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PORCUPINE TREE

Ort: Hannover - Capitol

Datum: 15.10.2009

Warum müssen die besten Konzerte immer mitten in der Woche an für mich nicht ganz so einfach zu erreichenden Orten sein? Donnerstags im Hannoveraner Capitol – der Gig von PORCUPINE TREE stand nicht in einem so guten Licht, da es von Münster schon ne Ecke ist, und außerdem Donnerstags sowohl Mitfahrgelegenheiten als auch Bahnverbindungen zurück immer ein wenig schwierig sind. Aber wie schon so vieles im Leben ließ sich das Problem recht gut lösen, zum Glück gibt es in meinem Freundeskreis noch mehr Leute, die einen sehr breit gemischten Musikgeschmack haben. Leider musste ich für den Service, nach Hannover gefahren zu werden, in Kauf nehmen, dass ich die „Vorband“ ROBERT FRIPP verpasste. Nun ja, nach den Aussagen von Zeugen zu urteilen, scheine ich da auch nichts weiter verpasst zu haben.

So hatte ich nach 2 langen Jahren mal wieder die Möglichkeit, meine alltime Favoriten im Bereich Progressive Musik live zu Gesicht zu bekommen. Pünktlich, aber wirklich haargenau pünktlich zum Start betraten wir das Capitol, leider ohne Fotoapparat, hier war wohl im Vorfeld etwas schief gelaufen. Nun ja, was soll man machen, dann sehe ich das Konzert mal eben nicht durch eine Linse. Der Laden war bereits mit ca. 1500 Leuten picke-packe voll und es erstaunte mich ein wenig, wirklich alle Altersklassen vorzufinden. Die Musik von PORCUPINE TREE beschränkt sich eben nicht nur auf eine Generation sondern spricht eine sehr große Spanne an.

Schon als die Töne des Openers verklungen waren, war klar, dass dies ein denkwürdiger Auftritt werden sollte, der seines Gleichen sucht. Kaum eine Band kann eine solche magische Atmosphäre erzeugen, indem sie Bilder und Töne so sekundengenau stimmig und perfekt miteinander verbindet. Im ersten Teil des über 2 stündigen Sets wurde die komplette 1. CD des neuen Albums „The Incident“ gespielt, das zudem noch auf einer riesigen Leinwand visualisiert wurde. Die 14 Einzelstücke des Songzyklus, der von einschneidenden Erlebnissen in einem Menschenleben berichtet, fesselten selbst den letzten Anwesenden und so entstand eine fast schon magische Atmosphäre. Der absolute Wahnsinn. Ich hatte anfangs nicht gedacht, dass das neue Album als ganzes live so wirken würde, nun ja, da habe ich mich wohl geirrt. Auch wurde während des ersten Sets weitgehend auf Ansagen verzichtet, was das ganze perfekt abrundete.

Dann verschwand die Band rund um Mastermind Steve Wilson erstmal von der Bühne und auf der Leinwand war ein Countdown Zähler zu sehen, der 10 Minuten runterzählte. So lange hatte man nun Zeit, sich mit Getränken zu versorgen oder mal ein bisschen Frischluft zu schnappen. Doch wer dachte, dass es nun vorbei sei, hatte sich deutlich getäuscht. Nachdem nun das komplette neue Werk vorgestellt war, gab es nun noch eine gute Stunde ein Best Of Set quer durch die Schaffensgeschichte. Vom epischen „Lazarus“ bis zum mitreißenden „Anesthetize“ war alles dabei, mir persönlich fehlte der Überhit „Fear of a Black Planet“ aber man kann nicht alles haben. Nach geschlagenen 2 Stunden gab es noch, nachdem die Menge nicht genug bekommen konnte und die Zugabe-Rufe nicht verstummten, 2 absolute Knaller mit „Way out of here“ und meinem heißgeliebten „Trains“ auf die Ohren.

Ein absolut denkwürdiger, hervorragender Auftritt, mehr kann man da zusammenfassend gar nicht sagen. Die Jungs wissen, wie man eine Permanent-Gänsehaut in der Menge erzeugt und die Luft einfach mal eben magisch auflädt. Auch die kleine „Panne“ mit einer leicht verstimmten Gitarre auf der Bühne, die Wilson mit einem „yeah right, we’re so professoinal“ kommentierte kam eher sympathisch rüber. Sonst könnte man auch denken da stünden wirklich Götter auf den Brettern des Capitols. Meine sind sie zumindest – immer wieder gern!

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