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OVERKILL – PRONG – ENFORCER – DARKOLOGY

Ort: Osnabrück - Rosenhof

Datum: 07.11.2014

Dreimal USA, einmal Schweden – auf den ersten Blick eine etwas ungleiche Aufteilung, aber wenn man die Namen liest, wird schnell klar, was Sache ist. OVERKILL beehren Deutschland einmal mehr und haben ihre Landsleute von PRONG und DARKOLOGY mit eingepackt. Und weil es stilistisch so schön passt und scheinbar noch Platz im Bus war ludt man die Schweden von ENFORCER direkt mit ein.

Los ging es an besagtem Freitagabend im Rosenhof zu Osnabrück aber mit DARKOLOGY. Die Jungs aus Texas präsentierten progressiv angehauchten Metal, der auch überzeugend klang, das Publikum aber nicht übermäßig mitzureißen schien. Vor der Bühne war es entsprechend leer, nichts desto trotz konnten sie auf treue Fans in der ersten Reihe bauen, die es sich nicht nehmen ließen, die Matte zur Musik zu schwingen. Aufgrund des Opener-Slots war aber die Spielzeit entsprechend begrenzt und so war bereits nach einer guten halben Stunde Schluss für das Quartett. Dennoch schien den Jungs der Auftritt Spaß bereitet zu haben und sie wurden auch mit anständig Applaus verabschiedet.

Bei ENFORCER sah das hingegen schon ganz anders aus. Seit einem Jahrzehnt gibt es von den Schweden Speed/ Thrash Metal auf die Lauscher und das mit ordentlichem Wums. Entsprechend wurde es vor der Bühne für die zweite Band des Abends deutlich voller und die Besucher stiegen aus dem erhöhten hinteren Teil des Saals vor die Bühne herab. Das Set eröffneten sie mit „Mesmerized by Fire“ gefolgt von „Live for the Night“. Damit hatten die Herrschaften das Publikum schon ordentlich in Fahrt gebracht und sie gaben auch weiter gut Gas, damit ja keine Müdigkeit aufkam. „Run for Your Life“ und „Midnight Vice“ beendeten schließlich das etwas mehr als 30 minütige Set. Eine Zugabe, die die Zuschauer lautstark einforderten, gab jedoch es leider nicht.

Setlist ENFORCER
Mesmerized by Fire
Live for the Night
Take Me Out of This Nightmare
Countess Bathory
Scream of the Savage
Bells of Hades
Death Rides This Night
Run for Your Life
Midnight Vice

Von Schweden wieder zurück in die USA zu einer „etwas“ dienstälteren Band. PRONG, mit Pause bereits seit den späten 80er Jahren aktiv, meldeten sich mit ihrer neuer Scheibe „Ruining Lives“ zurück und zeigten den Fans, wo der Hammer hängt. Was das Trio kann, zeigte sich auch sehr schnell – (Post-)Thrash Groove Metal mit einer Mischung aus alten und neuen Songs. Mit „For Dear Live“ und „Beg to Differ“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 1990 starteten PRONG in den Abend. Aber natürlich durften auch Songs vom aktuellen Silberling nicht fehlen. Mit „Turnover“ und „Ruining Lives“ erfüllte das Set der Herren auch diese Anforderung. Dass das Publikum nicht wirklich motiviert war, einen Circle Pit zu formen oder wild abzugehen, fand Frontmann Tommy Victor offensichtlich nicht sehr erbaulich, aber mit „Snap Your Fingers, Snap Your Neck“ konnten sie dann doch noch einige Leute aus der Reserve locken. Dass PRONG mit 1h 20min Spielzeit einigen Leuten zu lang auf der Bühne standen, konnte man den „Overkill, Overkill“-Rufen in den Pausen zwischen den Stücken entnehmen. Nach „Power of the Damager“ war es dann aber auch genug für den Abend und die Bühne wurde für den Headliner vorbereitet.

Setlist PRONG
For Dear Life
Beg To Differ
Unconditional
Eternal Heat
Lost And Found
Ruining Lives
Cut-Rate
Rude Awakening
Turnover
Carved Into Stone
Another Worldly Device
Whose Fist Is This Anyway?
Snap Your Fingers, Snap Your Neck
Power Of The Damager

Dazu wurde zum einen das kleine Drumset vor dem Podest geräumt, um somit mehr Platz auf der Bühne zu schaffen. Nach erstaunlich kurzer Umbauzeit war auch genau das bewerkstelligt, und es konnte mit der dritten US-amerikanischen Band des Abends los gehen. Neue Scheibe, neue Songs – immer ein gutes Konzept und so stiegen OVERKILL direkt mit „Armorist“ vom aktuellen Album „White Devil Armory“ in den Abend ein. Bereits nach den ersten paar Sekunden ging vor der Bühne ein wüster Mosh-Pit los, fliegende Bierbecher inklusive. Fast 35 Jahre gibt es OVERKILL schon und entsprechend sind die Herren auch etwas reifer, trotz allem geben sie immer noch alles. Frontmann Bobby „Blitz“ wirbelt gekonnt den Mikroständer durch die Luft und aus den Boxen dröhnt feinster Thrash-Metal. Respekt – das ist einfach gekonnt. Songs wie „Electric Rattlesnake“ oder „Rotten to the Core“ krachen einfach live und die New Yorker fahren durchweg ein grandioses Brett. Da kann selbst ein Ziehen am Mikrokabel nichts dran ändern. Auch wenn er sich selbiges an die Kauleiste kloppt und nach dem Song vermeintlich einen lockeren Zahn weg wirft. Das ist Old-School, das ist Metal. Gegen Ende des Sets streuen OVERKILL noch mal „Pigs“ von der aktuellen Scheibe ein, der Rest besteht aber aus alten Klamotten, die die Fans gehörig abfeiern. Nach etwas mehr als einer Stunde verabschieden sich die Herren zumindest alibi-mäßig für einige Minuten von der Bühne, aber ohne „Fuck You“ darf der Abend natürlich nicht zu Ende gehen.

Setlist OVERKILL
Armorist
Overkill
Electric Rattlesnake
Wrecking Crew
Black Daze
Rotten to the Core
Bring Me the Night
End of the Line
Guitar Solo
Long Time Dyin‘
Under One
Pig
Hello From the Gutter
Ironbound

Bitter Pill
Elimination
Fuck You

Copyright Fotos: Oliver Janka

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