man diesen rabenschwarzen Abend endlich überstanden hatte.

Lange Monate war es still um NARZISS. Doch nun sind die Jena-Corer wieder da, um sich als Vorgeschmack zum sich in Arbeit befindlichen Album mit einigen Live-Shows wieder zurückzumelden. Und auch wenn es weiterhin nicht wirklich voll im X wurde, waren die Fans zur Stelle und gingen zu Krachern wie „Meine kleine Seele“ oder „Und Du verblasst“ ordentlich ab. Das Highlight einer jeden NARZISS-Show ist natürlich der Hit „Entstelltes Bild“, bei dem Fronter Steffen noch einiges an freundlicher Unterstützung bekam. Als Band macht man sich besonders mit solchen Shows Freunde. Wenngleich es alles andere als voll war an diesem Abend, gab die Band alles, hatte sichtlich Spaß und wusste so ihre Fans zu begeistern. So bringt man sich gelungen zurück ins Blickfeld seiner Anhänger und der eingestreute neue Song, dessen Namen ich mir nicht merken konnte, trifft voll in die richtige Kerbe, so dass sich NARZISS-Fans absolut auf das neue Werk freuen dürften.

Der erste „Hardcore-Metal X-Cess“ in Herford war damit unter dem Strich eine ordentliche Sache. Besonders die beiden lokalen Bands konnten sich empfehlen und auch NARZISS haben sich mit einer guten Show zurück gemeldet. Alleine CANCER BATS hatten großes Pech und auch die Besucherzahl war, wie allerdings vorab erwartet, nicht ganz so hoch. Um eine solche Location zu füllen, braucht es dann halt doch einen größeren Namen als Headliner!

Copyright Fotos: Juneau Photography

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