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PARTY.SAN 2016 – TAG 2

Ort: Schlotheim - Flugplatz Obermehler

Datum: 12.08.2016

Tag 2 des Party.San Festivals begann mit trübem Wetter und einer frischen Brise, dafür hatte sich der Nieselregen des vorherigen Tages gelegt. Getreu dem etablierten Prinzip „Grind am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen“ gab es zur Mittagsstunde direkt gepflegt einen auf die Glocke mit SPASM aus Tschechien. Optisch sicherlich nicht jedermanns Sache ballerten die Herrschaften dem anwesenden Publikum eine halbe Stunde lang gepflegten Porngrind um die Ohren – inklusive Circlepit und aufblasbaren Penissen versteht sich. Abwechslung muss natürlich sein, drum gab es im Anschluss eine Runde gepflegten norwegischen Black Metal von ISVIND. Die Jungs um Sänger Goblin taten Ihr bestes, um Kälte und Dunkelheit auf dem ohnehin nicht gerade sonnendurchfluteten Flugplatz zu verbreiten. Stilistisch angelehnt an DARKTHRONE oder GORGOROTH prügelten und kreischten sich die Herrschaften durch ihr Set und überzeugten durchaus.

Von KATALEPSY aus Russland gab es im Anschluss hingegen gepflegten technischen US-Death Metal. Sänger Igor war optisch auch passend in ein Hockey Jersey seiner Zweitband BIG END BOLT gekleidet. Mit GOATWHORE standen dann auch passend US-Amerikaner auf der Bühne des Party.San Open Airs und gespaßten das Publikum mit Death Thrash. Leider war das nicht wirklich meine Welt, weshalb ich mir eine Pause gönnte, mich beim Grillen verquatschte und prompt WOLFBRIGADE verpasste. Pünktlich zu OBSCURA aus München war ich dann allerdings wieder vor der Bühne. Auf der neuen Platte „Akróasis“ bleiben die Herrschaften ihrem Stil treu und zelebrieren technischen Death Metal auf höchstem Niveau. Aber natürlich durften auch Klassiker wie „The Anticosmic Overload“ vom 2009er „Cosmogenesis“ Album nicht fehlen. Deutlich getragener waren im Vergleich dazu die Melodien von BÖLZER aus der Schweiz. Okkulter Black Death Metal stand auf dem Programm und erfreute sich, gemessen an der Vielzahl an Leuten vor der Bühne, auch großer Beliebtheit. Beeindruckend finde ich immer wieder, wie das Duo bestehend aus Gitarristen und Schlagzeuger so einen druckvollen Sound generieren kann.

Mehr Leute auf der Bühne aber nicht minder druckvoll kamen im Anschluss ANGELCORPSE daher. Mit DESTRÖYER 666 und DECEMBRE NOIR im Zelt gab es jede Menge Black und Blackend Death Metal auf die Ohren. Während die ersten beiden Bands schon seit Mitte der 90er Jahre aktiv sind, betätigen sich die Erfurter erst seit 2008 in der jetzigen Kombination musikalisch. Alle lieferten eine wirklich gute Show, aber am Meisten konnte mich dennoch der „Underdog“ beim Heimspiel überzeugen. Die Herrschaften um Frontmann Lars lieferten eine wirklich überzeugende Leistung ab und konnten hoffentlich eine Menge neuer Fans gewinnen. Ebenfalls aus Deutschland, genauer gesagt aus Bayern, kommen EQUILIBRIUM. Die Epic/ Pagan Metaller sind seit mittlerweile 15 Jahren im Musikbusiness aktiv und polarisieren die Metaller-Welt – entweder man mag sie – oder halt eben nicht. Dazwischen scheint es, wenn man den Besucher glauben mochte, nicht viel zu geben. Und just an diesem Freitag präsentierten die Herrschaften auch ihr neuestes Machwerk „Armageddon“. Entsprechend gab es auch zahlreiche Songs vom neuen Silberling. Mit „Sehnsucht“ und dem zweiten Track „Erwachen“ starteten EQUILIBRIUM in den Abend, aber die Fans musste natürlich nicht auf den wohl bekanntesten Song der Band, „Met“ vom Demo, verzichten.

Kurz vor Ende auf der Hauptbühne starteten BODYFARM aus den Niederlanden im Zelt. Rotziger Death Metal – mitten auf die 12 – da kam Freude auf. Nicht minder rotzig sollte es dann den restlichen Abend weiter gehen. Brutal Death mit Grind Einschlägen von DYING FETUS, Thrash Metal aus der Bay Area von EXODUS und als Headliner des Abends – CARCASS! DYING FETUS – gewohnt stark marschierten sie voran und mit „Schematics“, „One Shot, One Kill“ oder „From Womb to Waste“ im Gepäck zeigten sie eine wirklich überzeugende Leistung. Und auch EXODUS machten richtig Druck – nun ist Thrash ja nicht meine favorisierte Stilrichtung, aber die Herren konnten mich trotzdem überzeugen. Schlusslicht, wie bereits angekündigt, waren schließlich CARCASS aus Liverpool, England. Mit dem Intro „1985“ gefolgt von „Unfit for Human Consumption“, beides vom 2013er Album „Surgical Steel“, gab es direkt ein fettes Brett. Wer CARCASS schon mal live gesehen hat, weiß das die Jungs kein „langsam“ kennen. Mit „Buried Dreams“ drehten sie in der Folge die Zeit zurück nach 1993 und bewiesen, dass auch alte Songs heutzutage richtig krachen können. Mit flotten Sprüchen – What is your excuse? Are you awake? – motivierte Jeff Walker die Fans auch zu fortgeschrittener Stunde nochmal, alles zu geben. Einziger Wehrmutstropfen des Auftritts: statt der anberaumten 65 Minuten (wenn man dem Programmheft glaubte) gab es nur knapp über 50 Minuten auf die Mütze, danach klang auch schon das Outro aus den Boxen.

Copyright Fotos: Oliver Janka

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