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NEUJAHRSPOGO 2009

Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 03.01.2009

SONDASCHULE – MONTREAL – DAMPFMASCHINE – PLANLOS – MOFA

18 Uhr – Vor dem Hyde Park wartet eine Hand voll Menschen auf den Einlass zum Neujahrspogo. Ist der Punk etwa wirklich tot, oder nur kräftig am schwächeln? Als kurz darauf die Tür geöffnet wird, gibt es keinerlei Drängeln oder Schubsen und wer nach vorne zur Bühne geht, steht da absolut allein, also erst einmal was essen und trinken und abwarten. Kurz vor 19 Uhr waren ca. 230 Leute anwesend, die sich in dem nicht grade kleinen Hyde Park mehr in den hinteren Ecken, an den Tresen oder beim Merchandise Stand verteilten.

So war vor der Bühne sehr viel Platz, als MOFA diese betraten. Ohne großartige Ansage legten die vier Jungs aus Köln los und spielten, was die Instrumente hergaben, leider ohne die Anwesenden so richtig zu beeindrucken, was die Band sichtlich frustrierte, dabei waren sie wirklich gut und gar nicht so viel anders als eine der Hauptbands, aber vermutlich muss man erst einmal einen bekannten Namen haben, um akzeptiert zu werden. Der Sound könnte noch etwas verbessert werden, da der Gesang sich zwischenzeitlich nicht richtig durchsetzen konnte, aber dafür war das Outfit der Hammer. Das komplette MOFA Team kam im Tennisdress auf die Bühne und erinnerte irgendwie ein wenig an Björn Borg oder Boris Becker.

Auf so was legten PLANLOS allerdings gar kein Wert. Unrasiert im Schlabberlook oder mit Unterhemd rockten die 4 Jungs die Fans nach vorne. Wer die Jungs mit den TOTEN HOSEN, oder den Sänger Pino mit Andreas Frege (Campino) vergleicht, der sollte sie mal live erleben, das ist eine ganz andere Art. Sei es die Verständigung in der Band untereinander, der Umgang mit den Fans oder auch die Action, die von jedem PLANLOS Mitglied auf die Bretter gebracht werden. So wurden erste zaghafte Pogoversuche schnell zum Massenpogo und als dann noch „Kopfschuss“ von WIZO, „Chaos“ und „Immer weiter“, ein Song, bei dem Zimbl mitgesungen hatte, gespielt wurde, war die Stimmung endlich da, doch die Freude darüber währte nur kurz, denn ohne Zugabe mussten PLANLOS nach recht kurzer Zeit von der Bühne um der lokalen Band DAMPFMASCHINE den Platz abzutreten.

Kaum einer konnte verstehen, warum die Hauptbands ihre Setlisten kürzen mussten, damit so eine niveaulose Formation sich profilieren kann. Mit nackten Oberkörpern kamen sie auf die Bühne, spielten zugegebener Maßen einen ordentlichen, punkigen Hardrock, aber wenn ein Sänger eine halbvolle Bierflasche auf die Tanzfläche werfen muss, auf der später beim pogen noch so mancher zu Boden gehen sollte (an dieser Stelle vielen Dank an die Security, die sich sofort darum kümmerte), sich die Hose runterziehen und mit dem blanken Arsch wackeln, sich und seine Bandkollegen anrotzen und sich auf der nicht grad sauberen Bühne hin- und herwälzen muss, der gehört eigentlich ignoriert, was zum Glück auch die meisten machten, die Zeit nutzten, um noch mal Getränke zu holen und lediglich die Fotografen, die nun sehr viel Platz vor der Bühne hatten, schossen ein Foto nach dem anderen.

Das war dann bei der nächsten Band schon nach kürzester Zeit nicht mehr möglich, denn schon bevor MONTREAL auftraten, wurde es zusehends voller in den vorderen Reihen. Als sie dann mit witzigen Ansagen, genialen Songs und natürlich Max Power das mittlerweile doch stark angewachsene Publikum begeisterten, gab es kein Halten mehr. Pogo, Feiern und Tanzen, freiwilliges Hinsetzen der Masse und Aufspringen bei Beginn des nächsten Stückes erinnerte fast schon ein wenig an DIE ÄRZTE. Ein Turnschuh und eine Geldbörse wurden verloren, bei Hirsch (Bass und Gesang) abgegeben, der sie mit witzigen Komentaren ihren rechtmäßigen Besitzern zurück gab. Stücke wie „Solang die Fahne weht“, „Ballonfahrt“ und das vom Publikum gewünschte „Max Power“ brachten die Stimmung zum Sieden.

Um Zugaben ließen sich die drei Hamburger nicht lange bitten und spielten einfach so lang, wie sie durften, was leider immer noch viel zu kurz war, aber wenigstens war die Masse heiß und endlich Bereit für den Top Act SONDASCHULE, die sich nach einer recht kurzen Umbaupause scheinbar schon leicht angeheitert den Fans präsentierten, was aber an dem geilen Auftritt nichts änderte. Harter, melodischer Ska mit witzigen und bissigen Texten, die von vielen laut mit gegrölt wurden, aber Costa (Sänger) animierte die Fans auch immer wieder, die meist eingängigen Refrains wie „Dumm aber glücklich“ oder „Besser Nix“ mitzusingen. Zwischenzeitlich sprang er sogar vom Boxenturm in die Hände der Fans, die ihn dann auch wieder zur Bühne zurück trugen. Die meisten Stagediving Versuche wurden von der Security unterbunden, da sich zwischenzeitlich doch immer Lücken zwischen den Fans bildeten und trotzdem schafften es ein paar auf die Bühne und mit einem meist waghalsigem Sprung wieder zurück. So mancher hat da auch wohl den harten Boden geküsst und leider wurden bei diesen Manövern auch einmal wieder außenstehende in Mitleidenschaft gezogen.
Trotzdem war es ein Erlebnis, auch wenn der Saxophonist kaum gegen die 2 Posaunen ankam und die Gitarre des Sängers zuerst keinen Ton hatte. Kleinigkeiten, über die man bei so einem Auftritt gerne hinweg sieht.

Schade war, dass um 23 Uhr von Seiten des Hyde Park her Schluss war, weil ja die Disko anfangen musste. Fünf Bands in nur 4 Stunden ist einfach zu viel und man hätte an diesem Abend gut und gerne auf DAMPFMASCHINE verzichten und dafür die Hauptbands länger spielen lassen können. Im Gegensatz dazu passten MOFA gut zu dem Rest des Abends und haben bei einigen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sehr enttäuscht waren viele über die Tatsache, dass man nach dem Konzert keine Shirts und CDs von PLANLOS mehr bekommen konnte, weil deren Stand schon abgebaut war und auch die Bandmitglieder sich, im Gestensatz zu den anderen Gruppen, nicht mehr haben sehen lassen, aber sonst ein toller, gelungener Abend.

Copyright Fotos: Ludger Walhorn

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