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OPEN FLAIR 2016

Ort: Eschwege

Datum: 10.08.2016 - 14.08.2016

2016 fand das Open Flair bereits zum 32.Male statt und erneut war es – natürlich – ausverkauft. Über fünf Tage, ich wiederhole FÜNF TAGE, erwartete die Besucher ein volles Programm, so voll, dass es unmöglich war, ALLES zu sehen.

Angefangen von dem Kinderprogramm mit einem Zirkus, Lesungen, Theater, Mitmachaktionen und dem riesigen Spielfeld beim Werdchen. Dazu gab es Walkacts wie die Gänsekapelle und die Wildschweine, die nicht nur die Kleinen unterhielten. Auch der Space-Ci-Men, die Babies und Les Tonys drehten unermüdlich ihre Kreise durch das weitläufige Gelände, um die Besucher zu unterhalten und für Fotos bereitzustehen. Das kleinste Taxi brauste zwischen den Leuten umher und Dundu, eine 5 Meter große Marionette, gesellte sich dazu. Die Walkacts traf man aber auch in der Eschweger City an, denn dort musste man entlang, um vom Werdchen mit der HR3 Bühne, der Freibühne und dem kleine E-Werk entweder zum Schloßpark, zur Seebühne oder zur Waldbühne zu gelangen. Abends gab es auf den Wegen die ein oder andere Licht- und Wasserinstallation zu entdecken.

Der Weg zwischen Seebühne, Camping Area und Hauptbühne war gepflastert mit Essens- und Getränkeständen. Nicht nur eine bekannte Supermarktkette hatte ein eigenes Zelt aufgebaut, auch die Anwohner nutzten die Möglichkeit und boten gekühlte Getränke an. Je später der Abend, desto mehr glich der von Fachwerkhäusern dominierte Ort einer Remmidemmi-Party-Flaniermeile. Party war auch auf dem Campingplatz angesagt. So gab es neben Bierpong und anderen Spielchen Generatoren, die fette Musikanlagen und Kühlschränke speisten. Am Becks-Truck fanden Livegigs statt. So konnte man bei ELFMORGEN sein Können bei der Schubkarre of Death unter Beweis stellen oder mit SCHMUTZKI in den Tag feiern. Wer den Auftritt von BLACKOUT PROBLEMS beim Becks-Truck verpasst hatte, der hatte am Freitag die Möglichkeit, die Band auf der Seebühne zu sehen. MEUTE war nicht nur als Walkact unterwegs, sondern trat am Freitag auch auf der Seebühne auf.

Sogar das Wetter bot ein weitgefächertes Programm von Nass, Kalt und Trüb bis hin zu gleißender Sonne und Hitze. Für einen Tag war Sommer, und das nutzten etliche, um im Werrartalsee zu schwimmen. Wem mehr nach Comedy und Kabarett war, der konnte u.a. von MUNDSTUHL, MICHAEL KREBS und ÖZCAN COSAR gut unterhalten werden. Ergänzt wurde das Kleinkunstprogramm von Lesungen und dem Open Flair Slam. Näher kam man seinen Idolen bei diversen Autogrammstunden. Als weiteres Zusatzprogramm gab es Bubble Soccer, eine Chill-out-Area und wer es noch ruhiger wollte, der konnte diese in der gleichnamigen OASE finden. Neben Party war aber auch Politik ein großes Thema, so gab es Infostände von Greenpeace, Sea Shepherd und Animal Equality auf dem Gelände. Politisch gaben sich auch etliche Bands, und immer wieder gab es Becherspenden-Aufrufe für Viva Con Agua. Kaffee und die beste Nussecke „aller Zeiten“ gab es hingegen es von der Kommune Niederkaufungen.

Mittwoch

Strategisch sehr gut als Opener gewählt waren die „fünf Fragezeichen“, hinter denen sich keine Geringeren als die DONOTS verbargen. Dementsprechend groß war der Andrang am Mittwoch vor der offiziellen Eröffnung und der Einlass kam nicht hinterher, so dass die Ibbenbürener mit 30 Minuten Verspätung auftraten. Schon da war klar, es würde schwer werden, den Auftritt der Punkrocker zu toppen. Nicht nur dass zwei junge Herren zu „Das Ende der Welt ist längst vorbei“ blankzogen und dann auch noch crowdsurften (laut Festivalverordnung sogar in Kleidung nicht gestattet), ging auch Sänger Ingo direkt ins Publikum und gemeinsam wurde zu dem Song „Kaputt“ die erste Abrissbirne des Festivals geschwungen.

Die Nächste folgte, zwar mit deutlich weniger Besuchern, zu der Punkband FLAG (ehemals BLACK FLAG) und WIZO, die das Festival mit Werbung für ihr neues Album zupflasterten.

Donnerstag

Am Donnerstag schlugen die DESCENDENTS in die gleiche Kerbe. Leider war an diesem Tag das Wetter ein asoziales Arschloch und bescherte zu MONSTERS OF LIEDERMACHING einen gepflegten Regenschauer, der das Partyvolk aber nicht vom Feiern zu „Cola Korn“ abhielt. Wer sich nicht warm tanzen wollte, für den gab es an diesem Tag am Weinstand sogar Glühwein! Die KILLERPILZE, die ihrem Teenie Image entwachsen sind, bewegten die Masse zum Crowdsurfen und T-Shirt schleudern. Sänger Johannes surfte auf einem Instrumentencase über die Fans hinweg, während in der ersten Reihe die Mädchen dicht an dicht standen.

Bei den Wort-Textakrobaten von DAS LUMPENPACK war Konfetti-Party mit Polonaise angesagt, das Duo sang über „Heilpraktiker“, „Guacomole“, und „Buntes Papier“ widmeten sie einem Baum. Stimmung brachten LE FLY u.a. mit „Wir wollen nach Rio“. Das Publikum kam nicht zur Ruhe, denn vor LE FLY hatten schon DAS PACK die Anwesend gut mit „Du bist eine Nutte“ und „Pferdeapfel“ bespaßt.

Freitag

Freitag ging es nun gleich auf drei großen (HR3, Freibühne, Seebühne) und den kleinen Bühnen (Kleinkunstzelt, E-Werk, Schlosspark-Bühne, Weinzelt) munter in das verlängerte Wochenende. Gestartet wurde mit TRASHIKIDS aus Eschwege und GRIZZLY aus Karlsruhe eröffneten die HR3 Bühne, auf der an diesem Abend auch die Metalcore-Helden PARKWAY DRIVE auftraten und Hits wie „Destroyer“, „Vice Grip“ oder „Devil’s Calling“ mit dabeihatten. Zuvor sorgten FEINE SAHNE FISCHFILET für politisch korrekte Ansagen und musikalische Partystimmung mit „Komplett im Arsch“. Dagegen beeindruckte die Sängerin Milo von RHONDA mit ihrer Stimme. Im Anschluss tobten extrem zappelig und übertrieben ANDY FRASCO & THE U.N. über die Freibühne und die Fans davor.

Mit GROSSSTADTGEFLÜSTER war eine weitere Frontfrau am Start, und gemeinsam wurde zu „Fickt Euch alle“ und „Kartoffelsuppe“ gesprungen. Zur Stärkung gab es im Anschluss Maultaschen mit Käsespätzle oder doch lieber Pulled Pork, indisches Essen oder ein Handbrot? Zu MASSENDEFEKT kam dann die Action vom Publikum, das zu „Der Hoffnung entgegen“ und „Wenn Du fühlst“ ihre sympathischen Helden feierte. Sympathisch auch der Auftritt von MADSEN, deren Song „Du schreibst Geschichte“ zum Mitsingen einlud und gemeinsam wurden zu „Leuchttürme“ die Arme geschwenkt. SUM 41 waren mit ihren Hits „Still Waiting“, „Walking Disaster“ und „Motivation“ an diesem Tag der Abräumer auf der HR3 Bühne.

Wer den 15-minütigen Fußmarsch auf sich nahm, der konnte sich an diesem Tag zu dem Post-Punk von JOHN COFFEY austoben, in den Songs von CÄTHE abtauchen oder der Energie und dem Feuer von SALTATIO MORTIS erlegen.

Samstag

Der Samstag war mit FANTA 4 und Sommerfeeling DER Festivaltag schlechthin! Obwohl es um die Mittagszeit etliche an den Werratalsee und vor die Eisbuden trieb, fanden sich viele Leute zu dem Auftritt der Band VON BRÜCKEN (EX JUPITER JONES) ein. Im Anschluss holten KEULE nicht nur Dixi-Klos auf die Bühne, sondern auch kostümiertes Partyvolk mit „Ich hab dich gestern Nacht auf Youporn gesehen“ vor die Bühne. Moritz mit seinem Penishut schaffte es sogar auf die Bühne. BOYSETSFIRE kämpften mit den sommerlichen Temperaturen und Nathan spendete zu Recht einen Dank an die Security für ihren Einsatz. So versorgten sie die ersten Reihen nicht nur mit Wasser, heizten die Stimmung ein, warfen Konfetti, Federn und Mehl und trieben ihren Schabernack, auch fischten sie die Crowdsurfer in jeder Gewichtsklasse ab.

Langsam nahm die Sonne an Kraft ab und mehr Besucher strömten auf das Gelände zu WOLFMOTHER, die auf Energiesparflamme performten, da sie sich in andern Sphären bewegten. Zu BOSSE standen die Fans dicht an dicht und der tanzende Axel Bosse ignorierte seine Höhenangst und stieg die Leiter hinab um sich zu „3 Million“ ins Publikum zu begeben. Der Headliner des gesamten Festivals waren DIE FANTASTICHEN VIER, und so quoll das Gelände mit Besuchern über. Sogar die Polizei Nordhessen twitterte die Meldung, dass mit langen Wartezeiten beim Einlass zu rechnen sei. FANTA 4 legten mit „Was geht“ los und sagten erst einmal „Danke“. Die Warteschlange am Einlass war bei dem Song „Sie ist weg“ immer noch beachtlich. Spätestens zu „MFG“ hatten alle ihren Weg zur Bühne gefunden und feierten mit FANTA 4.

Wer im Anschluss noch voller Energie war, der konnte das Tanzbein zu dem Ska von JAYA THE CAT schwingen oder sich zur Seebühne begeben, um mit J.B.O.,den wahren Verteidigern des Blödsinns, den Abend ausklingen zu lassen. Highlight auf der Seebühne an diesem Tag waren neben FJORD natürlich JENNIFER ROSTOCK, die mit fetter Bühnenshow, gelenkigen Beinen und einer „krassen“ Stimme das Jungvolk anzog. Mit „Feuer“ legten die Wahlberliner los, dann schnell noch ein Schnäpperken und weiter ging es mit „Kopf oder Zahl“ und „Es war nicht alles schlecht“.

Sonntag

Ehe man sich versah, war es nun schon Sonntag und die Seebühne wurde an diesem Tag abgebaut. Einige waren schon mit dem Packen ihrer Autos beschäftigt, so dass zu der Berliner Formation SCHLUCK DEN DRUCK nur eine Handvoll Leute anwesend waren. Doch die HR3 Bühne füllte sich mehr und mehr, und zu MOOP MAMA herrschte wieder eine ausgelassene Partystimmung bei den Stücken „Die Erfindung des Rades“ und „Facedance“, als sei heute nicht der letzte Festivaltag. Leider nahm die Besucherdichte im Anschluss bei CLUTCH unverständlicher Weise ab (mir auch unverständlich, Anm. des Chefred.). Reger Andrang herrschte wiederum beim Auftritt von LIEDFETT, die den Nerv des Publikums mit „Kommst Du mit“ und „Sowie Du Bist“ trafen.

Das Line up war auch heute wieder gut abgestimmt, so folgte auf die Skandinavier ROYAL REPUBLIC, die ihre Fans mit „Everybody wants to be an Astronaut“, „Tommy-Gun“ und „Full Steam Spacemachine“ einheizten, mit THE HIVES eine weitere schwedische Band. Neben massenhaften Sprüngen und Bühnenaction von Pelle gab es mit „Come on!“ und „Walk Idiot Walk“ weitere Songs, die zum Tanzen einluden. Die Headliner Position besetzten LIMP BIZKIT, die gleich zu Beginn den Knallersong „Rollin’“ raushauten und natürlich durfte „My Generation“ auf ihrer Setlist nicht fehlen. Irgendwann verloren sich LIMP BIZKIT jedoch in Coverversionen und damit büßten sie auch Zuschauer ein. Selbst „Behind Blue Eyes“ stimmte einen mit dem Auftritt nicht mehr versöhnlich. So klang das Open Flair mit einem kleinen Wermutstropfen aus, der allerdings in Anbetracht des restlichen Programms nicht sonderlich ins Gewicht fiel…

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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