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PAIN – THE VISION BLEAK – DYNAZTY – BILLION DOLLAR BABIES

Ort: Essen - Turock

Datum: 23.10.2016

Nachdem die schwedische Metal-Legende, Multi-Instrumentalist und Top-Produzent Peter Tägtgren (auch bei den Death Metal-Veteranen HYPOCRISY der Chef) zuletzt bei seinem neuen Projekt LINDEMANN den RAMMSTEIN-Fronter Till Lindemann tatkräftig unter die Arme gegriffen hat und kürzlich das neue SABATON-Album produzierte, ist es nun wieder an der Zeit, mit PAIN zu rocken und das neue Album „Coming Home“ auch live vorzustellen. Zu dieser Tour bringt der Workaholic neben seinen Landsleuten DYNAZTY und BILLION DOLLAR BABIES noch die Düster-Metaller THE VISION BLEAK mit!

Den Start markierten die Rocker BILLION DOLLAR BABIES aus Schweden, die vom Sound her eigentlich so gar nicht zu PAIN passen. So rocken die Nordlichter eher in Richtung „klassischer Metal mit Glam Rock-Einschlag“. Und so richtig hatte ich das Trio, welches live als Quintett agiert, bislang nicht auf dem Schirm, doch das sollte sich nun ändern. So rockte die Band, die sich nach einem Album von ALICE COOPER benannt hat, mit ordentlich Energie nach vorne und wusste auch trotz der begrenzten Bewegungsfreiheit vor den PAIN-Drums für ordentlich Stimmung zu sorgen. Da rockten reihenweise groovende Riffwände, feine Soli und vor allem die packenden Vocals von Front-Locke Frankie Rich fett los und sorgten damit für die frühe Zeit schon für gute Stimmung. Diese ließ man sich auch nicht von der zickenden Technik einer der beiden Gitarren vermiesen und erntete nach dem 30 Minuten Set verdientermaßen ordentlichen Jubel! Also sollte man ruhig mal das aktuelle Album „Chemical God“ abchecken. Live rockt‘s auf alle Fälle!

Musikalisch ähnlich angesiedelt, legten dann die nächsten Schweden los. DYNAZTY haben seit einigen Monaten das aktuelle Werk „Titanic Mass“ am Start, welches von PAIN-Mastermind Peter Tägtgren eingetütet wurde. Mit ähnlich viel Energie und ebenso mitreißenden Groove-Nummern wie ihre Vorgänger wusste dieses Quartett zu überzeugen, wobei ihre Songs dann doch nicht ganz so viel Ohrwurm-Charakter bieten wie die der BILLION DOLLAR BABIES. Da beiden Bands über dieselbe Backline zockten, schien das Problem mit der einen Gitarre noch nicht komplett behoben, so dass auch Axtmann Love Magnusson mit seinem Sound zu kämpfen hatte. Hier allerdings konnte der Band-Techniker das Problem lösen, wodurch die Klampfe dann erstmal so richtig aus den Boxen dröhnte, bis man alles richtig eingepegelt hatte. Dann konnte ordentlich weitergerockt und das kurzweilige Set unter bester Stimmung zu Ende gezockt werden!

Nachdem die ersten beiden Acts mit ordentlich Dampf und Schwung unterwegs waren, wurde es nun eine Ecke düsterer. THE VISION BLEAK, die Düster-Metaller um Gitarrist Schwadorf (EMPYRIUM) und Sänger Konstanz (EWIGHEIM), gehen an sich etwas gemäßigter zu Werke, legten aber mit „From Wolf to Peacock“ vom aktuellen Album „The Unknown“ deftig los und groovten sich dann mit dem Klassiker „Night of the Living Dead“ vom Debüt „The Deathship has a new Captain“ in ihren so typischen Sound ein. Dieser besteht aus satten Riffwänden, packenden und düsteren Melodien und den theatralischen Vocals von Konstanz, der seine Lyrics natürlich wieder mit passender Mimik unterstrich. So rockte man sich durch eine kleine Reise ihrer Alben, wobei neben neueren Tracks wie „The Kindred of the Sunset“ auch alte Reißer wie „Wolfmoon“ und natürlich „Kutulu!“ zum Zuge kamen. Derzeit live ohne Bass-Gitarre unterwegs, war der Sound dennoch so fett, dass Konstanz zeitweise Probleme hatte, mit seinen Vocals dagegen anzukommen. Leider blieb mein Fave „The LoneNight Rider“ dieses Mal ungespielt, aber THE VISION BLEAK haben bekannter Weise reichlich packende Songs und bewiesen dies auch jetzt eindrucksvoll wie eh und je!

Wurde vorher auch lichttechnisch eher im düsteren Bereich gearbeitet, änderte sich dies nun bei PAIN. So trat nicht nur Mastermind, Gitarrist und Sänger Peter Tägtgren natürlich in Zwangsjacke gekleidet auf die Bühne, sondern es wurde auch die Show mit weiß glimmenden Strobos und Headlights dekoriert, die besonders die ersten Reihen nicht selten ordentlich blendeten. Dazu wurde das durchsichtige Drumkit stylisch mit LED-Bändern veredelt und konnte so in verschiedensten Farben erleuchtet werden! Eröffnet wurde der Gig mit dem Opener „Designed to piss you off“ vom neuen Album „Coming Home“ und schnell wurde klar, dass die Fans auch die neuen Songs schon verinnerlicht hatten, wurde doch sofort ordentlich mitgerockt und die Texte mitgesungen! Neben den Single-Hits wie „The Great Pretender“, „Dirty Woman“, „Monkey Business“ und den aktuellen Ohrwürmern „Wannabe“ sowie „Black Knight Satellite“ kamen mit „Suicide Machine“ und „End of Line“ zwei Klassiker vom zweiten Album „Rebirth“ zum Zuge. Das noch deutlich brutalere, selbstbetitelte Debüt aus dem Jahr 1997 blieb dagegen auch heute unberücksichtigt.

Spielerisch merkte man PAIN deutlich an, dass man eine kleine Auszeit genommen hatte. So rockte das Quartett, welches weiterhin durch den ehem. CLAWFINGER-Bassmann Andre Skaug und seit kurzem durch Gitarrist Greger Andersson vervollständigt wird, ordentlich nach vorne. Dabei stand natürlich Boss Tägtgren besonders im Fokus, agierte der Schwede doch energiegeladen wie eh und je, schnitt Grimassen, bangte mit Vollgas und gab so einige seiner legendären Screams zum Besten. Da Drummer David Wallin (HAMMERFALL) verhindert ist, nahm Tägtgren seinen Sohn Sebastian mit auf Tour, der übrigens auch das neue Album „Coming Home“ eingetrommelt hat und sich auch live zu beweisen wusste. Zum Finale ging beim Gassenhauer „Shut your Mouth“ natürlich nochmal alles und so kann man sich freuen, dass PAIN wieder sind und auch weiterhin mächtig rocken. Auch wenn die Setlist recht Single-lastig gestaltet war und man genug Hits in der Hinterhand hätte, um ein komplett unterschiedliches Set zu zocken, welches genauso fett rockt, machen PAIN auch live weiterhin keine Gefangenen! Top!

Setlist PAIN
Design to piss you off
Suicide Machine
The Great Pretender
A Wannabe
Zombie Slam
Monkey Business
End of the Line
It’s only them
Pain in the Ass
I’m going in
Coming Home
Black Knight Satellite
Call me
Starseed
Dirty Woman
Shut your Mouth

Copyright Fotos: Michael Werneke

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