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PRESSURE FESTIVAL 2006

Ort: Herne - Gysenberghalle

Datum: 23.06.2006 - 25.06.2006

So, das Pressure ging in die fünfte Runde und es bleiben ein paar Erkenntnisse der 3 Tage. Its all about blood, sweat, sweat, sweat, sweat and tears… Eine Location mit Mindestverzehr ist keine gute Idee, Szenen-Trennung, 1 Liter veganes Eis für 1 Euro, einen Drummer der, sein „drittes Bein“ zeigt und einen, der spielt, als ob er 3 Beine hätte. Außerdem, wie schreibt man einen Bericht, wenn man von 36 (-1) Bands nicht mal 25% so richtig hört. Aber zu allem später…

Freitag

WARUM??? Ja sagt mir bitte, WARUM fand der erste Tag des Festivals nicht in der Gysenberghalle in Herne statt, sondern im Soundgarden (Toxic) in Dortmund? Denn dank Mindestverzehrkartensystem musste man nicht nur am Eingang anstehen, sondern drinnen auch noch einmal. Auffällig war auch der „rustikale“ Zustand des Parkplatzes und dank der Headliner AS I LAY DYING und MOST PRECIOUS BLOOD die hohe Anzahl von „CALIBAN Kindern“.
Der erste Eindruck von wegen: „Ach so voll ist es ja gar nicht!“ war ein Irrtum. Denn kaum war man drin, platzte die Location sehr schnell aus allen Nähten. Gut für die Bands, weniger gut für die, die Sauerstoff brauchten oder etwas sehen wollten. Die ersten 3 Slots gehörten den lokalen Bands. EMBRACED BY HATRED machten den Opener, was aber gar nicht schlecht war. Die Masse war jetzt schon eng gedrängt und die Bollos ließen es sich nicht 2 mal sagen, zu den aus den Boxen dröhnenden Beatdowns ihre Spinkicks in den Gesichter der unsichtbaren Ninjas zu landen. Was muss man in jeder Location tun? Genau die Pizza testen. Das ging hier nur per „Nummer-Ziehen-System“. Kenn ich nur vom Kfz-Amt, aber na gut. Die 20 min für EMBRACED BY HATRED waren schneller vorbei, als man gucken konnte und so wurde es Zeit für SMA FEAT. R.A.P.

Wurden die Rap Songs anfangs noch von Gitarren untermalt, die auch nicht vor METALLICAs „Sad but True“ halt machten und somit wie eine Mischung aus CYPRESS HILL und KID ROCK daherkamen, wurde die letzte Hälfte des Sets nur auf Samples gesetzt. Was zu mehr als nur einen verdutzten Blick der Zuschauer führte. Trotzdem wurde es nicht leer vor der Bühne. Wo hätte man auch hingehen sollen? Als Ausgleich wurde es danach mit CLOBBERIN’ TIME wieder heftiger. Hardcore mit Death Metal Anleihen sorgte wieder für Aktion im Pit und nickende Köpfe, sowohl oben auf dem Rundgang, wie auch unten. Gelungener Abschluss des Sets war das HATEBREED Cover „Smash your enemies“. Da Luft und Hitze aber mehr als unerträglich wurden, gönnte ich mir während DAMNATION AD eine Pause draußen im abgezäunten Merchstand Bereich. Da es nicht wirklich klar wurde, ob man, wenn man rauswollte, beim Wiederbetreten der Location wieder 2 Euro Mindestverzehr hätte zahlen müssen, hielten sich alle, denen es drinnen zu warm war, in dem Mini Merchbereich auf. Dieser war aber auch so halb überdacht, darum war hier das Klima auch nicht viel besser. Zu RINGWORM traute ich mich dann wieder in die Höllen Hitze, wenn auch nur kurz. Denn es wurde immer voller, wenn das überhaupt möglich war. Shouter Human Furnace schrie sich recht Thrash Metal lastig die Kehle aus dem Leib, während die Gitarren Hardcore Riffs rausrotzten. Heftige Mischung, und die anwesenden Hardcorer nutzten jeden Ansatz eines Beatdowns zum Violent Dancing. Dazu hatten sie bei MOST PRECIOUS BLOOD richtig die Chance. Die waren so gut, dass ich mir irgendwo im Gang ein Platz erkämpfte und die Show genoss. Richtig fetter Hardcore wurde da geboten und machte das diesjährige Fehlen der Newschool HC Könige HATEBREED wett. Dicke Grooves, sauberes Riffing und dank Gitarristin leckeres Stageacting machte die Band zum ersten richtigen Highlight des Abends. Doch wie ist das ganze zu toppen? Richtig: mit AS I LAY DYING. Eigentlich ja Everybodys Darling, doch die ewig lange Umbauphase und der noch längere Drumcheck (irgendwie wollte der Trigger-sound der 2 Basedrums einfach nicht gleich klingen) sorgten für reichlich Unmut bei den Besuchern. Irgendwann ging es dann auch endlich los. War ja fast ein Jahr her, dass ich die Jungs live gesehen hatte, doch leider hatte der lange Drumcheck nur das Ergebnis, dass die Drums lauter als alles andere waren, und wenn Jordan Mancino so richtig los legte, gingen die Songs ziemlich im Drumgewitter unter. Mehr als schade! Das Set, das auf 50 Minuten beschränkt war, ähnelte dem im letzten Sommer. Gut gemischt von Chaos Titeln wie „Distance is Darkness“ und „Illusions“, über die eher ruhigen „The Darkest Nights“ und „Repeating Yesterday“ zu den Klassikern „94 Hours“ und „Forever“. Der Pit hatte ordentlich zu tun und auch das Stagediving erreichte dank fehlenden Grabens seinen Höhepunkt. Letzteres führte jedoch zu der komischen Situation, dass ein Fan einfach nicht wieder von der Bühne wollte. Der Song war vorbei und er stand immer noch neben Tim. Der schaute ihn an und meinte: „It is strange that the Song is over and you are still standing here!“ Gut halten wir dem Kerl mal zu gute, dass er vielleicht kein Englisch kann. Der nächste Track fing an und er bangte fröhlich weiter, vorauf Tim ihn mit viel Gegenwehr in die Zuschauer werfen musste. Also manchmal kann man sich wirklich wundern, was es für Leute gibt. Wenn sie auf der Bühne die Musiker in den Arm nehmen und sie so am Spielen hindern. Vielleicht war die Gitarrenfraktion von AS I LAY DYING deshalb auch so verunsichert, so dass sie mehr als einen Schlenker in den Melody Läufen hatten. Doch Tim und vor allem Clint hatten einen so guten Lauf, dass sogar die Bollos am Rand mit dem Kopf nickten. Besonders muss man den cleanen Gesang von Clint loben, der inzwischen noch mehr variiert und den Songs noch mehr Abwechslung als auf der CD gibt. Hut ab vor der Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr.

Jeder, der jedoch nicht schon Mitte der Zugabe den Weg nach draußen wagte, musste in dem Dimensionstor namens Verzehrkartenkasse verschwinden und wurde erst 60 min später wieder ausgespuckt. Ein junger Besucher hatte seine Karte wohl verloren auch kein Geld dabei. Worauf er nach langer Diskussion mit den lokalen Sicherheitskräften und den Worten: „Ich bringe ihn jetzt mal in DEN Raum!!“ aus dem Verkehr gezogen wurde. Der panische Blick des Kids sagte alles, denn spätestens seit „Oceans 11“ wissen wir was in DEM Raum passiert… Der Freitag klang gemütlich in der Matrix aus…

Samstag

Samstag kamen wir leicht verspätet zum von Markus liebevoll genannten „Hauptschulabschlusstreffen“ im Pit von SIX FT. DITCH. Eigentlich ja als Underdog gehandelt, mauserte sich die Band wohl nicht zuletzt durch die Werbung ihrer Fans auf Myspace zum Merchwunder. Und am selben Tag sowie am Sonntag tauchte das „SIX FT. DITCH Murdercore“ Shirt ca 3536373 mal vor meinen Augen auf. Warum Mädels allerdings ein Shirt tragen mit „up in this bitch“ ist eher fragwürdig. Aber was solls: get crumb motherfuckers get crumb!!! Es lebe das Violent Dancing – stumpfer HC und Leute, die sich das gern von weitem ansehen. Man kann sagen, dass die Abgrenzung von Metal und Hardcore dieses Jahr noch krasser war als letztes mal, und so ereilte MISERY SPEAKS dasselbe Schicksal wie 2005 DEW-SCENTED. Sie spielten vor nicht wirklich vielen Leuten, obwohl der Death Metal der Münsteraner echt sehr geil war. Vor allem die verwirrten Ansagen von Basser Martin sorgten für den ein oder anderen Schmunzler. Die Songs inklusive schöner AT THE GATES lastiger Läufe ließen sich nun wunderbar weit vorne genießen, ohne Angst zu haben, dass einem der Kopf weggetreten wird. Checkt MISERY SPEAKS mal aus, für mich eine schöne Abwechslung an diesem Bollo Tag.

Zu KNUCKLEDUST strömten die Jogginghosen Träger wieder in die Halle und ich verzog mich mit Sergio und Dana auf die Tribüne, eigentlich ja der beste Platz der Halle. Dort war der Sound bei KNUCKLEDUST aber so schlimm, dass ich Mühe hatte, die Songs zu erkennen, da ich ja eh nur ihre letzte CD kenne. Der Pit machte sich schon richtig für den Abend warm… Warm ist das Stichwort. Die Hitze staute sich wieder prima über den Mittag in der Halle, so dass wir uns bei PANIC draußen auf die Wiese legten. Was ein Wetter: Perfekt für draußen .. eher schlecht für drinnen. So langsam ging es auf 5 Uhr zu und das hieß: Fußball. Während viele die anliegenden Kneipen und Puplic Viewing-Plätze aufsuchten, fand ich meinen Platz vor dem Mini-TV am Imbiss in der Location. Sehen konnte man zwar nicht viel, aber wenn die Leute vorne jubelten, wusste man, es ist was passiert. Dass EVERGREEN TERRACE Interview musste ich dann abbrechen, weil dem Diktiergerät wohl auch zu heiß geworden war, aber Jason stellte sich als überaus sympathisch heraus, und es kam ihm eh ganz gelegen, dass das Inti nun per Email laufen sollte, da er gerade auf dem Weg zum Essen abgefangen wurde. Zum Ende vom LEEWAY Set fand ich mich dann wieder auf der Tribüne ein. Welch Überraschung: Oldschool Hardcore allererster Güte. Den Pit freute es, meine Ohren lechzten nach Abwechslung. Das sollte folgen mit PURIFIED IN BLOOD. Ich hatte 100% damit gerechnet, dass ich das selbe Bild wie bei MISERY SPEAKS sehen würde, fiel die „Reapers of Souls“ doch sehr Thrash Metal lastig aus. Doch sind PURIFIED IN BLOOD wohl tiefer in der HC Szene verankert als ich dachte. Was vielleicht auch am Stageacting, Outfit und der vegan Straight Edge Einstellung der Band liegen könnte. Zudem war der thrashige Gesang live gar nicht mehr so präsent, sondern driftete stark ins Hardcore Shouten ab. Trotz des Metal Riffings blieb die Halle voll. Der erste Beweis, dass die Szene doch nicht bei jeder Band den Trennstrich ansetzt. Voller Power spielten die Jungs ihr Set runter und nutzten ihre 30 Minuten voll aus, um ordentlich einzuheizen.

Es wurde langsam Zeit für die großen 3 des Abends. Den Anfang machten EVERGREEN TERRACE. Frisch und super drauf hüpften die Jungs über die Bühne. Das Stage Acting zu Songs wie „New Friend request“, „Dog fight“ oder „Mad world“ hätte von Detlef D! Soost nicht synchroner designed werden können. Das sah von oben echt sehr geil aus. Shouter Andrew hatte die Meute im Griff, die Jungs machten auf Befehl „Circle Pit“, und die Frauen kamen aus dem Sabbern nicht mehr heraus. Beste Stimmung und wohl auch die meisten Leute vor der Bühne an diesem Abend. Was dann nur noch von den darauf folgenden Bands übertroffen wurde. IGNITE sind wohl mit ihrem Hardcore plus Clean-Gesang fast unangefochten in dem Business. Klarer Fall, dass sie direkt vor den Königen MADBALL spielen durften. Der Sound war echt gut, wenn man das so sagen kann, und gesangstechnisch ist Zoli Teglas einfach Klasse. Jeder Ton sitzt, da kann sich so mancher noch etwas abgucken. Kein Wunder, dass jeder Song frenetisch gefeiert wurde und auch der U2 Klassiker „Sunday bloody Sunday“ zusammen mit beispielsweise „Veteran“ oder „Run Run Run“ überzeugen konnte. Umbau zu MADBALL, und sollte irgendwer eben noch nicht in der Halle gewesen sein, so war er es jetzt. Beste Stimmung, bestes Licht, lautester Sound, all das geht an MADBALL. Das Hardcore Urgestein zeigte allen, wo der Hammer hängt. Die Stimmung und der Pit kochten bei jedem Ton über. Songs wie „Demonstrating my style“ und „Down by Law“ ließen die Halle beben und machten Druck, wie es die Bands mit 2 Gitarren nicht mal im Traum schaffen würden. Bei jedem Shout klingelten einem die Ohren, und in keiner Ecke der Location konnte man sich dem Groove entziehen. Die Ansagen an die HC-Szene kamen von Herzen und waren schon ergreifend, obwohl man auch realistisch sehen muss, dass sie nicht ganz so ist, wie Freddy Cricien sie darstellt. Trotzdem schöne Worte, und zum Beweis gab es ein Feature mit IGNITE Sänger Zoli. Fetter Headliner, was bei Mr. Madball Hoya Roc am Bass wörtlich zunehmen ist, für ein fetten Hardcore Tag der keine Schweißpore der Bollos trocken lies. Morgen sollte der Metal folgen jipie jeah und ab ins Bett… 5 Minuten von „Ice Age 2“ hab ich noch mit bekommen… dann war ich am Schnarchen…

Sonntag

Da eine Band ausfiel, rutschte das gesamte Line Up etwas nach vorne und wir wurden liebevoll vom Death Metal von DEAD TO FALL empfangen. Metal lag in der total schwülen Luft. Aber wenigstens gab es heute endlich mal Blickfänge hinter den Merchstandtischen. Denn mit Marie und Kadi waren nun auch die „Spielerfrauen“ der NEAERA und CALIBAN Gitarristen Tobi und Marc eingetroffen. Ein weiterer Hinweis, dass die Bands am Sonntag einiges zu bieten hatten. NEAERA machten sich bereits an den Soundcheck, und ich konnte es mir in der Nähe des Mischpults gemütlich machen, da die meisten Bollos dem Sonntag ferngeblieben waren. Es folgten 30 Minuten purer Metal und ein „NEAERA best of“. Benny war wieder bei voller Stimme und frischer als beim letzten Mal, als ich sie im Kamp gesehen hatte. Wie aus der Gatling gun wurden Songs wie der Titeltrack der neuen Scheibe „Let the Tempest come“ und alte Klassiker wie „Walls instead of Bridges“ oder „Where Submission Reigns“ in die Menge geschossen. Es machte den Jungs sichtlich Spaß, denn die gute Stimmung schwappte vom Pit auf die Bühne über. Man merkte, dass sich die Jungs schon lange einen Namen gemacht haben, und das ist die Belohnung, dass sie sich echt den Arsch abtouren. Highlight des Sets war sicherlich mein Lieblingssong der neuen Platte „God-Forsaken Soil“. Zwar nicht mit Jacob von HATESPHERE dafür aber mit END OF DAYS Shouter Kevin. Der brachte nicht nur Abwechslung auf die Bühne, sondern auch reichlich Muskeln; Holla die Waldfee… Fetter Song, Fettes Set, fast alles richtig gespielt *g*… genau das Richtige für den Nachmittag.

Danach sollte es etwas kranker werden. Während wir uns noch Gedanken machten, wie man CEPHALIC CARNAGE ausspricht, brach das Gewitter aus Death Metal, Grindcore und JAZZ über uns zusammen. Nur unser Gewitter war nicht so schlimm wie auf dem Hurricane… Na ja nach NAPALM DEATH letztes Jahr musste wohl auch dieses mal etwas Extremes dabei sein. Kommen wir zu RAISED FIST. Seltsam, die Jungs sind seit Jahren im Geschäft, anhören musste ich mir die schon vor 6 Jahren im Auto vom Kumpel, aber so richtig etablierten sie sich ja erst in letzter Zeit in der deutschen Metal/ Hardcore was-weiss-ich-schlag-mich-tot-core Scene. Es wurde voller vor der Bühne, wenn man das so am Sonntag sagen konnte, und die Jungs machten von Anfang an ordentlich Dampf. Obwohl ich ihren Hardcore immer noch nicht so richtig kategorisieren kann. muss man sagen, dass Shouter „Alle“ jeden einzelnen im Pit unter Kontrolle hatte. Wer ihm auch immer den Satz „Fickt die Bude kaputt“ beigebracht hat, hat einen Orden verdient. Der Spruch ist längst Kult. So auch am Sonntag: It`s good to be back in germany and FICKT DIE BUDE KAPUTT!!!! Sagt schon alles oder? Die Schweden hüpften auf jeden Fall wie Flummis über die Bühne und ließen sich auch nicht die Laune vom verlorenen Achtelfinale versauen. Als Dank wurde kräftig zu „Breaking Me Up“ abgefeiert.

NARZISS hatten mich leider letzten Winter nicht so überzeugt, so das ich, da es sich inzwischen leicht wegen dem Regen abgekühlt hatte, draußen Sauerstoff für die letzten 4 Bands sammelte. MAROON; Fragt mich nicht warum, aber irgendwie hatte ich die Band noch nie live gesehen, wofür ich erst mal kräftig ausgelacht wurde… danke dafür.. MAROON sind wohl der perfekte Beweis das Metal und Hardcore doch fusionieren können, denn sowohl Bollos wie Metalheads wie CALIBAN-Kinder füllten die Halle. Eigentlich war die Band ja irgendwie der Headliner des Sonntags. Beste Stimmung plus mehrere Pits konnten nur die Nordhausener vorweisen. Mehr als perfekt präsentierten sie neue und alte Songs in spielerischer Qualität, die den Amis in nichts nachstand. Jeder Beatdown wurde zum Moshen genutzt, als ob es kein Morgen gäbe, denn Shouter Andre forderte das Letzte von den von 3 Tagen arg gebeutelten Festivalbesuchern. Am Ende nahm er wohl dann den Spruch des RAISED FIST Sängers etwas zu wörtlich und verging sich nur noch in Boxershorts bekleidet am Effektgerät seines Gitarristen. Schieben wir das Ganze mal auf die Hitze. *g* Ich denke mit den Zuschauern freuten sich auch einige Bandmitglieder der vorangegangenen Bands, DARKEST HOUR zu sehen. Und durch den Nebel, zum atmosphärischen Intro, bildeten sich nach und nach die Konturen der Mitglieder ab. Schon beim Opener „With a thousand words to say but one“ schossen mir fast die Begeisterungstränen in die Augen. NEAERA, MAROON, DARKEST HOUR…

Wo sollte das noch enden, wenn das Metalherz kein Wunsch mehr offen hat. Die Band hatte extra Stahlkästen zum Posen auf die Bühne gestellt, und man hätte davon ausgehen können, dass darunter die Sauberkeit der Songs leiden müsste. Doch das war weit gefehlt. Jeder Ton jedes Hammering, jeder Schlag saß sauber, als ob man die CD im Hintergrund hätte laufen lassen. Während „Convalescence“ einen in eine fremde Welt entführte, holten Songs wie „This will outlive us“ oder „Oklahoma“ einen in die harte Realität zurück, und jede Sekunde wurde zum Circle Pit genutzt. Drummer Ryan musste MAROON Fronter Andre noch übertrumpfen und legte erst mal ein „Full Monty“ hin und präsentierte sich komplett nackt auf der Stahlbox. Ja… äh… ok… lecker? So kann man es auch verarbeiten, dass die USA bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden ist. Irgendwie hatte die Band noch im Set Platz für den epischen 6 Minuten Track „Tranquil“, und dann war der Zauber auch schon vorbei..

Und nun ging das große Flüchten los. Obwohl BLACK DAHLIA MURDER alles andere als unangesagt sind in der Szene, war wohl klar, dass sich nun auch der letzte Bollo verabschiedete und so manches CALIBAN-Kind ins Bett musste. Warum auch immer, aber die Zuschauer Zahl nahm rapide ab. Ungefähr in dem Maße stieg das Tempo der nachfolgenden Musik. Während BLACK DAHLIA MURDER auf CD bei mir nicht grad alles im Stand umreißen, blieb mir live die Spucke weg. Die Truppe um Frontungetüm Trevor gewinnt sicherlich keinen Schönheitswettbewerb, legte die Messlatte aber noch einmal eine Stufe höher als ihre Vorgänger. Nach eigener Aussage auf Myspace: “Sounds Like Some emo faggots with short hair trying to play real Metal.” Muss man ja nicht ernst nehmen, denn wenn das kein heftiger Death Metal war, dann weiß ich es auch nicht. Trevor kreischte und grunzte die besten Songs der Scheiben „Miasma“ und „Unhallowed“, als ob er von diversen Dämonen besessen wäre. Ich hätte ja einen Exorzisten gerufen, doch kam ich nicht über die Geschwindigkeit des Drummers hinweg. Die Erkenntnis bleibt: Pierre ist kein Mensch oder hat 3 Beine… einfach unglaublich.

Genauso unglaublich, dass nun echt fast das gesamte Publikum aus der Halle ging. Ich hatte erst Angst, dass Leif von DEW-SCENTED und ich alleine bei THE HAUNTED vor der Bühne stehen würden, aber so schlimm wurde es dann doch nicht. Vielleicht hätte man sagen sollen, dass bei THE HAUNTED 3 Exmitglieder von AT THE GATES spielen und so ziemlich jede Metalcore Band sich von denen beeinflussen lässt. Leider konnte ich nur ein paar Lieder der Band genießen, weil meine Fahrerin schon im Auto wartete. Zum Glück spielten sie den Übersong „Ninety-nine“ recht früh. Die Anwesenden konnten ohne Violent Dancing in Ruhe die Truppe genießen und hatten Platz zum Headbangen. THE HAUNTED waren der Hammer, leider ist das Pressure aber halt ein Hardcore Festival und so fiel die Stimmung ins Bodenlose. Zu schade, aber auf anderen Festivals werden die Jungs bestimmt genug gefeiert.

Das war also die fünfte Auflage des Pressures. Nicht ganz so voll wie letztes Jahr, und die Stimmung bei HEAVEN SHALL BURN wurde dieses Jahr auch nicht getoppt. Aber die Bands diesmal etwas mehr in die Bereiche Hardcore und Metal zu trennen, war sicherlich keine schlechte Idee, denn die Szene wird eh nie ganz zusammen wachsen. Gewinner des Festivals: Der PROVAMEL Stand wo es am Sonntag 1 Liter veganes Vanille- und Schokoladeneis für 1 Euro gab und plötzlich die halbe Halle am Eis löffeln war. Verlierer des Festivals der arme Kerl, der Hausverbot bekam und am Sonntag vor der Halle den Tränen nah seine Lieblingsband BLACK DAHLIA MURDER abfeierte, aber nicht rein durfte. Ein fettes Dankeschön an Conny für Verpflegung und Schlafplatz und Thomas fürs Hin und Herfahren und diverse Getränkespenden an den armen Terrorverlagschreiberling, der sich lieber ein DARKEST HOUR Poster als ein Vitamalz kaufen wollte…

Gut gemacht Alveran… wir sehen uns nächstes Jahr… oder doch auf MYSPACE???

Copyright Fotos: Maria Arndt

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