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OHRBOOTEN – DAS PACK

Ort: Osnabrück - Kleine Freiheit

Datum: 11.12.2009

Fast hätte dieser Bericht passend zur Weihnachtszeit mit „Alle Jahre wieder“ begonnen, doch dann musste ich feststellen, dass es fast zwei Jahre her ist, dass die OHRBOOTEN Osnabrück im Oktober 2007 mit ihrem Besuch beehrt haben. Trübes Wetter gab es damals wie heute und auch bei der Wahl der Vorgruppe waren die Berliner nicht sonderlich kreativ, sondern wählten altbekanntes. Wenn auch im neuen Gewand, denn war anno 2007 noch PENSEN als Vorband an Bord, so war es dieses Mal DAS PACK aus Hamburg… bestehend aus genau zwei Mitgliedern, von denen eines PENSEN ist. Das Prinzip war irgendwie aber dennoch kein neues. Deutsche Texte, die irgendwo zwischen sehr spaßig und nicht ganz peinlich angesiedelt waren und musikalisch in eine eher trashige Richtung gingen. So scheute man auch keine vorsichtige SLAYER-Hommage. Insgesamt wurde das Publikum aber auf eine ordentliche Betriebstemperatur für die OHRBOOTEN gebracht.

Die stürmten dann auch unter großem Applaus auf die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas. Damit niemandem kalt werden musste, legte man mit „Gyp Hop“ und „Man lebt nur einmal“ gleich richtig los und zeigte, was man an diesem Abend vom Publikum erwartete: Einsatz, bis dass der letzte Zipfel des Shirts schweißnass sein sollte. Die explosive Mischung der Musik der OHRBOOTEN, die Elemente aus Reggae, Ska, Rock, HipHop, Punk und vielen anderen Stilen verarbeitet, sorgt dann auch dafür, dass das Konzert zu keiner Sekunde langweilig wurde. Auch wenn die Show ganz klar auf schnelle, tanzbare Songs setzte und das Publikum zum Pogen und Springen animiert wurde, sorgte man sich dennoch dafür, dass die langsam aus der Puste geratenden Fans eine Verschnaufpause bekamen, indem man dann doch einen Gang herunterschaltete und ruhige Dub-Passagen einbaute. Dennoch dauerte es nicht lange, bis in der ausverkauften Kleinen Freiheit der Schweiß begann von der Decke zu kondensieren. Und immer wieder konnten die OHRBOOTEN noch einen draufpacken und die Stimmung halten und sogar steigern. Zur Not holte man sich wie bei „Superman“ zur Unterstützung einfach noch einmal DAS PACK auf die Bühne und gab seine eigenen Songs damit ein ganz neues Klanggewand, was aber wunderbar funktionierte und mit großem Jubel honoriert wurde.

Der Spaß kam bei dem Konzert an keiner Stelle zu kurz. Sei es, dass man sich bei der Zugabe dann auch noch den Affen von PETER FOX ausgeliehen hatte, der gerade Tourpause hatte. Oder gleich auf Nummer sicher ging und einen Klassiker erster Güte zum Besten gab und nur per Gitarre und mit textsicherem Publikum zu Beginn der Zugabe „Bolle“ spielte. Was wäre ein Konzert, bei dem das Publikum kein Shirt gewinnen kann? Die Berliner hatten sich eine besondere Aufgabe ausgedacht und so durfte ein Fan den Tour-Adventskalender öffnen, in dem sich ein Überraschungs-Ei befand. Die Regeln waren einfach: Der Junge Mann musste crowdsurfen, dabei das Spielzeug zusammenbauen (im Idealfall nicht herunterfallen) und schon war das Shirt das Seine. Geschafft hat er es übrigens auch. Nachdem die OHRBOOTEN die Zugabe mit ihrem (wie ich finde) größtem Hit „Und tschüß“ beendeten und den Song auch als extra lange Version spielten, gab es solch langen Jubel und Applaus, dass sie es sich nicht nehmen ließen, noch einmal die Bühne zu betreten, um eine weitere Verlängerung hinterher zu schieben. Wieder einmal lieferte man den Beweis, eine hervorragende Live-Band zu sein.

Setlist OHRBOOTEN
Gyp Hop
Man lebt nur einmal
Freier Fall
Nachricht vom anderen Stern
Ladies Murder Remix
Politix
Kaufrausch
100mal am Tag
Keine Panik
Mit dem Kopf durch die Wand
Bewegung
Superman
Es ist ok
Müde Krieger
Nice day to die
Alle gegen Alle
Autobahn

Bolle
Machine
Eurose
Feuer
Und tschüss

Number one / Dschungelpartei

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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