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OLGAS ROCK 2013

Ort: Oberhausen - Olga Park

Datum: 09.08.2013

Für mich war es 2013 das dritte OLGAS ROCK, insgesamt fand das umsonst und draußen Festival allerdings zum bereits 14. Male statt. Leider konnte der Terrorverlag in diesem Jahr nur am Freitag vor Ort sein und verpasste dadurch das mit SONDASCHULE, SNUFF, MASSENDEFEKT, STEAMING SATELLITES, ABBY, FINDUS und weiteren Bands mehr als beachtenswerte Line-Up des Samstags.

Zum Glück ging das der Mehrzahl der Besucher anders, denn der Ansturm auf das vom Verein RockO veranstalteten Festival im Oberhausener Olgas Park, dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände, war so groß wie selten zuvor. Die Veranstalter hatten sich vorgenommen den 2012er gemachten Publikumsrekord von 26000 Besuchern an beiden Tagen zu knacken.

Der Auftakt am Freitag war auf jeden Fall mehr als vielversprechend, denn im Schatten des alten Förderturmes der an Höhe an diesen Tagen allerdings von einem Bungee-Jumping-Krahn übertroffen wurde, feierten 14000 Besucher ihr Lieblings-Festival.

Während wir uns bei unserer verkehrsbedingt leider etwas verspäteten Ankunft (2013 schien nicht unser Jahr für das OLGAS ROCK zu sein) vor den Toren des Festivals gegen 16.30 Uhr durch Massen von Jugendlichen kämpfen mussten, die ihr mitgebrachtes Bier tranken und sich für die später folgenden Bands warm feierten, war das Publikum auf dem Gelände selbst so bunt gemischt wie das musikalische Programm.

So feierten neben jungen Punks und Metal-Fans auch ältere Semester außerhalb irgendwelcher Szenen und nicht wenige Zuschauer waren zu sehen, die scheinbar nur aus Neugier einmal über das Gelände schlenderten.

Bei TIM VANTOL waren sie alle gut aufgehoben, denn der sympathische Singer/ Songwriter aus Holland, der musikalisch in die Kerbe von Genre-Kollegen wie CHUCK RAGAN schlägt, konnte trotz akustischer Show und „nur“ Gitarre spielend, dennoch gegen die Geräuschkulisse ankommen und die zahlreichen Fans, die die Show direkt vor der Bühne verfolgten und mit reichlich Applaus bedachten durchweg begeistern.

Das Problem „Geräuschkulisse“ kannte die nun folgende Band nicht, denn HIS STATUE FALLS aus dem Saarland waren quasi das genaue Gegenteil von TIM VANTOL. Extremer hätte man den Stilbruch nicht begehen können, denn der krachige Metalcore, den die Band selbst Techcore nennt (jede Band braucht ihre eigene Schublade) ballerte von Beginn an ordentlich los. Und die Fans feierten die Band gleich richtig ab. Bei diesem Gig passte auch alles zusammen, HIS STATUE FALLS waren in bester Spiellaune und hatten sichtlich mehr Spaß als Respekt vor dieser großen Kulisse spielen zu dürfen und konnten daher mit ihrem Auftritt voll und ganz überzeugen.

Stilbruch zum zweiten: Im Anschluss an HIS STATUE FALLS kamen nun erst CHAKUZA und dann OK KID auf die Bühne. Ersterer mit überwiegend eher ruhigerem HipHop, den der sympathische Wahl-Berliner überzeugend performte, was ihm große Begeisterung der gerade in den ersten Reihen auffällig vielen jungen Damen einbrachte, zweitere (OK KID) mit durch elektronische Spielereien und Klangexperimenten durchsetzten Musik, die die Grenze des HipHops hier und da vielleicht einmal streifen mochte, aber dennoch einen ganz eigenen Stil hatte.

Was machten die Fans von HIS STATUE FALLS oder das nur auf ITCHY POOPZKID wartende Punk-Publikum zu dieser Zeit? Auch dafür bot das OLGAS ROCK genügend Lösungen. Das kulinarische Programm war zwar festivaltypisch aber vielfältig und konnte mit fairen Preisen aufwarten. Erwähnenswert ist auf jeden Fall ein Obststand, der erstaunlich gut angenommen wurde. Warum auch nicht statt der obligatorischen Pommes mal einen Früchtebecher essen. Eine sehr gute Idee, die hoffentlich von anderen Festivals übernommen wird. Ebenso gab es einige Verkaufsstände oder auch einen Informationsstand der Tierrechtsorganisation PETA.

Musikalische Abwechslung zum Dritten: Die MONSTERS OF LIEDERMACHING lassen sich musikalisch nun wirklich nicht so einfach in Schubladen verfrachten, sind aber auf Stadtfesten und Festivals omnipräsent und ein Garant für gute Stimmung. Im weitesten Sinne vielleicht A Capella verstärkt mit einer Gitarre liefern die 6 Stimmen lustige Texte zum mitsingen und mitfeiern, manches Mal zu altbekannten Songs aber immer mit neuem Witz. Ob nun „Marzipan“ oder „Tod in der Nordsee“, das OLGAS ROCK Publikum zeigte sich textsicher und selten ging es mehr ab bei einer A Cappella Band.

Zum Abschluss dieses bis auf ein paar wenige Tropfen trockenen ersten Tages stiegen dann die Punkrockhelden von ITCHY POOPZKID in den Ring bzw. auf die Bühne. Die meisten vor den Toren sitzenden Leute hatten mittlerweile ihr Bier getrunken und waren aufs Gelände gekommen, und es wurde nun richtig voll vor der großen Bühne. Aufgrund des weitläufigen Geländes konnte aber jedermann, der keine Lust auf Pogo hatte, dem Gedränge leicht entkommen und sich das Konzert aus einiger Entfernung ansehen, sogar auf einer LED-Leinwand, die eine nette Ergänzung aber nicht wirklich nötig war. Dort wurden auch die Bilder einer fliegenden Kamera-„Drohne“ übertragen, die ITCHY POOPZKID abzuwerfen forderten, da es sich bestimmt um Überwachung durch die NSA handeln musste. Nur eine der witzigen Ansagen mit denen die Sympathen sich durch ihr Programm rockten.

Nebenbei gab es noch richtig gute Musik, denn ITCHY POOPZKID spielten ein Set, dass eigentlich kein Auge trocken und schon gar keine Wünsche übrig ließ. Ehrensache, dass auch Sibbi wieder auf seinem Gitarrenkoffer crowdsurfte. Ein besonderer Respekt ging außerdem von der Band an einem Rollstuhlfahrer, der sich mitsamt seines Gefährts über die Zuschauer tragen ließ. Die aufmerksamen Securitys holten diesen dann sicher auf den Boden der Tatsachen zurück.

Der Freitag war auf jeden Fall wieder ein gelungener Festivaltag und es bleibt der feste Vorsatz, im nächsten Jahr frühzeitig vor Ort zu sein und das Festival an beiden Tagen zu besuchen. Verdient hat es das OLGAS ROCK allemal.

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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