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NOCTURA III

Ort: Bielefeld - Falkendom

Datum: 08.06.2013

Endlich, zur dritten Ausgabe des Noctura-Abends habe auch ich mal den Weg in den Falkendom geschafft. Dabei kann man das Anliegen von Veranstalter Julian nur unterstützen, versucht der Kollege doch stetig, lokalen und regionalen Düster Metal-Bands eine Auftrittsmöglichkeit zu verschaffen. An diesem sonnigen Samstag-Abend fanden sich auch einige Interessierte am Falkendom ein, wobei das Beisammensein bei Biergarten-Wetter erstmal draußen von statten ging.

Doch sobald die ersten donnernden Rhythmen von WILT (mit SPELLBREAKER- und ehem. TASTE OF BLOOD-Mitgliedern) zu hören waren, fanden doch schnell einige Neugierige ihren Weg hinein, um zu schauen, was ihre Freunde denn so fabrizieren. Und das sollte sich lohnen, bieten WILT doch wuchtigen Death Metal mit mal hypnotisch pumpenden, mal straight ballernden Drums, fiesen Grunts und drückend-treibenden Riffwänden. Viel Melodie oder gar außergewöhnliche Experimente darf man hier nicht erwarten, dafür aber eine pure, drückende Wall of Sound. Und das kam durchaus gut an, mussten WILT am Ende doch glatt zwei Songs als Zugabe wiederholen.

Eine kleine Umbaupause, die viele zu einem Bierchen unter freiem Himmel nutzten, später ging es mit SEKORIA weiter. Und mit den Jungs aus Wenden wurde es gleich eine Ecke schwärzer. Mit einem Sound, der sowohl von IMMORTAL als auch von DISSECTION beeinflusst ist, bot das Quartett packenden Black Metal mit atmosphärischen Passagen. Dabei kam das Zusammenspiel von Basser Tobias und Gitarrist Felix besonders eindrucksvoll, aber auch die Kombination von energischer Raserei, epischen Melodien und teils schon pathetischen Lyrics verfehlte ihre Wirkung nicht. Dazu wirkte die Performance der Jungs sehr professionell, was zusammen mit der Qualität der Musik noch mehr die Frage aufwirft, warum diese Kollegen noch nicht gesigned sind. Weiter so!

Sehr gespannt waren viele auf den Auftritt von VYRE, bei denen man bislang nur vermuten konnte, welchen Sound die (ehem.) Mitglieder von LOST WORLD ORDER, NEGATIVVM und (G)EIS(T) bieten würden. Kennt man den musikalischen Hintergrund der Mannen, die auf der Bühne in Maler-Hosen und Labor-Kitteln erschienen, offenbart sich der Sound von VYRE schon fast als logisch. So zelebrieren die Bielefelder avantgardistischen, noisigen, teils auch progressiven Black Metal-Sound, der phasenweise an DODHEIMSGARD und SATYRICON zu „Rebel Extravaganza“-Zeiten erinnert, und fügen diesem klassische Metal-Einschübe hinzu. Letztere offenbaren sich besonders in der Gitarren-Arbeit von Hedrykk, der dem brachialen Sound durch seine thrashigen Riffs und Heavy-Soli willkommene Abwechslung verleiht. Fronter KG Cypher überzeugt dazu durch sowohl energische Shouts, aber auch ruhige und klare Gesänge und unterlegt die teils rituell angelegten Klänge mit zusätzlichen Percussions. Eine imposante Performance, die noch sympathischer wirkt, da man sich selbst nicht unbedingt 100% ernst nimmt, wie eine kleine Akte X-Einlage bewies. Ja, auch im extremen Metal darf man Spaß haben! So sollte man gespannt sein, wie die erste Veröffentlichung, an der VYRE derzeit hart arbeiten, ausfallen wird!

Spät war es geworden, als die Bonner Prog-Deather STEORRAH nach einigen langwierigen Einstellungen loslegen konnten. Nach dem brachialen Sound von VYRE ist der proggige Death Metal natürlich eine Umstellung und sicherlich auch durch die längere Wartezeit und dem sperrigen Sound des Headliners, kamen nicht mehr alle der rund 200 Gäste zurück in den Dom. Die Performance von STEORRAH war dazu auch nicht einfach aufzunehmen, klang der cleane Gitarren-Sound extrem daneben, was den anspruchsvollen Songs natürlich nicht gut tat. Dazu waren die Übergänge zwischen den energisch donnernden Death Metal-Parts und den verspielten Jazz- und Blues-Einschüben oft sehr plötzlich. Das machte es den grundsätzlich schon skeptischen Zuhörern natürlich nicht einfacher und so strich auch der Terrorverlag noch vor dem Finale seine Segel.

Als Fazit kann man über das Noctura nur Positives vermelden. So bot der Abend eine abwechslungsreiche Kombination an extremen Metal-Bands, was zudem noch beweist, welches Potenzial nicht nur in Bielefeld, sondern der ganzen Region, steckt. Das wurde mit einem gut gefüllten Falkendom belohnt, so dass man davon ausgehen kann, dass es auch noch eine vierte Ausgabe des Noctura geben wird!

Copyright Fotos: Julian Rü

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