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POETS OF THE FALL – PHOENIX EFFECT

Ort: Helsinki - Tavastia

Datum: 12.11.2008

PHOENIX EFFECT und POETS OF THE FALL

Ich konnte es kaum noch abwarten, endlich in den Flieger zu steigen. Der große Tag von Janne Kärkkäinen, den einige von euch sicher noch aus seinen SUNRISE AVENUE Zeiten kennen, war endlich gekommen. Janne sollte mit seiner neuen Band als Support von POETS OF THE FALL spielen. Natürlich in Finnland. War ja auch irgendwie klar, dass es einen Haken an der Sache geben musste. Aber egal. Anreise und Flug verliefen ohne Probleme, dementsprechend brauchen wir uns mit solch unwichtigen Details nicht aufhalten. Im Hotel angekommen war auch gar nicht mehr all zu viel Zeit. Schneller als gedacht bewegten sich die Uhrzeiger und meine Begleitung und ich empfingen noch einen Bekannten, der uns zu Jannes großem Tag begleiten sollte.

Am Tavastia angekommen vertrieben wir uns die Zeit mit einem Bier zur Einstimmung und machten uns dann zum Interviewtermin mit Janne auf. Ich möchte ja behaupten, er war nervös. Auch wenn er dies immer wieder verneinte. Überraschenderweise gesellte sich noch ein lieblich anzusehender junger Mann auf eine etwas ungewöhnliche Weise zu dem Interview dazu. Marko Saaresto, Sänger der finnischen Band POETS OF THE FALL, gab kurz sein Statement zum Thema PHOENIX EFFECT ab. Kurze Zeit später begaben sich die beiden in den Backstagebereich, um die letzten Vorbereitungen zu treffen.

Um kurz nach 21 Uhr finnischer Zeit betraten PHOENIX EFFECT dann die Bühne. Der Club war gut gefüllt. Die POETS und PHOENIX EFFECT scheinen sich eine Fangemeinde zu teilen. Vielleicht auf Grund einer bestimmten Affinität. Wer weiß das schon. Der erste Song, den PHOENIX EFFECT zum Besten gaben, war „Broken Promises“, die aktuelle Single (kann man übrigens bei ITunes erwerben und ist unbedingt zu empfehlen). Dieser Auftakt war für die Jungs ein voller Erfolg. Das Publikum sang lautstark die Lyrics mit und auf Jannes Gesicht machte sich Freude breit. Die Erleichterung war nicht zu übersehen. Es ist ja auch nicht ganz so einfach, plötzlich vom Gitarristen zum Frontman zu mutieren. Aber der Herr meisterte diese neue Aufgabe perfekt. PHOENIX EFFECT spielen eine Mischung aus Pop-Rock und Rock. Genau festlegen kann man sich da eigentlich nicht. Was aber außer Frage steht ist: Es ist einfach fantastisch. „Hey You“ ist dabei zu meinem Lieblingssong geworden. Das Album soll nächstes Jahr erscheinen und dann könnt ihr euch selbst von dem Song überzeugen. PHOENIX EFFECT ernteten jede Menge Applaus und das „Gekreische“ blieb auch diesmal nicht aus. Bei „Perfectly Good Day“ sah man Janne dann endgültig an, dass er zurück ist. Zurück auf der Bühne, zurück in seinem Leben. Er gehört dorthin und nirgends anders. Genauere Informationen über die Bandformation gibt es noch nicht, aber im Vordergrund steht ja auch Janne. Eigentlich sollte das Konzert um 20 Uhr beginnen. Wie das aber manchmal so ist, ändern Clubbesitzer ihre Meinung schneller als den Bands recht ist. Daher konnten PHOENIX EFFECT nur eine halbe Stunde spielen…

Setlist PHOENIX EFFECT
Broken promises
King see no evil
Carry me
Perfectly good day
Hey You
Flashbacks and memories

Eine lange Pause gab es danach nicht. Eh ich mich versah, standen sie da. POETS OF THE FALL. Live in Farbe und bunt. Ich möchte eine kleine Kritik vorweg nehmen, mehr folgt dann allerdings nicht. Die Gitarre von Mr. Jaakko Mäkinen, man nennt ihn auch liebevoll „Jake“, war nicht nur etwas, sondern viel zu laut und gab ein ziemlich anstrengendes Geräusch von sich. Neee, das war nicht schön. Aber Hauptsache laut, nicht war Jake? Ich bin jedenfalls froh, dass nicht nur meine Gitarre ab und zu komische Geräusche macht. Und nun reicht es mit der Kritik. Kommen wir zum eigentlichen Geschehen. Gestartet wurde mit „The Ultimate Fling“, der ersten Single aus dem neuen Album „Revolution Roulette“. Schon zu Beginn wurde mir klar – Marko ist wirklich verrückt. Ich bilde mir das nicht ein. Dies ist allerdings im positiven Sinne gemeint, denn dieser Mann ist ein einziges Energiebündel. Dazu ist er noch unheimlich sexy. Aber ich neige wieder zur Subjektivität. Zu Markos Rechten fand man Ollie Tukianen. Wer die POETS schon mal live gesehen hat, weiß, dass er Mark in Sachen Power in nichts nachsteht. Ich bin mir auch sicher, er ist auf seinem Gebiet der Beste! Der kleine Ollie griff also in die Seiten und Marko heizte mit vollem Körpereinsatz den Fans ein. Bald sollte mir auch klar werden, warum er für die Temperatur im Club eigentlich zuviel an hatte. Wer viel an hat, kann viel ausziehen. Man hätte auch denken können, Mark wolle sich im strippen üben. Aber schön anzusehen. Mr. Saaresto ließ den Fans keine ruhige Minute. Er suchte ihre Nähe, reichte ihnen die Hände und flirtete mit den Mädels in den ersten Reihen. Diese antworteten darauf womit? Ja richtig. Mit meinem geliebten Gekreische. Ja ich weiß, das gehört dazu, aber manchmal ist es wirklich an der Schmerzgrenze. Eine etwas andere als die auf dem Album vertretene Version von „Sorry“ sollten die Zuschauer später zu hören bekommen. Ich würde mal sagen, es war Jazzig angehaucht. Marko tänzelte im Rhythmus über die Bühne. Die POETS wirken wie eine kleine Familie. Es ist schön, eine Band zu sehen, die so gut zusammen passt. Besonders schön war die Akustikversion von „Carnival Of Rust“. Markos Stimme ist fast schon einzigartig und solche Versionen sind wie für ihn gemacht.

Als Zugabe spielten die Jungs eine Coverversion. „You know my name“ von CHRIS CORNELL ist einer von Markos Lieblingssongs. Eigentlich bin ich nicht so ein großer Fan von diesem Titel, allerdings gefällt er mir in der POETS-Version sehr gut und mit Sicherheit wird diese Single wieder ein voller Erfolg. Viel zu schnell ging der Auftritt der Jungs vorbei. Ollie schien die Bühne nicht verlassen zu wollen. Aber irgendwann muss man ja gehen. Jake ließ es sich nicht nehmen und trug ihn auf Händen von der Bühne. So muss es auch sein. Helden sollte man auf Händen tragen…

Setlist POETS OF THE FALL
Ultimate Fling
Diamonds for Tears
Psychosis
Revolution Roulette
Don’t mess with me
Sorry
Fire
Stay
Clevermind
Illusion and Dream
Looking up the sun
Carnival of Rust
Lift

You know my Name
Late Goodbye
Miss Impossible
Sleep

Copyright Fotos: Ramona Schwarz

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