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NECKBREAKER’S BALL IV

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 19.11.2011

DARK TRANQUILLITY – ELUVEITIE – VARG – MERCENARY – GURD – OMNIUM GATHERUM

Wie jedes Jahr überschlagen sich zum Herbst hin die Konzert-Angebote. So z.B. touren zeitnah AMON AMARTH, IN FLAMES, MORBID ANGEL, MACHINE HEAD und eben das Neckbreaker’s Ball-Package, welches dieses Mal von DARK TRANQUILLITY geheadlined wird, durch deutsche Lande!

Und diese Festival-Tour sollte nicht nur an einem Samstag in Dortmung aufschlagen, sondern zudem noch das Finale der Konzertreise markieren, wurde doch das eigentlich letzte Konzert erst von Hannover nach Braunschweig verlegt und dann doch unter Androhung von Strafe komplett abgesagt, dem Totensonntag sei Dank! Die Bands selbst liessen sich allerdings die Laune nicht vermiesen und heckten schon für die Dortmund-Show einige witzigen Aktionen aus, was bei der letzten Show einer Tour ja schon Tradition ist!

OMNIUM GATHERUM

Recht ungeschoren kamen OMNIUM GATHERUM davon. Die Finnen eröffneten pünktlich die Show und erkämpften sich mit einer soliden Performance wohlwollende Reaktionen der sich noch füllenden Halle. Und auch wenn sich die Nordlichter in den letzten Jahren einen guten Namen erspielen konnten, ist es mit eingängigen, atmosphärischen Tracks wie „Soul Journeys“ oder „Nova Flame“ doch nicht ganz so einfach, die Leute vom Fleck weg mitzureissen. In solche Songs muss man sich einfach richig reinhören. Dennoch sind OMNIUM GATHERUM richtig gute Musiker und ernteten am Ende ihres kurzen Sets den verdienten Applaus!

GURD

Ursprünglich sollten die US-Veteranen DEATH ANGEL mit an Bord dieser Tour sein, aber gerüchteweise haben die Jungs ein lukrativeres Angebot bekommen und sind prompt hier abgesprungen. Als Ersatz konnte man allerdings die Schweizer Thrash-Pioniere GURD gewinnen, die mit ihrem aktuellen Album „Never Fail“ wieder richtig Fahrt aufgenommen haben! Das beweisen auch live neue Tracks wie „Terminate“ oder „Rising from the Ashes“ sehr eindrucksvoll. Eingängiger, pumpender Thrash mit Kanten und Groove! Routiniert steuerte der Vierer das Set durch die gesamte History, soweit dies bei der begrenzten Spielzeit möglich war, und bewiesen ein weiteres Mal, dass es eigentlich unverständlich ist, dass diese sympathischen Jungs nie so wirklich über den Status eines Geheimtipps hinausgekommen sind! Aber Spaß haben die Jungs auch immer noch, rocken was geht, und duellieren sich ab und an auch mal mit kleinen Schattenkämpfchen. Als Dank lieferte VARG-Fronter Freki den Schweizern einige Cocktails frei Haus auf die Bühne!

Setlist GURD
Never Fail
Your Drug Of Choice
What Do You Live For
Rising From The Ashes
Bang!
Rule The Pit
Terminate
Skin Up!

MERCENARY

Die dänischen Metal-„Helden“ MERCENARY mussten in den letzten Jahren einige harte Line Up-Wechsel durchstehen und um so imposanter ist die Rückkehr mit dem aktuelle Album “Metamorphosis“ ausgefallen! Und da man dieses Werk auch quasi als Neustart ansieht, zockte man auch gleich fast das komplette Album. Alleine „The Endless Fall“ stammt vom Vorgänger „Architect of Lies“. Zwei Leute weniger in der Band bedeutet auch gleich mehr Platz auf der Bühne. Das nutzte vor allem das Axt-Trio fürs Umherwirbeln, Posen und Saitenhexen. Basser/ Sänger Rene dagegen agierte als der ruhende Pol am Mikro und brillierte dafür mit einer starken Leistung im energischen wie auch cleanen Gesangsbereich! Das ruft natürlich auch Groupies auf den Plan. Dieses Mal in Form der GURD-Jungs, die frisch geduscht in neckischer Unterwäsche über die Bühne tänzelten und den Dänen schöne Augen machten. Was ein schöner Anblick! Nur dieser dämliche Trend hin zur Wall of Death hätte nicht sein müssen, Jungs!

Setlist MERCENARY
In Bloodred Shades
In A River Of Madness
Through The Eyes Of The Devil
The Black Brigade
On The Edge Of Sanity
The Follower
The Endless Fall

VARG

So langsam scheinen sich die hoch türmenden Wogen um VARG und die Diskussionen über ihre angeblich rechte Gesinnung geglättet zu haben. Sollten sie auch, denn die Deutschen sind derzeit mit das stärkste Schlachtschiff, was der einheimische Extrem Metal zu bieten hat! Und gestärkt durch die ganze Chose gingen VARG nochmal extra motiviert auf die Bühne und mit „Viel Fein, Viel Ehr“ sogleich richtig in vollen! Und die Fans gingen mit! So sah man viele VARG-Shirts in der Halle, am Merch gab es kaum noch Shirts und man sah sogar einige Spruchbänder im Pit hin und her fliegen. Das macht Spaß, das macht Druck und diesen liessen Fronter Freki und sein Gefolge mächtig von der Bühne donnern. Ob „Blutaar“ oder „Schwertzeit“, hier rotierten Riffs, Mähnen und der Circle Pit vor der Bühne! Und wer es noch immer nicht kapiert haben wollten, bekam noch eine deftige Version von RAMMSTEINs „Links 2 3 4“ vor den Latz geknallt. Ein wenig Bange for evtl. Scherzen der anderen Bands schauten sich VARG immer wieder nach hinten um, aber es dauerte bis zum letzten Song „Wolfskult“, bis sich ein Sammelsurium der anderen Combos aufmachte und die Bühne stürmte. So wurden Spruchpappen mit Aufschriften wie „Holzkopf“ oder „Mahlzeit“ hochgehalten, was von den mitsingenden Fans natürlich prompt mit eingebaut wurde. Im Hintergrund machten sich dann einige Leute daran, das Drumkit noch während des Songs bis auf ein Minimum abzubauen, was natürlich sowohl für einige Lacher als auch für eine schöne Herausforderung für Drummer Fenrir sorgte. So extrem die Musik auch ist… Zeit für Spaß muss sein!

Setlist VARG
Viel Fein, Viel Ehr
Blutaar
Wir sind die Wölfe
Schwertzeit
Nagelfar
Sehnsucht
Links 2 3 4
Wolfskult

ELUVEITIE

Eine lange Zeit war nix von den Folk-Metallern ELUVEITIE zu hören. Grund dafür war der derzeitige Studio-Aufenthalt der Band, welchen man aber nach langer Live-Abstinenz nur zu gerne für diese Tour gegen die Bühnenbretter tauschte. Vielleicht etwas zu übermotiviert, so zog sich Anny Murphy (Drehleier, Vocals) eine Sehnenscheidenentzündung zu, musste sich daher überwiegend auf ihre Vocals konzentrieren und konnte nur bedingt ihr Instrument mit einbringen. Das bremste aber die Band alles andere als ein und so rockten die Schweizer auf bei der letzten Show der Tour mit Vollgas los und wussten von Anfang bis Ende zu begeistern. Folk Metal ist immer noch sehr angesagt, vor allem wenn man es mit packendem Death Metal kombiniert und noch so fett live darbietet. So wurde nicht nur der Hit „Ines Mona“ ordentlich abgefeiert, sondern auch bei „Kingdom Com Undone“ oder „Your Gaulish War“ wurden ordentlich die Matten geschwungen! Dazu hat sich Bandgründer Chrigel über die Jahre zu einem mehr als starken Frontmann entwickelt, der genau weiß, wie man die Fans zum Ausflippen animieren kann! Wenn man dann noch eine Band hinter sich hat, die musikalisch mehr als stark ihre Instrumente im Griff hat und man zusammen noch packende Songs aus dem Köcher feuert, dann kann man nur gewinnen. So taten es ELUVEITIE auch an diesem Abend und man kann sich schon jetzt auf das neue Werk „Helvetios“ freuen, das in absehbarer Zeit erscheinen wird! Aber vielleicht lag der gute Auftritt auch nur an der von den VARG-Kollegen aufgebauten Cocktail-Bar am Rande der Bühne, an der sich natürlich alle freudig bedienten! Egal warum, es hat gerockt!

Setlist ELUVEITIE
Otherworld
Everything remains as it never was
Nil
Inis Mona
Slanias Song
Quoth the Raven
The Song of Life
Your Gaulish War
Kingdom Come Undone
The Somber Lay
Tarvos
Tegernako

DARK TRANQUILLITY

Ein langer, aber feiner Konzert-Abend kam dann endlich zu seinem Finale, als die Leinwand für die Backprojektionen angebracht war und das Intro gestartet wurde. Es war Zeit für die schwedische Death Metal-Legende DARK TRANQUILLITY. Und die Nordmannen um Obersympath Mikael Stanne legten auch gleich wuchtig mit „Terminus“ los! Was ein Einstieg! Und dieses Level hielten DT auch locker durch das gesamte Set! So liessen die Jungs die Riffs nur so fliegen, die Drums rotierten und nochmehr Stanne selbst, der kaum mal eine Sekunde stillhalten konnte und dennoch seine garstigen Vocals energisch von sich gab! Mit diesem Feuer schoss die Band reihenweise absolute Knaller-Songs von der Bühne, wie u.a. „Monochromatic Stains“, „The Sun fired blanks“, „Lost to Apathy“ oder die umjubelten „Wonders at your Feet“ und „Inside the Particle Storm“. Auch das kürzlich erst auf der Tour-Edt. von „We are the Void“ veröffentlichte „Zero Distance“ durfte nicht fehlen und wurde natürlich auch gleich mitsamt Video dargeboten. Auch sonst unterstützten die von Gitarrist und Media-Guru Niklas Sundin extra auf die Songs zugeschnittenen Projektionen die Performance sehr atmosphärisch. So war es kein Wunder, dass die Stimmung bei solch einer Show auch bei den Fans sehr euphorisch ausfiel, was Stanne zu mehrmaligen Danksagungen verleitete. Ein Fan schenke dem charismatischen Sänger gar eine Armband-Uhr, die der Frontman auch prompt anlegte! Und als besondere Ehr-Erbietung feiert eine japanische Dame an diesem Tag ihr DARK TRANQUILLITY-Show Nr. 100!! Wenn das keine Leidenschaft und Hingabe ist, dann weiß ich es auch nicht!

Da die Schweden keinen Bock auf das klassische Zugabe-Spiel haben, rockten sich gleich durch und legten mit „Misery’s Crown“ und dem Übersong „the Fatalist“ ein fulminantes Finale hin, bei dem sich Stanne per Stage Diving schwungvoll in die Arme der Fans schmiss! So enttäuschten DARK TRANQUILLITY auch an diesem Abend nicht und dass, wo die Band doch in den letzten 2 Jahren fast permanent auf Tour war! Ein wunderbarer Konzert-Abend mit durchweg tollen Bands und einem mehr als würdigen Headliner!!

Setlist DARK TRANQUILLITY
Terminus
In my Absence
The Treason Wall
Lost to Apathy
The Wonders at your Feet
The Mundane and the Magic
Monochromatic Stains
The Sun fired Blanks
Inside the Particle Storm
Zero Distance
Dream Oblivion
Final Resistance
Misery’s Crown
The Fatalist

Copyright Fotos: Michael Werneke

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