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PETER HEPPNER

Ort: Hannover - Capitol

Datum: 29.01.2009

Nach zahlreichen erfolgreichen Kollaborationen will es Herr Heppner nun solo wissen, so auch der Titel seines im September vergangenen Jahres erschienenen Albums, das zum Einstieg sofort eine Top-Ten Platzierung schaffte. Die Single „Alleinesein“ lief einige Wochen auf Heavy-Rotation, doch dann wurde es schnell wieder ruhig um den Herrn mit der samtenen Stimme. Aus der nun laufenden Tour wurde aus produktionstechnischen Gründen fast die Hälfte der Stationen gestrichen, doch der von uns anvisierte Gig in Hannover sollte stattfinden. Nachdem die (vorübergehende?) Schließung des ans Capitol angrenzenden Parkhauses kurzzeitig für Irritationen gesorgt hatte, ward jedoch schnell ein anderes Plätzchen für die Familienkutsche gefunden und gegen 20.45 Uhr betraten wir das Capitol, das so kurz vorm angekündigten Konzertbeginn noch Platz für einige Gäste mehr bereit hielt (Nicht unbedingt verwunderlich bei einem Ticketpreis von über 40 Euro.) Zudem bemängelte der begleitende Fotograph gleich die Verlagerung des Publikums vom Goth-Lager in den Mainstream (und somit wohl zu weniger Augenfutter), aber so hatte es der Herr Heppner ja gewollt.

Eine Sprite weiter (nix Cola light im Capitol, Abzug in der B-Note) war aber schon die Profession gefragt, denn nun eröffnete der Peter ganz „Easy“ den Abend und begrüßte die anwesenden Fans mit den Worten „Hallo, ich bin der Peter und das ist meine Band“. Auch wenn er seine Kollegen erst zum Ende des Konzertes vorstellte, sei hier vorweggenommen, dass es sich um lauter alte Bekannte aus der Szene handelte, als da wären: An den Keys Lothar Manteuffel (RHEINGOLD, ELECTRIC MUSIC) und Dirk Riegner (ALICE 2, MILÙ), sowie der bereits von der letzten WOLFSHEIM-Tournee bekannte Carsten Klatte (CASSANDRA COMPLEX, PROJECT PITCHFORK) an der Gitarre sowie Schlagzeuger Achim Färber (u.a. DE/VISION, PHILLIP BOA). Wie gewohnt klappte Herr Heppner sein Textbuch auf und es folgte „I hate you“ und direkt im Anschluss die Single seines Albums „Alleinesein“, die mit großem Applaus bedacht wurde. Nach einem weiteren Titel aus seinem Soloalbum dann schon „Die Flut“, sein großer Hit zusammen mit JOCHIIM WITT, der nun auch schon 10 Jahre auf dem Buckel hat. Noch ein paar Jahre älter ist der WOLFSHEIM-Klassiker „Künstliche Welten“, der ebenfalls begeistert vom Publikum aufgenommen wurde. Herr Heppner blieb zwischen den Liedern gewohntermaßen wortkarg, außer einem wiederholten „Danke“ zu den letzten Tönen eines Tracks ließ er einzig und allein die Musik und seine geschmeidige Stimme sprechen, im Hintergrund sorgte eine große LED-Installation für optische Effekte. Nach zwei weiteren ruhigeren Stücken seines Soloalbums sorgten die Erfolgssingle „Kein Zurück“ sowie das anschließende „Wir sind wir“ aus einer Kooperation mit PAUL VAN DYK für den nächsten Höhepunkt und so sollte es alternierend mit seinen Solostücken weitergehen, wobei die bekannteren und auch durchgehend dynamischeren Titel für größere Begeisterung im Publikum sorgten, so auch „Vielleicht“, eine Zusammenarbeit mit ALVAREZ auf dem „Zeitmaschinen“-Sampler. Es folgten nun weitere Charterfolge wie „Once in a lifetime“ und „Dream of you“ vom SCHILLER Album „Weltreise“. Nach dem für mich entbehrlichen „Wundervoll“ beendete „Das geht vorbei“, einer meiner Favoriten des Soloalbums, nach 80 Minuten das Set.

Doch eine schnelle Zigarette weiter stand Peter schon wieder auf der Bühne mit dem YAZOO-Cover „Mr. Blue“ vom 1983er Album „You and me both“, das mir, obwohl ich das Album noch irgendwo auf einer schräbbeligen Cassette haben müsste, nicht mehr geläufig war. Ganz anders eine weitere SCHILLER-Zusammenarbeit „Leben…. I feel you“. Für den Abschlusstitel ging Herr Heppner dann ganz an den Anfang seiner WOLFSHEIM-Karriere und ließ den Abend sehr zur Freude der eingefleischten Fans mit „The Sparrows and the Nightingales“ ausklingen.

So war PETER HEPPNER am Ende seinen Interessen nachgekommen und hatte fast sein ganzes Soloalbum zu Gehör gebracht, ließ durch die zahlreichen Hits aus anderer Zusammenarbeit jedoch wohl kaum einen Fanwunsch offen, so dass wir nach einem feinen Clubkonzert zufrieden den Heimweg antraten.

Setlist PETER HEPPNER
Easy
I hate you
Alleinesein
No matter what it takes
Die Flut
Künstliche Welten
Being me
Wherever
Kein zurück
Wir sind wir
Suddenly
Vorbei
Vielleicht?
Once in a lifetime
Dream of you
Wundervoll
Das geht vorbei

Mr. Blue
Leben… I feel you

The Sparrow and the Nightingales

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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