Konzert Filter

OBITUARY – SPELLBREAKER – UNCOVER

Ort: Bad Oeynhausen - Druckerei

Datum: 23.07.2009

Wenn eine DER Death Metal-Combos quasi direkt vor der Haustür zu einer intimen Clubshow lädt, gibt´s natürlich nichts zu überlegen… nix wie hin! Dachten sich wohl auch die anderen 300 Metalheads aus der Gegend, die die Druckerei bis an den Rand füllten. In einem solch kleinen Rahmen wird man die Florida-Deather wohl auch nur höchst selten zu Gesicht bekommen, zum anfassen nah sozusagen. Doch zuvor durften noch zwei lokale Combos die kleine Bühne beackern.

Aus Bünde gingen UNCOVER an den Start, konnten mit ihrem recht modern gehaltenen NuCore-Death Metal aber keine großen Bäume ausreissen. An der engagierten Performance der bereits seit 1999 (mit Vorläufern gar seit 1995!) agierenden Band gab es nix zu meckern, doch hier war heute quasi jeder auf US-Todesstahl eingestellt und da kommen Core-Elemente, melodische Parts und cleane Gesänge nunmal gar nicht in die Ohren. Mehr als einen Achtungserfolg gab es heute also nicht zu reißen und so hörte sich ein Großteil der Besucher das Ganze von draußen an. Als CALIBAN-Support bewegen die Jungs bestimmt wesentlich mehr.

Reichlich mehr bewegen konnten die Bielefelder melodic-Deather SPELLBREAKER, die momentan ja als Trio agieren. Ich hatte die noch mit Robert als Fronter im Ohr und gar nicht auf dem Schirm, das sich die Band auch musikalisch leicht verändert hat seit seinem Ausstieg. Von dem typisch schwedischen Death Metal (man coverte seinerzeit nicht umsonst AMON AMARTH, und das noch oberamtlich!) hat man sich in eine melodischere, thrashigere Variante gewandelt, bei der auch cleane Gesänge eingebaut werden. Was Fronter plus Basser Lance aber gut hinbekamen, zudem hatte er als wirkliche Metal-Frontsau die Menge in dem nun gut gefüllten Saal voll im Griff. Das einzig verbliebene Mitglied der 2005er-Gründungsformation ist Drummer Börgy, der von hinten mächtig Dampf machte. Und da Gitarrist Tobi auch gerne mal ans Mikro wandert, um mit dem Publikum zu kommunizieren, funktioniert man auch als Trio ganz gut. Die Meute tobte zu den Songs des letztjährigen Demos „Rising from the Dark“ und mit dem rasanten Abschlußtrack „Fury from the North“ (auch als Liveclip auf ihrer myspace-Seite zu sehen!) leitete man galant über zu der Macht aus Florida.

Und die legten nach einer extrem langen Umbaupause los wie die Feuerwehr, der übervolle Saal kochte sofort über und die zu Beginn noch etwas reservierte Band spielte sich in einen wahren Rausch. Und mal Allen West in allen Ehren, aber Ralph Santolla ist einfach ein um Längen besserer Gitarrist! Trotz der engen Bühne, auf der Trevor und John ihre Matten kaum voll entfalten konnten, ging hier und heute alles und ich glaube, so engagiert hab ich die Jungs seit 92 nicht mehr gesehen! Vielleicht sollten sie öfter mal wieder in solch „kleinen Puffs“ zocken, wo die Fans quasi auf der Bühne liegen und John mit seinem Mikroständer direkt über den Köpfen der ersten Reihen brüllt. Der Funke aus dem tobenden Saal übertrug sich auf die Bühne und lies diesen Gig trotz nur einer knappen Stunde Spielzeit zu einem denkwürdigen Ereignis werden. Ob man allerdings bei einer solch recht knappen Giglänge auch noch Schlagzeug-und Gitarrensolo im Zugabenteil verbraten muß, halte ich doch für etwas arg überzogen. Da hätte man doch lieber noch einen weiteren Killertrack vom Kaliber „Cause of Death“, „Slowly we Rot“ oder „The End Complete“ gehört. Die eingebauten neuen Songs von „Darkest Day“ fügten sich nahtlos in die Setlist ein, „List of Dead“ oder „Blood to Give“ sind nunmal auch klassischster Obi-Stoff. Mit „Inside“ entließ man die ob der Saunatemperaturen im Saal ausgepowerten Banger in die laue Nacht. Wer nicht dabei war, hat definitiv was verpasst!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu OBITUARY auf terrorverlag.com

Mehr zu SPELLBREAKER auf terrorverlag.com

Mehr zu UNCOVER auf terrorverlag.com