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PAGANFEST 2009

Ort: Hamburg - Markthalle

Datum: 15.09.2009

Das PAGANFEST geht in die 2. Runde. Nachdem im Frühjahr 2008 die erste Pagan- und Folktour der Superlative startete und im HEIDENFEST einen weiteren Ableger fand, ist nun wieder das PAGANFEST in einer etwas weiter ausgelegten Fassung des Genres am Start. Wieder mit dabei waren die finnischen Humppakönige KORPIKLAANI, doch ansonsten regierten die Piratenbands SWASHBUCKLE und ALESTORM; ebenso mit von der Partie waren die Death Metal Urgesteine UNLEASHED und die Partymonster DIE APOKALYPTISCHEN REITER.

Um 18 Uhr enterten SWASHBUCKLE pünktlich die Bühne – sie hatten prompt das Hamburger Publikum im Griff und schon entstanden auch die ersten Mosh- und Circlepits während des Auftrittes. Die Band um Sänger und Bassist „Admiral Nobeard“ hatte sich 2005 in den USA gegründet und spielt eine Mischung aus schnellem Hardcore Punk und Thrash Metal, die Texte greifen das Piraten-Thema auf. So erklärten sich auch die Outfits der Mitglieder, die auf der Bühne Admirals- und Seeräuberkostüme trugen. Nach etwa der Hälfte des 30-minütigen Auftrittes gesellten sich noch ein Hai und ein Papagei dazu, die bangend auf der Bühne herumturnten.
(M.H.)

Auch ALESTORM kommen ja bekanntlich aus der Piratenecke, doch mit den dazu passenden Outfits und Accessoires nahmen es die Schotten dann nicht ganz so ernst wie ihre Vorgänger und standen stattdessen in Turnschuhen und Cargohosen auf der Bühne. Das bedeutete natürlich nicht, dass die Schotten weniger partyfähig waren, im Gegenteil, die Markthalle war bereits zu diesem Zeitpunkt rammelvoll und entsprechend warm, so dass das Quartett mit Songs wie „Flower of Scotland“ und natürlich „Captain Morgan’s Revenge“ voll und ganz punkten konnte. Auch eine Wall of Death war im kleinen Innenraum schnell veranstaltet und da Piraten zusammen halten, gab es auch noch ein kurzes Stelldichein mit SWASHBUCKLE- Sänger Nobeard.

UNLEASHED mussten sich dagegen schon regelrecht anstrengen, um die Stimmung zu halten. Bei dem Durchschnittsalter am heutigen Abend war dies wohl auch kein Wunder, denn die größten Erfolge der Schweden dürften wohl vor der Zeit der meist jugendlichen Fans liegen. Trotzdem wurden hier doch so einige Textzeilen aus aller Kehle mitgegröhlt, allen voran „Death Metal Victory“ und das kurzerhand umgetextete „Hamburg Battalion“, doch sind die Herren mit ihrem Schwedendeath auf einer Pagantour doch etwas fehl am Platze, auch wenn sich so einige ihrer Texte mit der nordischen Mythologie bzw. Wikingertum beschäftigen. Mit der wohl härtesten Mucke des Trosses gab es dafür aber ordentliches Futter zum Headbangen geliefert, woran sich immerhin einige bedienten.

Auch bei DIE APOKALYPTISCHEN REITER fragte man sich, was an denen eigentlich so recht Pagan sein soll, doch da die Thüringer einen Ruf als Partymacher pflegen, kann man da mal drüber hinwegschauen. Spitzenstimmung ab der ersten Sekunde, Temperaturen kurz vorm Siedepunkt (eine Sauna ist nix dagegen), da beneidet man Keyboader Dr. Pest, der immer wieder die Lederpeitsche schwingend über die Bühne marschierte, fast schon um sein knappes Höschen. Auch Fuchs entledigte sich schnell seiner Jacke, doch die schlechte Belüftung der Halle ließ hier einfach jedem den Schweiß in Strömen laufen, doch immerhin verteilten die Reiter fleißig Wasser an die durstigen Fans. Die Setlist bestand natürlich hauptsächlich aus Songs der letzten beiden Alben, bei „Seemann“ durfte eine blonde Schönheit neben Fuchs auf dem Podest Platz nehmen und während „Revolution“ schwang selbiger Fronter eine riesige Fahne (ich wäre ja für Ventilatoren gewesen). Nachdem nach einer Stunde wirklich jeder selbst nur vom Stehen klitschnass geschwitzt war, wurde die Band natürlich nicht ohne Zugabe gehen gelassen.

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER
Intro
Wir sind das Licht
Revolution
Es wird schlimmer
Riders on the Storm
Elfriede
Licked by the Tongues of Pride
Nach der Ebbe
We Will Never Die
Der Adler
Seemann
Der Weg

Reitermania/ Metal Will Never Die

Obwohl KORPIKLAANI bis jetzt wirklich jede Messlatte überbieten konnten, mussten sie sich an diesem historischen Dienstag zum ersten Mal einer Band geschlagen geben. Auch wenn Stücke wie „Vodka“ oder „Journey Man“ zum Tanzen und Hüpfen anregten, konnten die Finnen am heutigen Abend einfach nicht die Partystimmung erschaffen wie sonst üblich, die Meute war müde und verschwitzt, mehrere Dutzend Fans machten sich sogar schon auf den Heimweg, die Band war sichtlich alkoholisiert, was aber leider nicht wie sonst üblich zu besserer Stimmung führte. Selbst Fronter Jonne, sonst seines Zeichen Frohnatur vor dem Herren, hatte einen gefühlten Bewegungsradius von 50 Zentimetern, was seine restlichen Bandkollegen zwar wett machten, allerdings auch nicht wirklich für Kommunikation und Tuchfühlung mit den Fans sorgten. Dazu zogen sich Songs wie „Huppian Aarre“ oder „Kippumylly“ scheinbar endlos in die Länge, sodass erst „Juodaan Viinaa“ die Anwesenden wieder aus ihrer Trance reißt. Die Bierdusche bei „Beer Beer“ durfte natürlich nicht fehlen und schaffte noch mal so etwa wie ein kleines Highlight, doch im Rückblick waren DIE APOKALYPTISCHEN REITER die verdienten Headliner des PAGANFEST 2009!

Setlist:
Vodka
Journey Man
Korpiklaani
Kippumylly
Huppiaan Aarre
Tuli Kokko
Juodaan Viinaa
Paljon On Koskessa Kiviä
Pinewoods
Crowds Bring The Spring
Wooden Pints
Happy Little Boozer
Midsummer Night
Beer Beer

Let’s Drink

Copyright Fotos: Juliane John

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