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POISONBLACK – SILENCE

Ort: Hamburg - Logo

Datum: 23.05.2010

Nach vier veröffentlichten Alben kann ich es immer noch nicht nachvollziehen, dass POISONBLACK nicht halbwegs steil gegangen sind. Gut, irgendwie haftet den Finnen immer noch das Image der SENTENCED-Nachfolgeband an, nicht zuletzt da Fronter Ville Laihiala durch seinen Gesang ebensolche Parallelen natürlich kräftig unterstützt, doch fehlt es ja eh an einer Band, die sowohl musikalisch als auch von der Grundstimmung her dieses Erbe antreten könnte. Ganz zu schweigen von den allesamt guten Silberlingen, die das Quintett regelmäßig auf die Fangemeinde der dunkleren Klänge loslässt. Es hilft nix, bei der ersten eigenen Headlinertour reicht es grad mal für das bescheidene, vielleicht 200 Leute fassende LOGO und selbst das ist nicht mal ausverkauft. Mir persönlich sollte das nur allzu recht sein, da solch kleine Gigs eben genau deswegen oft sehr persönlich und intim und mitunter genauso viel Spaß machen können, als wenn 2000 Leute nur halb-enthusiastisch bei der Sache sind.

Mit ihrem selbst betitelten Dark Rock passten SILENCE aus Deutschland natürlich bestens ins Programm, nicht zuletzt da sie in einer musikalischen Schnittmenge aus eben POISONBLACK, ENTWINE oder etwa CHARON lagen, mit einem Schuss der frühen LOST PROPHETS. Obwohl die Franken Songs wie „Christine Infernal“ oder „Murder Days“ auf der kleinen Logo-Bühne mit viel Elan – so weit das denn geht, wenn man nur gefühlte 50cm Bewegungsradius wahrnehmen kann, ohne dabei einen seiner Bandkollegen umzurennen bzw. gegen den Pfeiler mitten auf der Bühne (!) zu laufen – doch das Hamburger Publikum gab sich wie so oft reserviert und hielt zunächst einmal 2 Meter Sicherheitsabstand. Selbst alles Auffordern und der fehlende T-Shirt des (durchtrainierten) Gitarristen halfen da wenig, was aber nichts an einem soliden Auftritt änderte.

Trotz oder vielleicht gerade wegen der kleinen Menge sah man POISONBLACK und allen voran natürlich Sänger Ville am heutigen Abend in absoluter Hochstimmung. Ab dem Opener „My Sun Shines Black“ vom neuen Album „Of Rust and Bones“ bekam man einen bestgelaunten Fronter zu sehen, der lockerer denn je agierte, immer wieder die Menge zum Mitmachen aufforderte und selbst noch für den ein anderen Scherz aufgelegt war, so wurde „Lowlife“ z.B. als „Gaylife“ angekündigt und die wunderschöne Ballade „Invisible“ mit dem Ziel vorgetragen „to get all the ladies laid“. Der vorherige Sicherheitsabstand war seitens des Publikums schon seit dem Soundcheck aufgegeben worden (und nach dieser Ansage vielleicht noch etwas mehr verkürzt), entsprechend wurde hier die doch ansonsten recht rocklastige Setlist gefeiert. Zweifelsohne, die Fans, die diese Band hat, sind 200% bei der Sache. Bei der Songauswahl gab es natürlich wenig Überraschungen, die üblichen Verdächtigen der letzten Alben sowie natürlich ein halbes Dutzend neuer Stücke, selbst der Sound war erstaunlich gut (wenn auch extrem laut). Einziges Manko wäre vielleicht, dass ich endlich noch mal den Gänsehautauslöser „Only You Can Tear Me Apart“ hören wurde, am liebsten mit Akustikgitarre, wie auf der „A Dead Heavy Day“ Special Edition, das würde doch mal perfekt als Zugabe passen. Zusammenfassend gibt’s aber beide Daumen nach oben, bei allen POISONBLACK Shows, die ich gesehen habe, war dies heute doch wirklich die beste!

Setlist POISONBLACK
My Sun Shines Black
Casket Case
Leech
A Dead Heavy Day
Nothing Else Remains
Hollow Be Thy Name
Soul In Flames
Love Infernal
Irreversible
The Days Between
Left Behind
Lowlife
Rush

Buried Alive
Bear The Cross
The Last Song

Copyright Fotos: Juliane John

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