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NEAERA – DEADLOCK – MAINTAIN

Ort: Osnabrück - Bastard Club

Datum: 01.11.2007

Keine Frage, wenn unsere Kumpels während ihrer ersten Headliner-Tour in erreichbare Nähe kommen, würde ich da sein. Und so ging es an diesem Feiertag auf ins benachbarte Bundesland, welches leider ohne diesen freien Tag leben muss. Daher war am frühen Abend auch noch reichlich los auf den Straßen Osnabrücks, was noch durch die einfallenden Fans des 1. FC Köln, die angereist waren, um der Niederlage ihrer Mannschaft beizuwohnen, verstärkt wurde. Doch uns interessierte ausnahmsweise nicht das Fußball-Spiel, sondern die anstehende Metal-Show des Tour-Dreiers DEADLOCK, MAINTAIN und NEAERA, welche an diesem Abend ohne lokalen Support antraten.

Den Start markierten die Nordlichter MAINTAIN, deren Schaffen ich bislang nur beiläufig mitbekommen habe. Musikalisch habe ich da auch nicht so viel Innovatives verpasst, aber ohne Frage macht diesen Jungs in Sachen Metalcore keiner mehr was vor. So strotzten Kracher wie „In Twilight’s Embrace“ oder das abschließende „This dying Earth“ nur so vor fetten Riffwänden, brachialen Breaks und walzenden Drums, was zusammen mit den energischen Shouts von Fronter-Derwisch Tim schon für erste Bewegung im Innenraum des sich langsam füllenden Clubs sorgte. Alleine das angespielte „Davidian“ (MACHINE HEAD) wollte nicht so ganz ins Set passen, wurde aber eh bald in „Too many Fuckwits…“ übergeleitet. So stellten MAINTAIN auch an diesem Abend einen soliden Einstieg in den Abend!

Anschließend machten sich die bayrischen DEADLOCK daran, ihrem guten Ruf als Live-Band gerecht zu werden. Auf Platte haben sie sich diesen Ruf schon mit dem neuen Werk „Wolves“ redlich verdient und auch live zeigten die Fünf Mannen plus eine „kleine“ junge Dame, wie man die Osnabrücker zum ersten Mal an diesem Abend so richtig in Fahrt bringt. Ob nun „Dark Cell“, „Code of Honor“ oder „Crown of Creation“, der moderne Metal aus Bavaria kam an und sorgte in den ersten Reihen für ordentlich kreisende Mähnen. Das gefiel der Band sichtlich, liefen doch vor allem die Gitarristen zur Höchstform auf, brillierten mit satten Riffwänden und einigen furiosen Soli (hier ist vor allem Sebastian zu nennen). Dazu shoutete sich Joe schön brachial die Seele aus dem Leib und ließ ordentlich die immer länger werdende Mähne kreisen, während die zierliche Sabine mit ihrer großen Stimme überzeugte. Bei so einer Stimmung war es dann auch kein Wunder, dass die Meute sogar zum Techo-Part in der abschließenden Walze „End begins“ mächtig abging. Und eigentlich hätten DEADLOCK gar noch die von den Fans geforderte Zugabe spielen dürfen, wäre der Soundmensch nicht etwas voreilig mit der Einspielung der Pausen-Musik gewesen. Schade, aber in dieser Form werden wir DEADLOCK hoffentlich und sicherlich bald wieder auf den deutschen Bühnen sehen!

Während der letzten Umbaupause des Abends wurde es nun mächtig voll vor der Bühne. Erst Anfang des Jahres haben NEAERA hier als Support von KATAKLYSM die Mähnen rotieren lassen, nun machten sie selbst den Laden ordentlich voll. Und nachdem die Fans schon gut in Stimmung waren, reichte bereits das einsetzende Riff zu „Spearheading…“ für die ersten Rotationen im Pit. Kein Wunder, schraubt einem dieser massive Song doch live ebenso die Rübe ab wie auf Platte. Und sind die Osnabrücker erst mal in Fahrt, lassen sie auch nicht nach. Da wurde gemosht, gepogt und gekreiselt, dass es eine wahre Freude war, vor allem da alles friedlich miteinander und ohne nervende Bollos, die meinen um sich schlagen zu müssen, abging! Auch die fette Wall of Death beim Titelstück des neuen Albums „Armamentarium“ ging zwar krachig, aber ohne Zwischenfälle über die Bühne. Weiter ging es Schlag auf Schlag mit „World Devourers“, „Let the Tempest come“ und natürlich dem Mitgröhl-Hit „Wall instead of Bridges“. Bei der Action vor und auf der Bühne (mittlerweile kreisten die Crowsurfer tief) konnte sich selbst Benny nicht mehr zurückhalten, ließ sich von den Fans auf Händen tragen und tauchte am Bühnenrand immer wieder in der Menge unter. Da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das Kabel von Bennys Mikro einen mitkriegte und erst mal wieder eingestöpselt werden musste. Auch die restlichen Mucker von NEAERA grinsten durchweg und schüttelten beim Anblick der angehende Meute immer wieder ungläubig mit dem Kopf. Den Vogel schossen die Osnabrücker allerdings mit ihrer Antwort auf Bennys Frage „Was gehört neben einer Wall of Death noch zu solch einer fetten Show?“: „Polonaise!!!“ kam es zurück und sorgte für spontane Lacher. Doch eigentlich war der klassische Circle Pit gemeint und tatsächlich organisierten die Fans den mal eben in einen Polonaise-Circle Pit, dass die Band vor lachen kaum den Song spielen konnte!

Nach gut einer Stunde wurde dann mit „Synergy“ angemessen das reguläre Set beendet… Doch wie von vorigen NEAERA-Konzerten bekannt folgt bei solch energiegeladenen Shows natürlich noch eine Zugabe, welche wir uns allerdings auf den Weg zum Auto anhörten, da mir nächsten Tag noch ein Arbeitstag bevor stand… Doch wir fuhren mit der Gewissheit nach Hause, eine der besten deutschen Death Metal-Bands live in Action gesehen zu haben und mit so einer Performance wohl das letzte Mal in einer so intimen Atmosphäre!

Copyright Fotos: Michael Werneke

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