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OBITUARY – HOLY MOSES – AVATAR

Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 05.01.2008

Endlich mal wieder die Meister des röcheligen Todesmetalls in der Nähe auf Tour… und dann mit einem solch gediegenen Package!? Ob das funktionieren würde, noch dazu zu Beginn des Jahres? Es funktionierte erstaunlich gut! Der Hyde Park war recht gut gefüllt, ich würde mal so auf 400 – 450 tippen, wohl nur ein Bruchteil dürfte wegen der Vorbands angereist sein.

AVATAR waren mal wieder die typische junge unbekannte Vorband. Melodischen Schweden-Death Metal gibt es ja auch nicht gerade wenig und mit nicht wirklich berauschendem Sound konnte man die noch recht spärlich anwesenden Banger nicht unbedingt in Ekstase versetzen.

Passend nach Beendigung des Gigs füllte sich der Park zusehends, die „olle“ Sabina und ihre Crew wollten sich wohl auch die versammelten Death Metaller nicht entgehen lassen. Und sie sollten heute voll einen auf die 12 bekommen! Die weibliche Thrash Metal-Ikone hab ich ja nun schon öchzig mal Live erlebt, aber ich glaube einen so fetten Sound hatten sie selten (meist ja eher im Gegenteil)! Da bei Obi ja hauptsächlich Oldschooler zu erwarten waren, sah die Setlist auch dementsprechend aus. 80er-Klopper wie „Defcon II“, „World Chaos“, „Current of Death“ oder das unvermeidbare „Too Drunk to Fuck“ wurden garniert mit dem vollen Brett von der MOSES-Death Metalscheibe „Terminal Terror (Theotecy)“ in Form des Openers „Nothing for my Mom“ und ein wenig aktuelleren Granaten wie „End of Time“. Dabei kam man erstaunlich gut beim Publikum an. Sabina tat allerdings mit ihrer ureigenen Lockerheit am Mikro alles dafür. Laute „Ausziehen“-Rufe wurden flugs gekontert, derjenige zierte sich jedoch, zu ihr auf die Bühne und seinem Ruf nachzukommen. Und da man nun mal seit jeher Vorreiter einer ganzen Szene war/ ist und dabei auch immer im aktuellen Geschehen drin ist, versuchte man sich heute an einer Wall-of-Thrash! Haha… funktioniert mit ollen Säcken nur leider nicht so wie mit den Jungspunden. Trotzdem sehr kurzweiliger Auftritt, den ich in der guten Form nicht erwartet hätte! Pommesgabel hoch!

Bei OBITUARY wurde es dann richtig voll und es ist schon erstaunlich, dass die Band alleine bereits am Anfang des Jahres mittelgroße Hallen füllen kann. Das ist fast wieder wie in der Blütezeit Anfang der 90er (remember OBI/ NAPALM DEATH/ DISMEMBER im Bielefelder PC69 (RIP!)? eines der alltime-Gottkonzerte!)! Und die Herren auf der Bühne geben Gas wie anno dunnemal. Die Matte von John ist immer noch unverschämt, ebenso sein absolut einmaliges Geröchel. Trevor hat ihn allerdings Mattentechnisch mittlerweile locker überholt und Barttechnisch eifert er wohl Paule Speckmann nach… Catweezle! Minimalstes Riffing mit maximalem Erfolg. Außer SIX FEET UNDER geht wohl keine Death Metal-Kapelle derart simpel zu Werk und räumt dennoch alle Konkurrenten locker aus dem Weg. Noch cooler ist ja nach wie vor, dass John Texte nicht gerade für nötig hält… Braucht auch keiner bei Abrissbirnen vom Schlage „Cause of Death“, „Find the Arise“, „Chopped in Half“, „Words of Evil“, „The End Complete“ oder „Slowly we Rot“…da läuft Dir selbst beim tippen noch die Gänsehaut runter und die Texte brüllen im Geiste auf… zittrig muss erstmal eine CD in den Player injiziert werden. Dass Knastmeister Allen West nicht dabei ist, fällt gar nicht großartig auf. Frank Watkins malträtiert seinen Bass wie eh und je und Groovemaschine Donald Tardy rührt ein Kessel Buntes…welcher Death Metal-Schlagzeuger (außer Pete Sandoval und Max Duhamel) darf ein Schlagzeug-Solo spielen??? So geschehen vorm Zugabenteil. Neue Einschläge gab’s natürlich auch zu vermelden. „Insane“, „Threatening Skies“ oder Brandaktuelles wie „Evil Ways“ oder „Face your God“ fügten sich nahtlos in die alten Klassiker ein. Die Meute gab ordentlich Haargas und nach 70 Minuten Death Metal-Lehrstunde wurde man in den Samstagabend entlassen.

Wo OBI draufsteht, ist und bleibt auch OBI drin! Und genau deshalb pilgern wir alle auch nächstes Mal wieder hin…

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