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OUT OF LINE FESTIVAL 2007

Ort: Hamburg - Markthalle

Datum: 10.11.2007

Wie fast jedes Jahr fand die Out of Line Festival Tour im November statt, auch diesmal machte sie wieder Station in der Hamburger Markthalle, sie war gut gefüllt, aber beileibe nicht ausverkauft. Headliner waren nach längerer Live-Abstinenz HOCICO und gleich zwei Newcomer wurden ins Fegefeuer geworfen: DIN [A] TOD und die Schweden ASHBURY HEIGHTS.

Pünktlich um 20 Uhr enterten DIN [A] TOD in der Livebesetzung Sven und Claudia die Bühne. Rund eine halbe Stunde hatten sie Zeit, ihre minimalistisch elektronische Musik, die mich leicht an alte „Rock & Wave“ Sampler bzw. P.I.L. erinnerte, darzubieten. Ca. 30 Leute hatten es sich vor der Bühne bequem gemacht, es gab leichte Bewegung im Auditorium, der Rest hielt sich etwas reserviert auf den Treppen, bzw. im Hintergrund auf. Den Großteil des Sets absolvierte der mit Sonnenbrille und hellblauer Gitarre bewaffnete Sven als Sänger. Für zwei Songs trat er das Mikro an Claudia ab, im Hintergrund liefen stimmige, auf die Musik abgestimmte, assoziative Bilder aus der Antike.

Nach einer kurzen Umbaupause wurde es Zeit für ASHBURY HEIGHTS. Anders und Yaz boten dem Publikum gefälligen 80er angehauchten Midtempo-Elektro, der recht gut ankam. So versammelten sich ein paar mehr Leute vor der Bühne. Gesanglich wechselten sich beide ab, wobei jedoch Yaz gelegentlich ihre Einsätze verpasste und dies mit verlegenem Lächeln zu überspielen versuchte, ebenso war ihre Stimme bei den Ansagen teilweise so dünn, dass nicht immer alles verständlich war. Beiden Formationen merkte man schon recht deutlich die Nervosität, erstmals und dann gleich vor einer verhältnismäßig großen Zuschauerzahl zu spielen, an.

Mit PROCEED wurde es dann sicherlich Zeit für das erste Highlight vieler angereister Fans. Im Gepäck hatten sie ihre aktuelle VÖ „Laut“ und dies war auch Programm für die nächsten rund 35 Minuten. Stilistisch stimmten sie sicherlich auch schon auf den Co-Headliner SPETSNAZ ein. Sänger Andre bot eine straighte, schnörkellose Show, die selbstredend auch den Song „Laut“ enthielt. Nach den etwas ruhigeren Openern nahm auch das Publikum ihre Show sehr wohlwollend auf und so wurde fleißig vor der Bühne getanzt und geschubst. Andre hatte sichtlich Spaß daran, seine Vocals ins Auditorium zu shouten und so wurde ihr Auftritt entsprechend enthusiastisch gefeiert.

Seit ihrem letztjährigen Support von AND ONE muss ich gestehen, dass ich immer ein bisschen hoffe, dass Pontus und Stefan wieder eine kleine Prügeleinlage bieten und der Gig abgebrochen wird. Aber anscheinend haben sich die beiden wieder richtig lieb und so konnte die Old-School EBM-Party ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. „Party“ ist sicherlich eine gute Umschreibung für einen Gig von SPETSNAZ. Man merkt ihnen an, wie viel Freude sie daran haben, sich live zu präsentieren. So zeigte sich Pontus wieder mal als agiler und gut gelaunter Frontmann, während Stefan ordentlich die Drums malträtierte. Sie boten einen guten Querschnitt ihres Schaffens, u.a. „Darkling“ und „Perfect Body“, welches von Pontus (mal wieder) mit einem lockeren „It’s about me“ angekündigt wurde. Mit dem letzten Titel „Hardcore Hooligans“ konnten sich alle noch mal austoben.

Nach einer etwas längeren Schaffenspause und damit aufkommenden Trennungsgerüchten hatten sich Erk und Racso wieder an die Arbeit gemacht, gleich zwei neue Maxis im Gepäck und auch ein neues Album ist für 2008 avisiert. Während man bei den vorangegangenen Bands locker aufs Ohropax verzichten konnte, erhöhten HOCICO die Dezibelschlagzahl so sehr, dass hier Gehörschutz schon fast Pflicht war. Ein infernalisches Intro leitete den Gig ein, im Hintergrund durchlief man eine bizarre Landschaft à la „Blair Witch Project“ und „Spirits of crime“ leitete den Gig nun endgültig ein. Im Verlauf der insgesamt rund 60 Minuten tobte auf der Bühne Erk und davor der Mob. Man merkte förmlich, wie der Schweiß von der Decke tropfte. Die Setlist enthielt alles, was der Fan erwartet, „Forgotten Tears“, „Banished“ und wenn ich Erks Stimme richtig vernommen hab, heißt ein neuer Song „Fat up“. Auch hier gab es keine Reserviertheit ob eines neuen Tracks, sondern es wurde einfach weitergefeiert.

Mit der Zugabe „Odio bajo el alma“ ging ein gewohnt routinierter Gig von HOCICO zu Ende und hinterließ eine Menge glücklicher Fans. Da aber mit der Dauer sicherlich das Livekonzept schon sehr bekannt und vorausschaubar ist, wäre vielleicht auch für HOCICO der Weg interessant, den Labelkollege Andy mit COMBICHRIST gegangen ist. Ein dritter Mann an den Drums wäre bestimmt eine noch kraftvollere Komponente für HOCICO.

Copyright Fotos: Susanne Schuchardt

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