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OWLS BY NATURE – CHRISO

Ort: Osnabrück – Kleine Freiheit

Datum: 18.01.2014

Samstagabend, genau die richtige Zeit für Nachteulen! Insbesondere, wenn diese ihre musikalische Entsprechung bei OWLS BY NATURE erfahren. Mit durchgemachten Nächten kennen sich die Jungs aus Kanada nämlich aus, denn neben ihren Fulltimejobs haben die Folkrocker zu nachtschlafender Zeit geprobt und gespielt. 2010 von Ian McIntosh (Leadgesang, Gitarren) und Sean Hamilton (Bass, Gesang) gegründet, erschien Anfang 2011 das in Triobesetzung aufgenommene 8-Song-Debütalbum „Backwater“; kurz darauf stiegen Cory Dee (6-String- Banjo, Keyboards, Gesang), Doc De Groot (Leadgitarre, Lap Steel, Mandoline, Gesang) sowie der Sound Engineer des Debüts, Fred Brenton (Schlagzeug, Melodica), ein. Im vergangenen Jahr legten die Jungs mit „Everything Is Hunted“ ihren zweiten Silberling nach, den sie selbstverständlich auf ihrer großen Europatour dabei haben. Übrigens sind die Herrschaften vor einer Woche noch in der JVA Vechta aufgetreten, für die dort einsitzenden Damen sicher eine spannende Abwechslung vom Knastalltag – aber auch die rund 100 Besucher der Kleinen Freiheit wurde von den Kanadiern bestens unterhalten.

Für den Anfang übernahm diese Aufgabe Christoph von Kampen, der sich selbst pünktlich um 21.00 Uhr als CHRISO vorstellte. Bewaffnet war er mit seiner Akustikgitarre und einem Barhocker. „Gone“ und „Another Song“ hielten das Publikum zwar wie gewohnt auf Abstand, konnten aber freundlichen Applaus und vergleichsweise andächtiges Zuhören ernten. „Not Today“ wurde schließlich im Stehen performt, während das melancholische „Sun And Moon“ wieder nach einer Sitzgelegenheit verlangte. Für die zweite Hälfte gab’s auf der Stage Verstärkung, denn Alex übernahm den Part am zweiten Sechssaiter. Die beiden gehören zur Alternative-Kapelle BROOKS und coverten im Folgenden sozusagen ihre eigenen Songs akustisch, nachdem der Neuzugang seine technischen Probleme gelöst hatte. Gemeinsam brachte man ein wenig mehr Schwung in die Sache, auch wenn das wie bei „Explosions“ auf den ersten Metern noch nicht so klang. „Always Okay“ lieferte Feelgood-Sounds im Midtempo, ehe „From The Roofs“ für ein verträumtes Finale sorgte. Am Ende hatte die Geräuschkulisse im Auditorium leider ein wenig zugenommen, dennoch gab’s für die 40 Minuten verdienten Beifall und wer noch CHRISO noch mehr hören möchte, erhält am 20.02.2014 beim Singer-Songwriter-Slam in der Lagerhalle erneut Gelegenheit.

Setlist CHRISO
Gone
Another Song
Not Today
Sun And Moon
Find…
Highscore
Explosions
Always Okay
From The Roofs

Schlanke zehn Minuten später enterten bereits OWLS BY NATURE die kleine Bühne in der ehemaligen Bahnkantine und legten mit „Heartbreaking Ways“ vom aktuellen Album „Everything Is Hunted“ gleich einmal knackig los. „Makers“ schaltete maximal einen halben Gang zurück und für „New City“ wechselte Cory vom Banjo an die Tasten und der Doc an die Lap Steel Guitar. Orgelsounds mit Volldampf zeichneten „Brothers“ aus und langsam kam auch Bewegung in die Zuschauerschaft, die sich zwar ein wenig näher an die Stage getraut hatte, aber immer noch eine Art natürlichen Fotograben bildete. „Wandering Woman“ legte derweil einen folkigen Start hin und bat nach einer kleinen Aufwärmphase erneut zum Tanze. Sean schien heuer ein wenig Probleme mit seiner Nase bzw. Asthma zu haben und brauchte eine kleine Verschnaufpause, nach der es sogleich mit viel Schmackes und „Run“ weiterging. Nahtlos schloss sich „Darkness“ mit dem Herrn Doktor an der 12-String an, während „Leavin’ Now“ die Hasestädter zu Handclaps animierte. Bevor die krachenden Emotionen von „Ferris Wheel“, das auf beiden Platten vertreten ist, zu Gehör gebracht wurden, gab’s für die gesamte Mannschaft einen Schnaps, der von einer Dame kredenzt wurde, die der Band in irgendeiner Weise verbunden war und ganz am Ende auch noch ein zweites Mal mit einem Tablett kam und zudem ein wenig an Freds Schießbude agieren durfte. Druckvolle Gitarren und poppige Melodien zeichneten „Honesty“ neben dem angenehm kratzigen Gesang von Ian aus. Ehe das eingängige „Little Birds“ auf dem Programm stand, wurden Pics für die Facebook-Seite der Band gemacht (siehe www.facebook.com/owlsbynature) und schon ging’s mit „Codeine“ auf den Country-Dancefloor. Hier übernahm der Banjo-Mann den Großteil des Gesangsparts und zeigte sich dabei durchaus stimmgewaltig. Inzwischen war ordentlich Schwung in die Kleine Freiheit gekommen und auch „Dancing Girls“ ging nicht nur den anwesenden Damen ins Bein. Der Aufforderung zum Mitklatschen kamen die Anwesenden bei „So Close“ deshalb gern nach. Damit endete das reguläre Set mit einem Hinweis aufs Merch, doch natürlich hatte der Fünfer auch noch einen Nachschlag in petto.

Vielleicht hätten OWLS BY NATURE ihren (neuen) Fans etwas früher bitten sollen, näher zu kommen, denn das taten die Osnabrücker umgehend, um dem gefühlvollen „Back Right Down“ zu lauschen. Beim folgenden „Alcoholics“ waren die Anwesenden dann auch sangestechnisch gefragt. Nicht nur, dass die Nummer direkt zum Mitgrölen einlud; der Text war auch schnell gelernt und wurde lauthals von allen intoniert. Blieb noch „Hurricane“, das den gutgelaunten Abschluss einen grandiosen Live-Gigs bildete. Wer wollte, konnte den Abend bei musikalischer Konservenkost vor Ort ausklingen lassen, immerhin hatte das Quintett versprochen, noch gemeinsam mit dem Publikum Party zu machen und die vergangenen 80 Minuten ließen darauf schließen, dass die Jungs wissen, wie man feiert.

Setlist OWLS BY NATURE
Heartbreaking Ways
Makers
New City
Brothers
Wandering Woman
Run
Darkness
Leavin’ Now
Ferris Wheel
Honesty
Little Birds
Codeine
Dancing Girls
So Close

Back Right Down
Alcoholics
Hurricane

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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