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OBSCURATIS

Ort: Bielefeld - Movie

Datum: 30.07.2006

Nach einem schönen Tag auf der Sparrenburg, auf der an diesem Wochenende das gleichnamige Fest stattgefunden hatte, fanden wir uns gegen 22 Uhr im Movie in Bielefeld ein. Man hatte uns einen Flyer für eine „After-Mittelaltermarkt-Party“ in die Hand gedrückt, bei der weitere Künstler nebst zwei DJs für Unterhaltung am Abend sorgen sollten.

Es hatte schon tagsüber einige Male geregnet, und während es draußen weiter Katzen und Hunde regnete, schauten wir uns im Movie um. Eine schöne Location, wie wir feststellen konnten, nur leider recht leer – was angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Sonntagabend handelte, nicht wirklich verwunderlich war. Ein Gaukler sorgte für Unterhaltung, indem er einige Zaubertricks vorführte (ich möchte IMMER noch wissen, wohin die verdammten Tücher verschwunden sind!). Nach einer Stunde Unterhaltung und (teilweise seltsam anmutender) Mittelaltermusik aus der Konserve regte sich etwas auf der Bühne, die schon mit zahlreichen mittelalterlichen Musikinstrumenten ausgestattet war. Wie ich später erfahren würde, sollte dies das erste Konzert der Mittelaltergruppe auf einer Bühne sein, was man allerdings keine Minute lang bemerkte.

Um 23 Uhr betraten dann in feierlicher Prozession die Musiker die Bühne – zuerst ein hübsches Mädel mit langen dunklen Haaren, das sich an der Trommel platzierte und einen flotten Rhythmus zu spielen begann. Danach enterte der Gaukler – jetzt mit einem Kapuzenmantel bekleidet – die Stage und schlug zur Unterstützung eine Art Gong, bis alle Musikanten hornblasend zu den Instrumenten gegriffen hatten und OBSCURATIS ihre Show mit „Skudrinka“ beginnen konnten. Es folgte – zu meinem Leidwesen – die Geschichte von Herrn Mannelig und das dazu passende Lied, worauf dann allerdings das eigentliche Vergnügen des Abends begann.

In einer raschen Wechselfolge wurden uns amüsante Ansagen von Morti Monumentalis und zwar bekannte, aber facettenreich vorgetragene Stücke wie das Palästinalied kredenzt. Dazu wurden die Künstler unter anderen unterstützt durch den Gaukler Olaf aus Osnabrück, der nicht nur zaubern, sondern auch auf einem großen Ball laufen und allerlei anderes magisches Werk vorweisen konnte. Auch das sorgte dafür, dass OBSCURATIS sich von anderen, kleineren Mittelalterband abheben konnte – das Drumherum macht eben viel aus. Vor allem durch die Einbettung der Stücke konnten OBSCURATIS ihr Publikum – wenn auch nicht zahlreich, aber dennoch voll bei der Sache, tanzend und springend – für sich gewinnen. So wurde bei der Frage nach dem Met zum Anstoßen vor dem Traubentritt – „Ach ja, Met wird ja gar nicht aus Trauben gewonnen… na ja, dann den Bienentritt“ das Lied spontan umbenannt. Es wurden zudem nicht nur Anekdoten erzählt, sondern auch mit dem Publikum gelacht. Von der angeblichen Konkurrenz zwischen Bielefeldern und Osnabrückern merkte man jedenfalls nichts mehr – aber wir waren ja auch nicht im Fußballstadion. Außerdem muss man OBSCURATIS eine deutliche Verbesserung der musikalischen Klänge zugestehen – auf den Hansetagen in ihrer Heimat schlich sich noch der ein oder andere schiefe Ton aus der Sackpfeife dazwischen, davon war hier nichts mehr zu hören. Und nicht zuletzt sind die beiden weiblichen Musikantinnen mehr als hübsch anzuschauen…

Nach einer Dreiviertelstunde Konzert mit viel Spaß und einem abschließenden „We will rock you“ (wer das mal auf einem Dudelsack gehört hat, mag die Urversion ja kaum noch), bei dem das Publikum leidenschaftlich mitging, und dem „Villemann“ als letztem Lied zerstreute sich das Volk wieder in der Halle. OBSCURATIS hatten für gute Unterhaltung gesorgt, verbesserungswürdig – oder eher ein kleines Extra – wären noch das ein oder andere Lied mit Gesang und ein paar eigene Stücke. Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

Setlist
Hörner Intro
Skudrinka 2
Herr Mannelig
In Taberna
Palästinalied
Traubentritt
Pjotre
We will rock you
Villeman og Magnhild

Copyright Fotos: Steve Urbanczyk

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