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NARZISS – DESTINY – A FEAR CALLED TREASON

Ort: Bielefeld - Movie

Datum: 22.10.2006

Den Auftakt an diesem Konzertabend machten A FEAR CALLED TREASON aus Bielefeld. Keine schlechte Idee, eine so gute regionale Band einzuspannen, immerhin zogen sie schon den einen oder anderen Zuschauer. AFCT zeigten dem Publikum auch gleich, wo es langgeht. Mit ihrem brachialen Death Metal legten sie die Meßlatte ziemlich hoch. Erstaunlicherweise war der Sound im Movie ungewöhnlich gut. Der neue Sänger Florian Liez bewies eindrucksvoll, warum sich die Bielefelder für ihn entschieden hatten nach der Trennung von Daniel Kleinehagenbrock. Florian schafft es mit seiner Grabesstimme, jede nur erdenkliche Tonlage herauszubringen, sei es ein dunkles Grunzen, ein helles Kreischen oder die ganze Palette dazwischen. Höhepunkt der Show war allerdings der kurze Gastauftritt des ehemaligen Sängers Daniel. Um diesem noch mal die Ehre zu erweisen, hatten sich zwei Leute als „Bernd das Brot“ unter die Menge gemischt und rockten.

Nach kurzer Umbaupause hatte man dann das Vergnügen, sich DESTINY anzuschauen. Mit ihrem Metalcore waren sie für viele Zuschauer wesentlich eingängiger als ihre direkten Vorgänger. Eigentlich schon ab dem ersten Lied wurde vor der Bühne ordentlich gemosht und gepogt. Wobei ich mich frage, ob dieser Hate Style wirklich sein muss. Ein Circlepit ist ja noch ganz in Ordnung, obwohl man sagen muss, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Leute man umrennt. Tritte in Kopfhöhe haben allerdings, finde ich, nichts mit Hardcore zu tun. Ist doch eher ein Tough Guy Gehabe von Leuten, die nicht wissen, wohin mit ihrer Energie. DESTINY selber hatten etwas Pech mit der Abmischung. Leider kamen sie in großen Teilen nur recht schwammig und wenig klar rüber. Der Gesang war so matschig, dass man weniger ganze Sätze erkennen konnte, denn immer nur ein Wort ganz oft wiederholt. Es klang leider alles gleich.

NARZISS wiederum hatten diese Probleme nicht. Ihr Sound war klar und gut ausgesteuert. Mit ihrem deutschsprachigen Metalcore holten sie auch die letzten Leute aus der Kneipe, die es bei den vorherigen Bands vorgezogen hatten, am Tresen zu sitzen und Bier zu trinken. Auch zogen die beiden Typen, die sich bei A FEAR CALLED TREASON verkleidet hatten, auf die Bitte von NARZISS, wieder ihre Kostüme an, und versuchten sich im Stagediven. Nur gut, dass die Kostüme die Stürze abfingen. Musikalisch hatten NARZISS fast komplett auf ihre neue CD „Solang das Herz schlägt“ gesetzt. Höhepunkt des Abends war dann aber doch „Entstelltes Bild“, und obwohl das Lied schon ganz zu Anfang gespielt wurde, konnten die Deutschen das Publikum bis zum letzten Song mitreißen und das ebensolche aus den Leuten herausholen. Leider war nach 40 Minuten dann aber auch diese Show zu Ende. Schade, haben sie doch genug Material, mal mehr als eine Stunde zu spielen.

Fazit des Abends: Das Konzert war zwar gut besucht, wäre allerdings in einer kleineren Location etwas stimmungsvoller gewesen. Die Bands haben ihr Bestes gegeben, wurden aber im Fall von DESTINY mit einem leider nicht sehr guten Sound bestraft. Ich fand’s mal wieder richtig nett, ein kleineres HC Konzert in Bielefeld gesehen zu haben und hoffe, dass FR Entertainment auch weiterhin solche Events veranstalten.

Copyright Fotos: FR Entertainment

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