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PARTY.SAN 2016 – TAG 3

Ort: Schlotheim - Flugplatz Obermehler

Datum: 13.08.2016

Tag 3 des Party.San Festivals… und endlich anständiges Wetter. Genauer gesagt war das Quecksilber bereits am Mittag auf über 20 Grad geklettert, genau das richtige Kontrastprogramm zu den vorherigen Tagen. Und erneut gab es pünktlich um 12 Uhr eine Ladung Grindcore – diesmal von RECTAL SMEGMA aus den Niederlanden. Sänger Yannic zeigte auch gleich, was er von dem Wetter hielt und präsentierte sich oberkörperfrei in neongrüner Badehose und verspiegelter Sonnenbrille. Und wie zu erwarten heizte auch dieses Quartett der versammelten Menschenmenge richtig ein und bescherte dem Party.San einen angemessenen Einstand in den letzten Festivaltag 2016. Deutlich punkiger wurde es dann im Anschluss bei IRON REAGAN. Die Band aus Richmond, VA wurde 2012 als Nebenprojekt von MUNICIPAL WASTE- und DARKEST HOUR-Leuten gegründet, entsprechend gab es auch musikalisch einiges geboten.

Gleiches muss man auch über SVARTTJERN berichten – hier gab es neben True Norwegian Black Metal auch Corpse Paint, Nieten, Nägel und Kunstblut zu sehen. Sänger „HansFyrste“, der auch schon bei RAGNAROK gesungen hat, zeigte sich von seiner charmanten Seite – Jogi Löw-Gedächtnisgriff inklusive. Epischen Death Metal gab es im Anschluss von SULPHUR AEON aus NRW. Musikalisch erinnerten mich die Herrschaften an BEHEMOTH, das Ganze war aber durchaus mit einer eigenen Note durchsetzt. Eine wirklich tolle Show, was allerdings bei strahlendem Sonnenschein etwas fehl am Platz wirkte, aber dafür können nun weder Organisatoren noch die Band etwas. Rotzig ging es mit SUICIDAL ANGELS weiter – die Griechen spielen seit bereits 15 Jahren besten Thrash im Stile der Genregrößen und brauchen sich definitiv nicht zu verstecken. Ähnlich sah es auch das Publikum und feierte ausgelassen mit. Warum MEMORIAM, die erst 2016 gegründet wurden und bislang lediglich ein Demo herausgebracht haben, den folgenden Slot erhalten hatten, ließ sich beim Anblick auf die Besetzung problemlos ergründen. Die Band besteht nämlich aus BOLT THROWER- und BENEDICTION-Mitgliedern, unter anderem mit Karl Willetts am Gesang. Und so verwundert es auch nicht, dass MEMORIAM so ein bisschen wie BOLT THROWER klingen, aber halt auch keine Kopie davon sind und sein werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Band erst seit Anfang des Jahres existiert, enthielt das Set auch die eine oder andere Coverversion, was aber sehr wohlwollend aufgenommen wurde.

Krasses Kontrastprogramm gab es in der Folge von den Schweden NIFELHEIM. Nichts mit „Shirt, Bier und los“ – Nieten, Leder, Spandex-Hosen, mehr Nieten, Nägel und nicht zu vergessen Nieten. Dazu noch etablierten Black Thrash und ab geht die Luzi. Von den Gründungsmitgliedern aus dem Jahre 1990 sind mittlerweile lediglich die Zwillinge Erik „Tyrant“ Gustavsson und Per „Hellbutcher“ Gustavsson übriggeblieben, die aber nach wie vor das Gesicht der Band darstellen. Das fanden sicherlich auch die Veranstalter der Party.San Open Airs und zweckentfremdeten das Logo der Band für die diesjährigen limitierten T-Shirts. Gleiches Land, anderes Genre – noch zwei Jährchen mehr auf dem Buckel – die Rede ist von GRAVE. Die Death Metal-Institution liefert eigentlich immer und auch wieder dieses Jahr. Auf die Bühne und ab dafür! So funktioniert halt Old School Death Metal – natürlich inklusive „Into the Grave“! IMMOLATION konnten das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und lieferten entsprechend nach – für Fans des geneigten Todesmetalls hätte es sicherlich nicht besser kommen können.

Für TAAKE war dann auch endlich die Sonne untergegangen und so konnten die Norweger, in blaues Licht getaucht, ihren rohen Black Metal entsprechend zelebrieren. Sänger Hoest zeigte sich dabei ziemlich unauffällig und lieferte eine professionelle Performance ab, die zu meiner persönlichen Enttäuschung vollkommen ohne Flammen auskam. Musikalisch gab es einen grandiosen Querschnitt, von „Hordalands Doedskvad, Part I“ vom Album „Doedskvard“ aber auch neuere Songs wir „Orm“ von der aktuellen Platte „Stridens hus“. Als vorletzte Band des Abends durften dann SODOM ran. Bestens gelaunt kam das Trio auf die Bühne und ließ es richtig krachen. Die Herren haben einfach immer Spaß und ballerten dem Publikum mit „M-16“, „Nuclear Winter“, „Agent Orange“ und natürlich „Ausgebombt“ ein Best Of Set vor den Latz, das es in sich hatte. Leider durften SODOM keine Songs vom kommenden Album „Decision Day“ spielen, die Wartezeit ist allerdings nicht allzu lang – das Album wird Ende August in den Läden stehen.

Den krönenden Abschluss gab es dann von AT THE GATES. Seit ihrer Reunion und dem lange erwarteten fünften Studioalbum „At War with Reality“ aus dem Jahr 2014 touren die Schweden wieder durch Clubs und Festivals. Eröffnet wurde das Set mit dem Doppel „El Altar del Dios Desconocido“ und „El Altar del Dios Desconocido“ von der aktuellen Langrille. Aber auch der Titeltrack „At War With Reality“ durfte nicht fehlen. Für die Fans der ersten Alben gab es beispielsweise „World of Lies“ oder „Slaughter of the Soul“. Bis kurz nach 1 Uhr prügelten Tomas Lindberg und Mitstreiter durch die Nacht und setzten hinter das Party.San 2016 eine würdigen Schlusspunkt.

Copyright Fotos: Oliver Janka

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