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NEW MODEL ARMY – DEMANDER

Ort: Bremen - Modernes

Datum: 08.11.2007

Fast Dreißig Jahre sind sie nun schon unterwegs und dabei kein bisschen leiser geworden. Aber NEW MODEL ARMY wären auch nicht sie selbst, wenn anders wäre. Noch immer ist es so, dass man ihre Texte eigentlich in zwei Kategorien einteilen kann: In Stücke, die die politischen Missstände in der Welt ansprechen und solche, die vollkommen unpolitisch sind, sich nur mit den Beziehungen zwischen „gewöhnlichen“ Menschen beschäftigen. Und dies gilt im Grundsatz nicht nur für NEW MODEL ARMY selbst, sondern auch für die Stücke, die Justin Sullivan solo von Zeit zu Zeit dem geneigten Hörer zu Ohren bringt. Auf Tournee, mit RED SKY COVEN oder auch fast ganz allein nur mit Schlagzeuger Michael Dean als Unterstützung. Es gibt Leute, die meinen, Justin Sullivan wäre NEW MODEL ARMY. Ich denke es ist nicht falsch, so etwas zu behaupten, vor allem wenn man weiß, dass er nach eigener Aussage die Band bestimmt schon sechs Mal verlassen hat. Und nie gab es einen Auftritt ohne ihn. Aber ganz ehrlich: Was wäre auch die Band ohne den charismatischen Sänger, ohne seine Stimme und die bildlichen Beschreibungen in seinen Texten, die es möglich machen, das was die Musik transportieren soll, eindrucksvoll nachzuvollziehen.

Aber nun zum Abend selbst. In Bremen gibt es wohl keinen Konzertsaal in der Größe von 1000 Plätzen, der besser für Rockkonzerte geeignet wäre, als das „Modernes“ in der Neustadt. Die Halle bietet nicht nur ein gemütliches Inneres sondern ist auch – als altes, umgebautes Kino – bekannt für ihre gute Akustik. Was den auftretenden Formationen selbstverständlich entgegen kommt. Vorbands haben bei NMA schon fast Tradition, obwohl es in den letzten Jahren auch schon vorkam, das man selbst seine eigene Vorband sein wollte und zur Einstimmung ein Unplugged Set gespielt hat. Das war in diesem Jahr anders. Dieses Mal waren es DEMANDER aus New York, die als Unterstützung mit auf Tour genommen wurden. Und der dreiköpfigen Band fiel es nicht sonderlich schwer, positiv aufzufallen. Ich fand es herrlich, wie Sängerin Karen noch vor dem ersten Stück einfach nur ganz locker ins Publikum lächelte. Prima. Durch die klassische Besetzung von Gitarre, Bass und Schlagzeug brachten sie ein recht einfaches Set auf die Bühne, ohne jedoch langweilig zu wirken. Mich würde interessieren, wie ein Konzert mit DEMANDER als Hauptgruppe aussehen würde. Vielleicht hat man ja in den kommenden Jahren die Gelegenheit, dies zu erleben.

Nach knapp einer halben Stunde Pause bekamen dann die ca. 1000 Besucher die Gelegenheit, nach zweijähriger Pause NEW MODEL ARMY in Bremen zu sehen. Das Konzert am Vortag hatte die Latte schon etwas hoch gelegt. Nach Aussage der Briten sei das Konzert in der Hamburger Markthalle zu den besten 20 zu zählen, die man je gespielt habe. Nun ja, aber der Auftritt, der nun folgte, war auch nicht von schlechten Eltern. Die acht neuen Stücke fügten sich gut in das alte Material ein. Gelungen war vor allem die Wahl von „Vanity“ als Opener, da ich nicht meine, dass auf dem aktuellen Silberling ein geeignetes Stück für diesen Zweck zu hören ist. Das mal der eine oder andere Uralt-Titel auf den Konzerten präsentiert wird, ist man ja bereits gewohnt. Überrascht hat mich dann aber doch, dass mit „The Hunt“ im Hauptset und vor allem „Master Race“ bei den Zugaben Lieder auftauchten, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehört habe. Großen Anklang hat beim Publikum „Vagabonds“ gefunden, auch wenn ich es nie zu meinen Favoriten gezählt habe. Mir wäre „Green & Grey“ lieber gewesen.

Aber man kann ja nicht alles haben. Nach 3 Zugaben fingen dann auch einige Helfer an, die Instrumente abzubauen. Das Licht ging an und mit Fahrstuhlmusik wurde das Publikum berieselt. Dennoch wollte niemand gehen oder Ruhe geben. Also musste noch ein Stück zum Besten gegeben werden. Und wie sollte es anders sein. Das daueraktuelle „51st State“ machte dann den Abschluss.

Setlist NEW MODEL ARMY
Vanity
Bloodsports
Island
Into the Wind
Breathing
Rivers
The Hunt
Get Me Out
Before I Get Old
One of the Chosen
High
Here Comes The War
No Mirror, No Shadow
Purity
Bad Old World
Wired
225

Master Race
Vagabonds
Wonderful Way to Go

51st State

Copyright Fotos: Guido Rangnitt

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