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PARTY.SAN OPEN AIR 2019 – Tag 2

Ort: Flugplatz Schlotheim/Obermehler

Datum: 09.08.2019 - 09.08.2019

Freitag, 12 Uhr, Flugplatz Obermehler – Zeit für den zweiten Tag des PARTY.SAN OPEN AIRs in der Jubiläumsausgabe.

Opener dieses Mal: GUTALAX aus Tschechien mischten die Meute mit ihrem fäkalhumorigen Goregrind ordentlich auf. Klobürsten, Hawaiihemden, Bademäntel und weitere illustre Dinge wurden im Moshpit geschwenkt, während die Jungs um Maty Vollgas gaben. Sehr unterhaltsam, leider auch schon nach einer halben Stunde wieder vorbei. Aber definitiv ein Opener, der die verkaterte Meute ordentlich wachgerüttelt hatte.

DEFEATED SANITY aus Berlin hatten das harte Los gezogen, die Fans nach GUTALAX vor der Bühne zu halten. Das gelang ihnen aber hervorragend, denn der technische Brutal Death der Jungs kam auf den Punkt und walzte das Publikum vollkommen nieder. Wenn man bereits nach der zweiten Band denkt „wer soll das noch toppen“ hat es der Rest des Billings normalerweise echt schwer, aber das sollte heute definitiv nicht der Fall sein.

Die Schweden von THE CROWN setzten direkt nochmal ordentlich einen drauf. Der aktuelle Silberling „Cobra Speed Venom“ hat nicht nur ein grandioses Cover, das auch als riesiges Backdrop die Bühne zierte, sondern auch einen brachialen Sound mit eingängigen groovigen Riffs. Und genau mit diesem grandiosen Sound konnten die Herrschaften auch live aufwarten. Johan Lindstrand und seine Truppe waren bester Laune und verwandelten den Bühnenvorplatz in ein Haar-Meer und ließen sich definitiv nicht die Wurst vom Brot nehmen. Mit „Death Explosion“ vom 2000er Album „Deathrace King“ begannen sie ihren Siegeszug. Von der aktuellen Platte gab es „In The Name of Death“ und „Iron Cross“, beides absolut mächtige Songs. Und so erspielten sich THE CROWN definitiv einen Platz unter meinen persönlichen Top 10 des diesjährigen PSOA.

Deutlich entspannter ging es in der Folge bei SOLSTICE zu. Technisch eine saubere Sache, aber ich bin einfach kein Fan der Engländer und so trat ich den geordneten Rückzug zum Bierstand an, um mir die Show aus der Ferne anzuschauen und den Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Denn wer MIDNIGHT schon mal gesehen hat, weiß das die US-Amerikaner nichts anbrennen lassen. Patronengurt umhängen, Kapuze aufsetzten und ab geht’s! Rotziger punkiger Blackend Heavy Metal steht auf der Speisekarte. Was soll man zu diesem Trio noch groß sagen? MIDNIGHT liefern eigentlich immer ab und das war diesmal keine Ausnahme. 45 Minuten volles Programm, die Fans anschließend sichtlich mitgenommen, aber glücklich.

Kurze Verschnaufpause, denn KRISIUN aus Brasilien passen in die gleiche Kategorie – keine Kompromisse und immer 110%. Death Metal vom Feinsten mit brillantem Sound ließen das Gelände ordentlich mitgehen. Wer KRISIUN noch nicht kannte wird hoffentlich schwer beeindruckt den Weg zum Plattenstand angetreten haben – die eingefleischten Fans feierten die Band sowieso.

ARKONA aus Russland sollten anschließend die Pagan/Folk-Freunde bespaßen. Leider überhaupt nicht meine Baustelle, deshalb enthalte ich mich einfach jeglichen Kommentars und springe direkt zu NIGHT DEMON! Was haben sich die Organisatoren des PSOA beim Erstellen dieser Running Order denn nur gedacht? Wollten die den Sanis mal was zu tun geben? So viele gefeierte Bands auf einen Tag zu packen, grenzt schon fast an versuchte Körperverletzung. Klar passen NIGHT DEMON nicht ins klassische PARTY.SAN-Line-Up, aber man hat die Jungs in den letzten Jahren immer wieder eingeladen und die lieferten jedes Mal volle Kanne! Klassischer Heavy Metal zur besten Nachmittagszeit? Geht definitiv klar. Vor allem wenn „Welcome To The Night’“ als Opener, direkt gefolgt von „Full Speed Ahead“ übers Gelände schallen. Fetter Sound, Sonne, gute Laune und Bier – das war ne starke Nummer der Kalifornier. Die kann man gerne immer wieder einladen, macht einfach Spaß.

So langsam näherte sich die Sonne dem Horizont und ROTTING CHRIST aus Griechenland schickten sich an, noch eine Schippe auf den heutigen Tag drauf zu legen. Und was dann kam, war einfach nur krass. Die Mannen um Sänger Sakis Tolis planierten das Gelände. Ich kann meine Faszination gar nicht wirklich in Worte fassen, daher einfach nur WTF?!? Mit der Dunkelheit kam dann auch der Regen. Was auf anderen Festivals und bei anderen Bands für deutliche Lücken vor der Bühne führt, schien sich hier genau ins Gegenteil zu wandeln.

Die Polen von MGLA standen in den Startlöchern und wurden mehr als euphorisch erwartet. Und es kam wie es kommen musste – MGLA spielten alles, was bisher auf der Bühne stand in Grund und Boden. Klar, Interaktion mit dem Publikum gab es nicht, eine große Show brauchte man auch nicht zu erwarten und zu sehen war von den Herrschaften dank Nebel und Masken auch nichts. Aber dafür gab es einen glasklaren Sound und eine unfassbare Setlist! Wer nach ROTTING CHRIST noch nicht vom Schwarzmetall überzeugt war musste es spätestens jetzt sein!

Mit dem Ende des Gigs verzogen sich zwar die Regenwolken noch nicht, aber zahlreiche Besucher scherzten, ob nun DEICIDE wirklich die Bühne betreten würden oder ob wieder ein ungeplantes Ereignis den Auftritt verhindern würde. Aber lobet und preiset den Herr – oh wait… DEICIDE waren auf jeden Fall vor Ort und zeigten der versammelten Meute, wie US Death Metal zu klingen hat. Songs wie „Once Upon The Cross“ oder „Homage For Satan“ knallen einfach derb und so bleibt der für mich erste Auftritt von DEICIDE definitiv im Gedächtnis.

Pünktlich zum Beginn von TESTAMENT hörte der Regen dann auch auf und die Bay Area Institution schickte sich an, dem Freitag die Krone aufzusetzen. Bei mir zündete der Gig leider so gar nicht, vielleicht bin ich nach den ganzen TESTAMENT-Gigs der letzten Jahre auch irgendwie müde von der Band. Aber der Sound war sauber, die Band gut drauf und das Publikum feierte sie gebührend. Also definitiv ein gelungener Headliner und darauf kommt es doch an.

Copyright Fotos: Oliver Janka

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