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OPEN FLAIR 2012

Ort: Eschwege

Datum: 09.08.2012 - 12.08.2012

Freitag

Freitagmorgen – 8 Uhr. Während ich schon im Auto auf dem Weg zum Open Flair bin, erwacht zu diesem Zeitpunkt so langsam der Zeltplatz aus seinem Katerschlaf und die Ersten öffnen bestimmt schon ihre erste Dose Bier. Pünktlich angekommen geht es auch direkt auf der Hr3 Bühne mit LUXUSLÄRM los. Frontfrau „Jini“ hatte ich noch als kleines Mädchen in meinem Kopf, aber was da auf der Bühne stand, war eher eine Rampensau. Mit ihren vier männlichen Begleitern lieferte sie einen 40 minütigen starken Auftritt hin.

Bunt, Bunter, am Buntesten? WOHNRAUMHELDEN. Die zwei Neon-gekleideten Liedermacher sind doch schon sehr unterhaltsam und bringen den Einen oder Anderen zur früher Stunde zum Schmunzeln und Lachen. Aber die Menge will tanzen und das kann man an diesem Tage wohl am besten zu SKINDRED. Mit ihrem Mix aus Reggae, Metal und Punk zieht die Band aus Newport die Leute vor die große Bühne und gibt eine gute Stunde Vollgas. Auch ich habe mich bei SKINDRED gut ausgepowert und muss erst mal etwas essen.

Geländemässig ist alles beim Alten geblieben, und somit findet man direkt den leckeren Eisstand am selben Platz wie letztes Jahr. Schnell noch ein Stück Fleisch zwischen die Zähne und schon ertönt der brachiale, scheppernde Sound von unseren 5 Lieblings-Thüringern HEAVEN SHALL BURN. Jipi es lautet Wall of Death und Co.. Das Beben der Erde muss bis in den Nachbarort zu spüren sein. Harter Sound wird durch deutschen Punk auf der Freibühne verdrängt: BETONTOD. Mit ihren Liedern machen sie ordentlich Stimmung, vor allem mit dem programmatischen „Saufen“. Auch neue Songs vom aktuellen Werk „Entschuldigung für Nichts“ werden präsentiert.

Danach geht es etwas ruhiger, gemütlicher (ja etwas für die Mädchen) mit MADSEN weiter. Dementsprechend ist es auch voll vor der Bühne. MADSEN spielen ihre größten Hits (die wohl jeder Radiogeschädigte kennt), einige neue Songs und ein paar Covertracks. Mit den Coverversionen ist das meiner Meinung nach so eine Sache, manchmal sollte man es einfach sein lassen und den Song – Song sein lassen. Danach gab es jedenfalls weitere, in dem Fall wilde Fremdbearbeitungen von den LENINGRAD COWBOYS. Und DIE waren Super! Outfit – Show 1A. Muss man einfach gesehen haben.

Auf Altrocker hatte ich an diesem Abend keine Lust, ich wollte mal was Neues am und auf dem Open Flair sehen. So begab ich mich nach 4 Jahren Open Flair Zeit (für mich) zum ersten Mal zur Seebühne. Schön ist es hier, dachte ich mir. Ein komplett separates Areal mit Bühne und See. Zwar etwas kalt, aber dagegen taten MAX HERRE und SAMY DELUXE & TSUNAMI BAND schon etwas. HipHop ist zwar nicht ganz so meine Musik, aber Spaß hat es dennoch gemacht.

Abends gab es noch die Spezial Open Flair Riesen Pizza für 3€ in der Stadt. Mit vollem Magen schläft es sich auch einfach besser.

Samstag

Seid ihr bereit für die Schule? Vor Jahren an einem Samstag hätten die Leute Nein geschrien, aber in diesem Falle lautete die Antwort JA. Denn es war Zeit für SONDASCHULE. Ich habe um 14 Uhr noch NIE so viel Menschen vor einer Hauptbühne gesehen und alle hatten ihre Ska- und Pogo-Schuhe an. Costa startet wohl die schmerzhafteste und amüsanteste Umfall-La Ola seit Zeiten. Die Leute bekommen einfach nicht genug und somit spielen die Jungs um 1 Uhr abends noch ein Zusatzkonzert auf der Seebühne. Wahnsinn.

Weiter ging es mit den Tanzschuhen zur Freibühne, denn dort starteten RADIO HAVANNA. Mit ihrem durchaus politischen Punk und ihrer dabei doch sehr sympathischen Art und ohne dieses Gefühl, dass sie jemandem etwas aufzwingen wollen, gefielen die Jungs dem Publikum. ZEBRAHEAD aus Orange-County performten unter anderem Songs von ihrem aktuellen Album „Get nice!“ (wie zum Beispiel „Blackout“, „Ricky Bobby“ und „Nudiest Priest“) unter einen schönen Hawaii Deko aus Plastikpalmen und einer Bar. Gecovert wurde unter anderem auch das BRITNEY SPEARS-Original „Oops, I did it again“, was das Publikum sehr amüsiert.

Dass JENNIFER ROSTOCK (Weist) es sehr gern anzüglich mag und ihre Ansagen fast alle unterhalb der Gürtellinie sind, ist ja nichts Neues. Aber da alles genau so war wie bei einer TV-Aufzeichnung für ZDF Kultur, war es dann schon sehr langweilig. Während also “die rechte Schamlippe und die linke Schamlippe auf den Kitzler zurennen”, stehen einige Menschen etwas schockiert in der Menge. Open Flair ist auch etwas für Kinder, vielleicht sollte die Band mal darüber nachdenken.

Guten OI-Punk aus Düsseldorf gab es dann gegen 20 Uhr auf der Hr3 Bühne von den BROILERS. Das, was da passierte, war einfach groß. Sowohl die Band als auch das Publikum schienen schlicht und einfach eine richtig gute Zeit zu haben. Es hätte gern einfach so weiter gehen dürfen, diese Band war definitiv ein Highlight des gesamten Wochenendes.

BEATSTEAKS und TWO DRUMMER SUMMER – nicht nur eine wirklich FETTE Leinwand gab es, sondern auch 2 Schlagzeuger (wie der Name schon sagt). Und wie nicht anders erwartet, lieferten die Jungs aus Berlin eine perfekte Show. Mit den einen oder anderen netten Effekten. Sie spielten viele Songs vom aktuellen Album „Boombox“ wie „Automatic“ und „House on Fire“. Außerdem natürlich „Frida und die Bomben“, was das Publikum komplett ausrasten ließ. Zur Zugabe kam Sänger Arnim mit einem schicken glitzernden Blazer auf die Bühne und pustete noch einmal eine Runde Konfetti ins Publikum.

Sonntag

Der Tag, an dem die Leute wehmütig werden und etwas Aufheiterung vertragen können – wer könnte dieses besser als KEULE. Das Spaßtrashduo aus Berlin eröffnete den Tag und sorgte direkt für lustige Stimmung. Um 14:00 Uhr ließ der eine oder andere seine Jugend mit YELLOWCARD wieder auferlegen. Die Show war wirklich klasse, auch neue Songs vom aktuellen Album „When you´re through thinking, say yes“ standen natürlich auf dem Programm.

Zwei Bands, die nie auf einem Open Flair fehlen dürfen, sind DAS PACK und die MONSTERS OF LIEDERMACHING. Als erstes starteten DAS PACK mit ihrem Zweimann-Gutelaune-Punk. Im direkten Anschluss die Monsters, und ein Mitglied befand sich doch noch auf der Freibühne? Das Problem gab es im Vorjahr schon, nur in umgekehrter Reihenfolge. Die Lösung war jedoch ebenfalls die gleiche wie im Jahr zuvor. Zum letzten Song stürmen einfach alle Mitglieder der MONSTERS OF LIEDERMACHING die Bühne, drei Schlauchboote werden hervorgebracht und die komplette Band wird einfach hinüber zur anderen Bühne getragen. Bandmitglieder, die ihre Fähre verpassen, werden kurzerhand von einem Security hinter hergeschleppt. Alle an Board, sitzen die sechs Liedermacher auf der Bühne und unterhalten wie jedes Mal gut das Publikum. Die Monster hatten die Leute scheinbar so sehr ausgepowert, dass bei den WOMBATS nicht mehr so viel los war, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

BOYSETSFIRE – zum Glück gab es ein Comeback! Sie machten ihren Namen alle Ehre und sprangen für ihr Alter ziemlich fit auf der Bühne herum. Einfach super! Bevor aus um 22 Uhr mit dem Headliner weiter ging, war erst mal Auto packen angesagt, um Abreise Stress/ Stau zu vermeiden. Um 22:15 war es endlich soweit. KORN betraten die Hr3 Bühne. Doch stimmlich klang Sänger Jonathan etwas dünn/ schwach. Größentechnisch sollte man KORN einmal gesehen haben, wieder Erwartens gab es bei der Band aus Bakersfield, Kalifornien kaum Crowdsurfer. Trotzdem ein guter Abschluss des Festivals.

Die Security war auch dieses Jahr wieder einmal der Hammer und für den einen oder anderen die wirklichen Stars. Ein Dank an die Veranstalter und Helfer, die wieder einmal ein gelungenes Festival veranstaltet haben. Die ersten 1.000 Frühbuchertickets für das Open Flair 2013 waren in nur 5 Minuten vergriffen, wer sparen will, sollte sich also beeilen.

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