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NITZER EBB – MOTOR – TERENCE FIXMER

Ort: Berlin - ColumbiaClub

Datum: 04.11.2006

Es war wieder einmal „Päckchen“-Tag (Anmerkung: s. Bericht NEGATIVE) und meine Mitstreiterin Grit und ich machten uns auf den Weg zum Columbia Club, um einen der wichtigsten Electro-Acts ever live und hautnah zu erleben: NITZER EBB. Die Engländer hatten noch MOTOR und TERENCE FIXMER aus Frankreich mit im Gepäck und dieser Bandauflauf versprach einen schweißtreibenden Abend. Es waren schon zahlreiche Electroheadz vor der gnadenlos ausverkauften Location versammelt und mich wunderte, dass diese Veranstaltung ausgerechnet in so einem kleinen Club stattfinden sollte, passten doch nicht mehr als 800 Leute hinein. Es wäre vielleicht besser gewesen, für dieses Event in die Columbia Halle zu gehen, aber wir wollen mal nicht meckern. Der Club ist auch sehr schön und hat natürlich einen überzeugenden Sound.

Innen angekommen hieß es nach kurzer Wartezeit um Punkt 21 Uhr auch schon „Licht aus – Spot an“ und der französische DJ TERENCE FIXMER (Mitglied des erfolgreichen Projekts FIXMER/ MCCARTHY) legte hinter seinen Turntables mit treibenden Technobeats und minimalistischem Gesang los und heizte der Menge schon mal ordentlich ein. Anfangs standen die Zuschauer noch etwas weiter von der Bühne entfernt, allerdings kamen sie langsam näher und einige tanzten zu den stampfenden Klängen. Neben „Rage“, „Hold me“, und „Feel the fear“ präsentierte er auch „Look to me“ und „Warm“. Die Songs gingen nahtlos ineinander über und brachten mit ihren teils Oldschool-EBM und teils Industrial-Klängen die Menge zum Kochen. Gegen 21.40 Uhr verließ Terence dann unter lautem Applaus die Bühne und eine Umbaupause schaffte Platz für den nächsten Act MOTOR aus England.

Jene Akteure betraten nach einer 10-minütigen Unterbrechung die Bühne, auf welcher mittlerweile eine Leinwand im Hintergrund aufgebaut worden war, auf der zu den Songs Videosequenzen liefen. Die hierzulande noch ziemlich unbekannte Band – die schon Remixe für MANSON, DM und THROBBING GRISTLE gemacht hat – zauberte bei vielen Zuschauern einen eigenartigen Ausdruck ins Gesicht, konnten jedoch mit ihrem Soundmix aus sattem EBM, Industrial, Rock und irgendetwas Außerirdischem von Anfang an begeistern und die Menge zum Tanzen bewegen. Die 3 Künstler waren komplett in weiß und im Stil von Clockwork Orange gekleidet. Während der Songs begeisterten sie die Zuschauer mit immer neuen verrückten Tanzeinlagen und auch dadurch, dass sie öfter mal ihre Instrumente tauschten. Neben dem Opener „Black Powder“, „Stuka Stunt“, und „Junker“ gaben sie noch „Sweatbox“, „1 x 1“ und „King of USA“ (sehr lustig mit der Textzeile „I’m black, I’m gay, I’m King of USA“) zum Besten und verschwanden dann, um gleich darauf wieder auf der Bühne zu erscheinen, als einige Zugabe-Rufe erklangen. Mit „Spazm“ und „Din13“ heizten sie der Menge nochmals ordentlich ein und beendeten um 22.40 Uhr endgültig ihre Show.

Und dann war es endlich soweit: Gegen 22.50 Uhr betrat als erstes unter lautem Applaus Live-Drummerin Kourtney Klein, gefolgt von Bon Harris, die Bühne und der Jubel und Applaus steigerte sich nochmals, als dann auch Fronter Douglas McCarthy komplett in Schwarz gekleidet die Stage stürmte. Mit „Getting closer“ legten sie sofort mit einem meiner absoluten Favoriten los und brachten eine davor nicht da gewesene Euphorie und Stimmung in den Club und das Publikum zum Tanzen und Pogen. Weiter ging es mit „Let your body learn“, „Shame“, „Hearts & Minds“ und „Captivate“. Die Band hatte ihre Anhänger sofort im Griff und kostete es gnadenlos aus. Sie brachten uns zum Feiern und Schwitzen und das lange Warten auf den Headliner wurde ohne Ende belohnt. Während einige Electroheadz teilweise doch recht aggressiv ihren Gefühlen freien Lauf ließen, heizte die Formation immer weiter ein und Douglas tanzte und stampfte immer wieder auf der Bühne hin und her. Neben Terence Fixmer standen nun auch die 3 Akteure von MOTOR in der Halle und sahen sich die Show an. Auch ihnen war anzusehen, dass sie Gefallen an NE hatten. Nach „Join in the Chant“ verließ das Trio die Bühne und sofort forderte das Publikum eine Zugabe.

Nach langem, sehr langem Warten erbarmten sich Douglas, Kourtney und Bon dann und gaben als erstes „Fun to be had“ zum Besten. Douglas mittlerweile mit freiem Oberkörper, was natürlich zu einigen Kreischattacken der weiblichen Fanschar führte. Nach diesem Song verließen die drei wieder ihre Fans und sofort wurden sie zurückgerufen. Ich muss nicht erwähnen, dass sie sich mal wieder sehr lange Zeit ließen. Ehrlich gesagt finde ich das schon ziemlich dreist, aber sie können es sich ja erlauben. Nach einiger Zeit kehrten sie zur zweiten Zugabe zurück und präsentierten „Give to you“. Mit jenem beendeten sie dann auch um 00:10 Uhr endgültig die Show und entließen ein sehr glückliches und nass geschwitztes Publikum in die Nacht oder auf die anschließende Aftershowparty im gegenüberliegenden Club.

Setlist TERENCE FIXMER (ohne Gewähr und unvollständig)
Rage
Electrostatic
Hold me
Feel the Fear
Look to me
Warm

Setlist MOTOR
Black Powder
Yak
Stuka Stunt
Junker
King of USA
Sweatbox
Flashback
1 x 1

Spazm
Din13

Setlist NITZER EBB
Getting closer
Let you body learn
Shame
Hearts & Minds
Captivate
Godhead
Blood Money
For Fun
Ascend
Lightning Man
Control I’m here
Murderous
Join in the chant

Fitness to purpose

Give to you

Copyright Fotos: Grit Rümmler

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