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PATRICE – FETSUM

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 24.10.2008

Nachdem PATRICE erst im April anlässlich der 1Live Nacht in Bielefeld ein Gastspiel in der Hechelei hingelegt hatte, zog es ihn im Rahmen seiner „Free-Patri-Ation“ Tour nun erneut in die beschauliche Metropole Ostwestfalens. An einem Freitagabend also beste Voraussetzungen dafür, den Stress der Arbeitswoche hinter sich zu lassen und ein wenig Spaß zu haben. Kaum hatten wir den Ringlokschuppen betreten, gingen in der großen Halle um Viertel vor Acht und damit 15 Minuten früher als angekündigt, auch schon die Deckenlichter aus. Da nach dem Konzert noch ein ausgiebiger Diskoabend vorgesehen war, musste der Supportact also etwas verfrüht der erst halbvollen Halle einheizen.

Diese Aufgabe kam FETSUM zu, genauer gesagt Fetsum Sebhat. Der gebürtige Ägypter kann bislang auf die EP „Meine Musik“ (2005) und Zusammenarbeiten unter anderem mit MAX HERRE, den MASSIVE TÖNEn und DJ THOMILLA zurückblicken. Wegen eines Staus erst kurz zuvor von der Autobahn eingetroffen, musste er ohne größere Vorbereitung die Bühne des ihm nicht unbekannten Ringlokschuppens entern, wo er gemeinsam mit Leon Schurz als Begleitung an der Gitarre seine „Urban Folk Music“ zum Besten gab, die vor allem von der Soulstimme des Wahlberliners lebt. Wie er berichtete, kam die Einladung als Toursupport von PATRICE recht unverhofft, so dass zur Deckung der Tourkosten zunächst noch die “Become a FETSUM Supporter” Aktion ins Leben gerufen werden musste, bei der es das Ziel war, kurzfristig mindestens 1.000 spezielle FETSUM T-Shirts zu verscherbeln. Angesichts seiner Anwesenheit ein wohl recht erfolgreiches Unterfangen. Aber auch seine Stücke, wie z.B. die aktuelle Promo-Single „Meet you in paradise”, kamen an diesem Abend ganz gut an. Letztlich waren die 25 Minuten jedoch relativ schnell und eher unspektakulär wieder vorbei.

Ein größeres Spektakel sollte sich da schon bei PATRICE bieten, der jüngst als bester Liveact für den Einslive Krone Radioaward nominiert worden war. Im Hintergrund ein großes weißes Backdrop für gelegentliche Einblendungen und vorne viel Platz für die fünfköpfige Band – das machte allerdings schnell klar, worum es hier ging. Um das Wesentliche nämlich, die Musik. Und davon gab es einiges zu hören, nachdem PATRICE selbst in einem legeren hellen Anzug und mit Cappy auf die Bühne geschlurft war. Aber die überwiegend jungen Fans waren auch treue Seelen und machten es ihm sehr leicht, eine lockere und gelöste Atmosphäre zu schaffen. Denn die inzwischen ca. 1.500 tanzten, sangen und klatschten von Beginn an zu den Klängen von „Murderer“ oder „Done“. Groß abgefeiert wurden natürlich auch Songs wie „Sunshine“ (bei dem PATRICE erstmals ohne Gitarre frei auf der Bühne agierte), „Everyday good“ oder „Music“ (nachdem er sich seines Sakkos entledigt hatte und obenrum nur noch mit einem weißen Tanktop bekleidet war), es hatten sich aber auch immerhin acht Titel vom neuen Album in die Setlist gemischt. Ob alt oder neu, die Stücke glänzten jedenfalls vielfach durch nicht nur bloßes Nachspielen, sondern einige interessante Einschübe und durch die Agilität der Musiker, allen voran dem Basser, der sich nebenbei gesagt auch gut in einer Zahnpastawerbung machen würde. Nach dem ebenfalls umjubelten „Up in my room“ stand mit „Soulstorm“ auch schon das Ende des regulären Sets an. Bei dieser Gelegenheit hatte jeder aus der Band dann aber zwischendrin noch seinen großen Soloauftritt und wurde zudem vorgestellt. Das Jungvolk spendierte allen Beteiligten begeistert Applaus.

Damit aber nicht genug, Zugaben mussten her. Urplötzlich tauchten PATRICE und seine Jungs auch schon mit Trommeln bzw. Mikrofon bewaffnet inmitten der Menge auf und es wurde quasi guerilla-artig munter weiter musiziert. Zurück auf der Bühne führte PATRICE seine beiden „wirklichen Stimmen“ vor und bekam für seine Stimmakrobatik Unterstützung von LAYGWAN SHARKIE aus Bielefeld, der auch schon an „Slave to the river” vom „Nile” Album beteiligt war. Gemeinsam gab man noch „Don´t cry” zum Besten, bevor die aktuelle Single “Another one”, bei dem sich PATRICE noch zu einem „Bielefeld rules“ hinreißen ließ, zunächst wieder einen Schlusspunkt setzte. Doch so leicht waren die Bielefelder nicht abzuschütteln und es bedurfte einer weiteren Zugabe, um die Meute nach fast zwei Stunden zu besänftigen. „Dove of peace“ als friedliche Reggaenummer war hierfür genau das richtige. Nicht nur, weil dies die nächste Singleauskopplung sein wird, nein auch, weil alle so in den passenden Mood für die weitere Abendgestaltung kamen…
gerrit [pk]

Setlist PATRICE (ohne Gewähr)
Clouds
Murderer
No screwface
He don´t answer
Done
Sunshine
Everyday good
Justified
Do things to you
Music
Appreci-luv
Up in my room
Soulstorm

“Freestyle”
Don´t cry
Another one

Dove of peace

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