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AND ONE – BEYOND OBSESSION

Ort: Leipzig – Haus Auensee

Datum: 09.05.2015

AND ONE und Leipzig, das ist schon eine kleine Liebe und somit auch nicht verwunderlich, dass sich die 4 Herren von AND ONE am letzten Samstag die Ehre in der Messestadt gaben. Und auch wir machten uns am 9. Mai kurz vor 18 Uhr auf in einen tollen Electro-Abend im Haus Auensee. Wie beliebt AND ONE sind, konnte man schon aus der Ferne erkennen, wenn man kurz vor Einlass den Außenbereich der Location betrachtete. Auch wenn das Konzert nicht ganz ausverkauft war, so war der Platz im Innenraum doch schon recht knapp. Dieser Aspekt mag sicherlich auch ein bisschen dem „Partnerstädteprogramm“ der aktuellen AND ONE-Tour geschuldet sein. Denn die Idee dahinter ist so simpel wie genial: die Band wollte allen treuen Fans, die regional nachreisen und sich somit auch mehrere Konzerte ansehen, die Möglichkeit geben, jedes Mal ein mehr oder weniger einzigartiges Konzert zu genießen – ohne dabei immer haargenau die gleich Show serviert zu bekommen. So waren zum Beispiel Berlin und Potsdam oder wie in unserem Fall Leipzig und Erfurt Partnerstädte, bei denen sich die Fans auf verschiedene Setlisten und somit unterschiedliche Konzerterlebnisse freuen durften. In Anbetracht der etwas größeren AND ONE-Diskographie mangelt es natürlich nicht an einer hinreichend großen Songanzahl.

Pünktlich um 19 Uhr betrat der Support BEYOND OBSESSION die Bühne, mit im Gepäck hatte man das vor gut einem Monat veröffentlichte Album „Pieces of Machinery“. Musikalisch bewegten sich die 3 Herren im 80er Jahre Synth-Pop-Stil von DEPECHE MODE, ERASURE und Co. – was ich aber keinesfalls schlecht fand. Von nett arrangierten Balladen bis hin zu frischen club- und tanzflächentauglichen Tracks war eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei. Und natürlich könnte man sich jetzt streiten, ob man denn nicht das ein oder andere schon einmal irgendwo gehört hat, aber wenn man nur ihren Auftritt bewertet (und darum geht es hier ja vordergründig), dann war das eine gelungene Show. Als Support durchaus eine gute Wahl.

Nachdem nun alle Anwesenden die Möglichkeit hatten, sich bei dem Auftritt der Vorband „warm zu tanzen“, enterten dann AND ONE noch einer kurzen Umbauphase die Bühne im gut besuchten Haus Auensee und starteten mit „An alle Krieger!“ und „Wasted“ in einen 38-Songs währenden Konzertabend. Die Fans brauchten natürlich nicht lange, um sich von dem Bewegungsdrang und der Energie Steve Naghavis anstecken zu lassen. Immer wieder faszinierend zu sehen, mit welcher Leidenschaft er Show für Show die Hallen zum Kochen bringen kann. Danach folgte ein schöner Mix quer durch die Bandgeschichte, von älteren Hits wie „Driving with my Darling“ oder „ Techno Man“ bis hin zu neueren Stücken der aktuellen Alben. Besonderes Augenmerk lag dabei auch auf langsameren und zum Teil sehr emotionalen Songs wie „Zeit ohne Zeit“ oder „Unter meiner Uniform“ – textsicher begleitet von einem Großteil der Fans. Und getreu dem Motto „… wir pogen, wir toben, wir feiern (das kann ich alles bezeugen), wir reiern (das wiederum nicht)…“ durften natürlich auch härtere Stücke wie „Metallhammer“, „Männermusik“ oder „Deutschmaschine“ in den fast 3 Stunden AND ONE nicht fehlen.

Aber wie es bei jedem Konzert der Fall ist, muss leider irgendwann auch mal Schluss sein. Ohne Zugabe bzw. wie in diesem Fall ohne Zugaben (wir reden hier nämlich von ganzen 12 Songs!) durften AND ONE das Haus Auensee jedoch nicht verlassen, und so hieß es unter anderem noch einmal voller Einsatz bei Songs wie „U-Boot-Krieg in Ostberlin“, „Big in Japan“ oder „Military Fashion Show“. Mit einem Augenzwinkern verabschiedeten sich die 4 Herren dann mit „Pimmelmann“ und „Klaus“ von ihren euphorischen Fans.

Mein Fazit: Im Voraus hatten AND ONE ja angekündigt, dass sie mit ihren Fans auf der aktuellen Tour laut und feucht feiern wollen. Und diese Konzept ging, meiner Meinung nach, voll auf. Zugegeben – ich neige ja auch manchmal dazu, mich bei manchen Konzerten über die etwas zu einseitige bzw. „aktuelle“ Setlist zu beschweren, wobei man natürlich zumeist das neue Studiowerk bewerben möchte. Das konnte ich in diesem Fall, aufgrund der wirklich gut durchmischten 38 Songs, definitiv nicht. Und irgendwie waren am Ende dann doch alle froh, dass Herr Naghavi sein Vorhaben, das Kapitel AND ONE abzuschließen, nicht in die Tat umgesetzt hatte und uns diesen hervorragenden Konzertabend bescherte.

Setlist AND ONE (ohne Gewähr)
An alle Krieger!
Wasted
Goodbye Germany
Zerstörer
Steine sind Steine
The Other Side
Everybody Lies at Night
Krieger
Somebody’s Song (CONDITION ONE Cover)
Unter meiner Uniform
Traumfrau
But Not Tonight (DEPECHE MODE Cover)
Für
Mirror in Your Heart
Love Me
Für immer
Zeit ohne Zeit
Keiner fühlt’s wie wir
High
Get You Closer
Driving With My Darling
Die Stille vor dem Ton
Metalhammer
Männermusik
Deutschmaschine
Take Some More

U-Boot-Krieg in Ost-Berlin
Speicherbar
Sternradio (Mit DEPECHE MODE-„Photographic“ Snippet)
Big in Japan (ALPHAVILLE Cover)
Second Voice

Back Home
Techno Man
Military Fashion Show
Sometimes
Shouts of Joy
Pimmelmann
Klaus

Copyright Fotos: Ireen Lampe

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