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POHLMANN – MIA DIEKOW

Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 26.11.2011

Mit dem nun bereits dritten und zugleich letzten Teil der „König der Straßen“ Tour quasi vor der Haustür, wollte der Terrorverlag dem Wahl-Hamburger POHLMANN natürlich noch mal einen Besuch abstatten. So oder ähnlich dachten wohl auch die ca. 400 Leute, darunter auffallend viele Pärchen, die sich in der kleineren Halle des Ringlokschuppens eingefunden hatten und diese angenehm füllten. Und obwohl das Konzert wegen einer Erkrankung des Hauptdarstellers kurzfristig auf der Kippe stand, sollte niemand enttäuscht werden.

Zunächst galt die Aufmerksamkeit aber MIA DIEKOW, einer ebenfalls aus der Hansestadt stammenden Neuerscheinung noch ohne vollständiges Album. Zur Unterstützung hatte die junge Dame den Gitarristen Olaf Niebuhr an ihrer Seite sitzen, mit dem sie auf der mit Lichterketten heimelig dekorierten Bühne sieben Stücke vorstellte und hierbei unter Zuhilfenahme diverser Rhythmus- und anderer Begleitinstrumente auch selbst immer wieder neue musikalische Farbtupfer setzte. Im Vordergrund dieser Singer/ Songwriter meets Indie-Pop Aufführung stand aber Mias liebliche Stimme, mit der sie ihre recht verspielten Texte vortrug, die den Nährboden für Songs wie „Herz“ oder „Kitsch“ bilden. Zum Abschluss erklang noch der Titeltrack der „Die Logik liegt am Boden und wir sind frei“-EP, die passend zur Tour veröffentlicht wurde, auf der man bzw. Frau – so jedenfalls in Bielefeld – durchaus das Interesse im Publikum wecken konnte, wie später der Zuspruch am Merch-Stand bewies.

Nur kurze Zeit später fiel dann auch der Startschuss für Ingo POHLMANN. Sicherlich werden die örtliche Nähe zu seiner Geburtsstadt Rheda-Wiedenbrück und die von dort angereiste(n) Freunde und Familie mit ein Grund dafür gewesen sein, das Konzert gegen ärztlichen Rat durchzuziehen. Nicht nur das überwiegend weibliche Publikum in den vorderen Reihen, sondern auch der übrige Teil des Auditoriums dankte es ihm jedenfalls und war gleich sehr empfänglich für die Musik des Barden. Mühelos konnte dieser seine Fans nämlich dazu animieren, lauthals mitzusingen („König der Straßen“) oder die Arme zu den heiteren Klängen von „Wenn sie lächelt“ in der Luft von einer zur anderen Seite zu bewegen. Spätestens mit POHLMANNs ausgelassener Tanzeinlage zum Titeltrack seines zweiten Albums „Fliegende Fische“ wurde außerdem klar, dass sich sein Zustand mit zunehmender Betriebstemperatur offenbar stabilisierte und auch die anfänglich etwas beschlagene, leicht heisere Stimme durchhalten sollte. So gab es keinen Grund, den dargebotenen Mix aus locker-beschwingten Songs und einigen ruhigeren, emotionalen Stücken nicht zu genießen. Die Authentizität des Bühnengeschehens wurde auch durch die eher einfach gehaltene Lightshow noch unterstrichen; hier sind es eben Musik und Spontaneität, die im Vordergrund stehen, und kein extravaganter Zinnober. Da durfte natürlich mit „Wenn jetzt Sommer wär“ der seinerzeit zum Durchbruch verhelfende Hit nicht fehlen, der von den Zuschauern entsprechend begeistert aufgenommen wurde. Das anschließende „Ich will dass du mitgehst“ („König der Straßen“ Bonustrack) wurde sodann nur mit Gitarren-Begleitung performed und auch bei „Wenn die Nacht beginnt“ ging es mit dezenter Beleuchtung recht intim zu, bevor „Der Junge ist verliebt“ – quasi in der „Sweet Home Alabama“ extended Version – zum Abschluss des regulären Sets noch einmal richtig zum Mitgrooven anregte.

Der natürlich unumgängliche Zugabenteil musste angesichts der körperlichen Anstrengung zwar etwas kürzer bestritten werden, als es für POHLMANN üblich gewesen wäre, dafür durfte man diesmal allerdings Verständnis haben und wurde immerhin noch Zeuge einer neuen, in englischer Sprache intonierten Solo-Komposition, die absolut auch Unterhaltungswert auf diesem Gebiet offenbarte. “An Mina” beendete dann schließlich – wieder mit kompletter Bandbesetzung – ein gelungenes und kurzweiliges Konzert, zu der die besagte Liveband natürlich auch einen nicht unwichtigen Teil beigetragen hat.

SETLIST POHLMANN
Gut So
Musik
König Der Straßen
Wenn Es Scheint, Dass Nichts Gelingt
Fliegende Fische
Wenn Sie Lächelt
Unten Im Meer
Die Welt Zerbricht
Mädchen Und Rabauken
Wenn Jetzt Sommer Wär
Ich Will Dass Du Mitgehst
Wenn Die Nacht Beginnt
Für Dich
Der Junge Ist Verliebt

„You Make Me Rich Without Money“
An Mina

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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