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NEGATIVE – SUBSTYLE

Ort: Hannover - Musikzentrum

Datum: 09.12.2008

Gehen die finnischen Gothic-Glam-Rocker von NEGATIVE auf Tour, ist das schon fast ein Pflichttermin für den Terrorverlag. So machte sich auch an diesem knackig-kalten Dezemberabend eine Abordnung auf den Weg ins niedersächsische Hannover, um sich passend zur Vorweihnachtszeit eine Portion rockigen Schmalz abzuholen. Wegen der Witterungsverhältnisse waren wir recht früh aufgebrochen und erreichten entsprechend zeitig auch das Musikzentrum, dennoch waren natürlich die ersten Reihen vor der Bühne bereits besetzt von vorwiegend weiblichen Fans, Durchschnittsalter geschätzte 18 Jahre. Wir befürchteten schon, das Durchschnittsalter um gefühlte 100 Jahre zu heben, im Laufe des Abends sollte sich aber noch zeigen, dass auch über 25jährige dem Ruf der Finnen gefolgt waren.

Zunächst war es aber erst einmal Zeit für den Opener SUBSTYLE. Das Sechstett aus Köln hat bereits eine bewegte Bandgeschichte hinter sich, geprägt von der Pleite der Plattenfirma, tragischen Krankheiten und kurzzeitiger Auflösung, aber man merkte ihnen die Professionalität an, denn immerhin hat man als Band ja schon einige Jahre Live-Erfahrung auf dem Buckel. Ohne viel Schnick Schnack spielten SUBSTYLTE straighten Alternative Rock und ob des wenig glamourösen Auftritts (im Vergleich zu NEGATIVE) machte ich mir ein wenig Sorgen, ob das anwesende Publikum diese Gradlinigkeit annehmen konnte. Aber Guido (Voc), Heiwi (Guitars, Keys, Programming), David (Guitars), David K. (Bass), Toby (Keys, Samples) und Claudia (Drums und erst seit zwei Wochen dabei) ernteten mehr als nur Anstandsapplaus. Bei einigen Stücken griff Gitarrist Heiwi zum Akkordeon – das verlieh den Songs allerdings nicht einen folkloristischen Einschlag, es umwehte uns vielmehr ein Hauch Melancholie. Etwas mehr als eine halbe Stunde bot man ältere Stücke aber auch Lieder der neuen Scheibe „Walk the Dino“ dar, dann war Zeit für den Bühnenumbau und ein weiteres Getränk an der Bar.

Mit lauter werdendem Kreischen enterten die Finnen dann völlig anders als erwartet die Stage: Jonne begann das Konzert mit einer ruhigen Version des NEIL YOUNG-Covers „My My/ Hey Hey“ und bediente dabei selbst die Akustik-Gitarre. Eine Reminiszenz an die Weihnachtszeit? Immerhin waren ein paar Mädels mit Weihnachtsmützen auszumachen, aber auch die finnische Flagge fehlte nicht. Und selbstverständlich ein Meer von Handys, die nun aufblitzten, um ja jede Pose zu erwischen. Aber gepost wurde dann doch: Jonne gab nach dem Opener die Gitarre wieder ab und beschäftigte sich zu „A Devil on my Shoulder“ wieder ganz lasziv mit seinem Mikroständer. Eingerahmt wurde der Mädchenschwarm von Antti und Larry an ihren Saiteninstrumenten, eher im Hintergrund agierten Mr. Snack an den Keyboards und Jay an den Drums. Nach dem Ausstieg von Sir Christus Anfang diesen Jahres hatte man als zweiten Gitaristen für das Touren während des Sommers noch Gary (Tuomas „Gary“ Keskinen) dabei. Aber für die derzeitige Promotion-Tour für das aktuelle und in Deutschland im September erschienene Album „Karma Killer“ hatte man sich entschlossen, nur noch als Quintett aufzutreten. Meiner Meinung nach fehlte allerdings die zweite Gitarre und natürlich auch Sir Christus’ schillernde Erscheinung gerade auch beim heutigen Gig. Mit ein wenig Wehmut konnte man einer weniger druckvollen Show der Finnen verfolgen, die es sonst 150 Prozent krachen lassen. Nichtsdestotrotz überzeugten sie aber dennoch mit alten Hits wie „In my Heaven“, „The moment of our love“, „Frozen to loose it all“ und den neuen Stücken und einer Show, die ausschaute, als hätte man AEROSMITH, GUNS N` ROSES und QUEEN miteinander gekreuzt. Kann man auch immer 150 Prozent erwarten?

Am Merchandise-Stand war es beim Verlassen der Location jedenfalls recht voll und die just erschienene Live-DVD „In the Eye of the Hurricane“ ging weg wie die berühmten „warmen Semmeln“. Die Fans wollten sich die finnischen Jungs noch mit ins Wohnzimmer holen und den Live-Effekt mehrfach genießen.

Setlist NEGATIVE (ohne Gewähr)
My My Hey Hey
A Devil On My Shoulder
In My Heaven
Lust N` Needs
The Moment Of Our Love
Sealed
Giving Up!
An Ornament
Naive
Frozen To Lose It All
Motherfucker
Planet Of The Sun
One Last Shot
Angels Won`t Lie (instrumental)
Until You`re Mine
Won`t Let Go

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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