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PORCUPINE TREE – ANATHEMA

Ort: Saarbrücken - Garage

Datum: 21.11.2007

Saarbrücken wurde in dieser Woche wirklich mit leckeren Bandpackages verwöhnt. Am Abend zuvor war das Roxy noch fest in finnischer Hand, jetzt war es Zeit für ein englisches Bandpaket, die Garage von ihrem Können zu überzeugen. Und das taten ANATHEMA und PORCUPINE TREE mit Leichtigkeit. Dieses perfekte Duo war bereits im Vorjahr schon einmal zusammen auf Tour gewesen und machte nun auch wieder in Saarbrücken Halt. Eine bessere Vorband für PORCUPINE hätte man wahrlich nicht finden können.

Glücklicherweise hatte ich vor der Show noch ein Interview mit PT Mastermind Steven Wilson, so dass ich mehr als zeitig in der Garage war. Zum Glück deshalb, weil ANATHEMA bereits gegen 19:45 und nicht, wie angekündigt erst um 20 Uhr auf die Bühne gingen. Nicht wenige haben dadurch wohl das erste Drittel des Gigs verpasst, welches mit dem formidablen und gänsehauterzeugenden „Fragile Dreams“ eröffnet wurde. Diese Verwirrung/Änderung des Konzertbeginns war wohl dadurch zustande gekommen, dass PORCUPINE TREE eine längere Spielzeit haben wollten. Warum das allerdings nicht früher bekannt gemacht worden ist, wird ein Rätsel bleiben. Wie dem auch sei, dürften gegen Mitte des Sets wohl die meisten der Besucher in der Garage eingetroffen sein, es füllt sich merklich, was ich bei einem Gig an einem Mittwoch so nicht erwartet hätte. Was weiterhin positiv auffiel, war die bunte Mischung des Publikums. Vom jungen Metalfan bis zum Vater, der seine Kinder mit zum Konzert nahm, war einfach alles vertreten. ANATHEMA hatten ein leichtes Spiel die Menge mit Stücken wie „Deep”, „Fragile Dreams“ oder „Closer“ zu verzaubern. Zudem hatten sie noch 3 neue Songs im Gepäck (inkl. dem Namensgeber der neuen Scheibe „Angels walk among us“), die sich wunderbar in die Setlist einfügten. Jeder der Zuschauer genoss das Konzert auf seine Weise, sei es headbangend oder einfach stillstehend und mit geschlossenen Augen. Leider war der Auftritt nach knapp 45 Minuten schon vorbei. Wenn es nach den meisten Anwesenden gegangen wäre, hätten sie gut und gerne noch einmal mindestens 45 Minuten weiterspielen können.

Setlist ANATHEMA
Fragile Dreams
Empty
A Simple Mistake
Closer
Angels walk among us
Deep
Flying
Hindsight

So traurig manch einer auch über die kurze Spielzeit von ANATHEMA gewesen sein mag, so schnell war das vergessen, als eine der innovativsten Bands, die es derzeit gibt, die Bühne betrat. Mastermind Steven Wilson, wie immer barfuss, begann die zweistündige Achterbahnfahrt der vertonten Gefühle mit „What Happens Now“. Ein ergreifenderes Konzert habe ich selten erlebt und es war einfach herrlich zu sehen, dass diese Musik ein Publikum aller Altersklassen gleichermaßen begeistern konnte. Selbst 10-jährige, die in der ersten Reihe standen, ließen sich 2 Stunden lang von Songs wie „Lazarus“, „Anesthetize“ vom aktuellen Album „Fear Of A Blank Planet“ oder „Dark Matter“ in ihren Bann ziehen. Es gibt sie also, die Jugend von heute, die sich für Musik abseits von MTVIVA begeistern kann. (kleiner Wink in Richtung Interview bezüglich der Themen in den Lyrics des aktuellen Albums). Die Filmsequenzen, Farbmuster und Bilder, die im Hintergrund auf einer Farbleinwand die Musik passend untermalten, taten ihr übrigens, um dieses Konzert zu einem berauschenden Erlebnis werden zu lassen. Gleichsam ein Drogentrip, nur ohne Drogen und Nebenwirkungen. Egal ob PORCUPINE TREE äußerst ruhige Töne anschlugen, bei denen das Publikum gespannt lauscht oder auch mal in metallischere Gefilde abdriftete, woraufhin viele begeistert mitgingen, jedes Stück wurde mit lautem Jubel begrüßt. Kein Wunder, kann die Band mittlerweile auf viele erfolgreiche Alben und dementsprechend viele „Hits“ zurückblicken. Nach knapp anderthalb Stunden verabschiedeten sie sich zunächst einmal mit „Sleep Together“ und wurden danach aber wieder unter lauten Zugaberufen zurück auf die Bühne gefordert. Diesen Rufen gaben Steven Wilson und Band natürlich nur zu gerne nach. Eine weitere halbe Stunde verging und nach beinah genau zwei Stunden beendete man mit dem mehrmals geforderten „Halo“ einen rundum perfekten Gig, der wohl keine Wünsche offen ließ. 30 Euro Eintrittspreis hin oder her, dieses Konzert war jeden einzelnen Euro wert. 3 Stunden atemberaubende Musik, zwei wunderbare Bands, ein perfekter Abend!

Setlist PORCUPINE TREE
What Happens Now
Blackest Eyes
Lazarus
Cheating The Polygram
Anesthetize
Open Car
Dark Matter
Drown With Me
Waiting
A Smart Kid
Way Out Of Here
Sleep Together

Even Less
Trains
Halo

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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