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PETER FOX feat. COLD STEEL – OCEANA

Ort: Münster - Halle Münsterland

Datum: 02.03.2009

Der PETER FOX-Virus ist offensichtlich hochgradig ansteckend, denn wenige Tage nachdem der Terrorverlag dem Gig in Hannover beiwohnte, pilgerte eine weitere Terror-Delegation ins benachbarte Münster, um auch hier in Wort und Bild zu berichten. Und – wie zu erwarten – waren wir nicht allein an diesem Märzabend zur Münsterlandhalle unterwegs, mehr als 6000 erwartungsfrohe Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und jeglicher erkennbarer musikalischer Gesinnung pilgerten einem unterhaltsamen Abend entgegen.

Wie auch in Hannover heizte in Münster und auf der gesamten Tour OCEANA die Menge an, was ihr sichtlich leicht fiel, denn die Stimmung war schon zu Beginn des Abends gut. Partylaune wohin man blickte, allgemeines Wohlwollen schwappte ihr entgegen. Nun gab es ja auch mit Anleihen aus Hip Hop und Reggae eine recht große Schnittmenge mit der FOXschen Musik, der Anteil an Jazz, Soul und Pop überwog aber und groovte die Menge gebührend ein. Eine CD, die es zu bewerben galt, gab es noch nicht. Die Betonung liegt hiebei auf „noch“, denn der erste Silberling von OCEANA „Love Supply“ wird noch im nächsten Monat erscheinen und in der Zuhörerschaft von PETER FOX sicherlich auch einige Käufer finden. Die richtige Musik, um bei sommerlichen Temperaturen mit einem Glas Wein auf dem Balkon zu chillen. Auch in Deutschland wird es mal wieder Sommer!

Die Umbaupause bot dann noch ausgiebig Gelegenheit, sich für die anstehende Party frisch zu machen und Flüssigkeit aufzunehmen. Fast ein bisschen zuviel Zeit, die die Anwesenden mit Laola-Wellen und Sprechchören überbrückten, gegen 21 Uhr hörte man aber auch die ersten Pfiffe, die dann aber zehn Minuten später in Begeisterungsrufe übergehen sollten: PETER FOX und seine Stadtaffen stürmten die Bühne.

Und diese wurde wirklich opulent ausgenutzt: insgesamt 15 Menschen sah man dort: PETER FOX himself, 2 Bläser, 3 Backgroundsänger/ innen , 1 Co-Sänger mit Affenmaske (die er während des gesamten Konzerts auch nicht abnahm), Bassist, Gitarrist, Keyboarder, Drummer und last but not least die fulminanten COLD STEEL DRUMLINE. Eindrucksvoll visuell unterstützt von einer riesigen LED-Leinwand im Hintergrund, auf der abwechselnd getreu dem Motto „Stadtaffen“ immer wieder affige Protagonisten zu erkennen waren, es wurden aber auch Einspieler aus den Videos, Kamerafahrten durch einen Straßenzug (sehr eindrucksvoll bei „Schwarz zu Blau“, mir wurde fast ein wenig schwindelig) und Live-Aufnahmen des gerade laufenden Konzerts eingespielt. Beeindruckend: die „Choreographie“ zusammen mit den ausdrucksstarken COLD STEEL war extrem synchron und wirkte kein bisschen aufgesetzt. Extra-Beifall war den Jungs im Anzug auf jeden Fall sicher. Die Setlist bot nach dem Lesen des Hannover-Berichts keine Überraschung: auch wir hatten gerätselt, wie Herr Fox die Setlist aufpeppen würde, denn die Songs seines Debüts „Stadtaffe“ reichen kaum, um einen Konzertabend befriedigend zu füllen. So wurden auch in Münster einige Cover und natürlich auch SEED-Hits gespielt und die Zugabe von einem weiteren Gastes des Berliners eröffnet: MISS PLATNUM, ebenfalls aus der Hauptstadt, performte mit „Sinking Boat“ einen ruhigen Titel, um die Fans etwas abzukühlen. Dass die Dame auch anders kann, bewies sie schon im Vorprogramm der Fornika Tour der FANTA 4. Dort brachte sie die Fans mit ganz anderen Rhythmen auf Betriebstemperatur. Zusammen mit Herrn FOX gab’s im Anschluss deren beider Single „Come Marry Me“ und zum Abschluss standen dann wieder zwei SEEED Songs auf dem Programm, die ein Percussion-Special einrahmten. Die Setlist wusste zu überzeugen, einziges Manko war vielleicht, die etwas fragwürdige Reihenfolge der Titel. Denn nachdem das eigentliche Set mit der Debüt-Single „Alles neu“, das erwartungsgemäß die Halle zum Beben brachte, beendet wurde, fuhr die Stimmungskurve mit der Zugabe etwas runter. Vielleicht war dies aber auch in voller Absicht geschehen, die Zuhörer sollten schließlich wieder zu Atem kommen? Im Gegensatz zu Hannover hatten wir in Münster den Eindruck, dass PETER FOX echt locker war und sich tatsächlich freute, mit den Leuten zu feiern und sie auch zu animieren.

Mit wenig Erwartung und viel Neugierde angereist, fuhren wir wieder gen Heimat – euphorisiert, überzeugt von der richtig guten Show und angesteckt mit dem Berliner-Stadtaffen-Partyfieber. Und mit der Gewissheit, dass es in Deutschland endlich mal jemand zu Recht an die Spitze der Charts geschafft und drei Echos gewonnen hat. Affengeil!

Setlist PETER FOX
Intro
Lok auf 2 Beinen
Der Letzte Tag
Stadtaffe
Haus am See
Kopf verloren
Das Zweite Gesicht
Give it to me (TIMBALAND Remix)
Fieber
Zucker (PETER FOX/VANESSA MASON)
Schwinger (SEEED)
Ich Steine, Du Steine
Schwarz zu blau
Schüttel deinen Speck
Grosshirn (SEEED)
Alles neu

Sinking Boat (MISS PLATNUM)
Come Marry Me (MISS PLATNUM/ PETER FOX)
Dickes B (SEEED)
Percussion Instrumental
Aufstehn (SEEED)

Come with me (PUFF DADDY Remix)

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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