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PRO-PAIN – S-CORE – VENGINCE – ÜBERGAS

Ort: Osnabrück - Bastard Club

Datum: 16.09.2008

Wenngleich es seit einigen Jahren ein wenig ruhiger um die New Yorker Metal/ Hardcore-Legende PRO-PAIN geworden ist, sind die Mannen um Basser/ Shouter Gary Meskil live noch immer eine mächtige Bank. So war es kein Wunder, dass der Bastard Club bereits zur eröffnenden Band gut gefüllt war.

Diese nennt sich ÜBERGAS und als Bassist haben die Hamburger gar einen gewissen Gudze am Start, der sich ja sonst mit den H-BLOCKX auf deutschen Rock N’Roll-Bühnen rumtreibt. Mit ÜBERGAS geht der glatzköpfige Herr ein Ecke satter zu Werke. Wuchtige Riff-Wände, wummernde Drums, eingängige Melodien und deutsche Texte zeichnen den Rock-Sound der Hamburger aus. Das düstere „Mehr Mehr Mehr“, das eingängige „Wenn alles bricht“ oder der Ohrwurm „Keine Meinung“ bieten sicher keine wirklich innovative Kost, aber satten und tighten Deutsch-Rock, der die 30 Minuten-Show schön kurzweilig werden ließ und einen willkommenen Opener bot.

VENGINCE aus Kalifornien boten dann klassischen old school Hardcore, der mehr als einmal stark an BIOHAZARD erinnerte. Mächtig im Midtempo pumpen hier die Riffs nach vorne, die Drums drücken, die Breaks hauen ordentlich rein und Vocals röhren heiser und energisch, wie es sein soll. Ordentlich, aber nichts Besonderes sollte man meinen, aber falsch. Denn die Amis führen in den Reihen einen Keyboarder, der die klassischen Sounds mit einigen Effekten und Sprachsamples bereicherte und desweiteren auch ein paar Vocals einbrachte. Da die Songs an sich aber nichts wirklich Bemerkenswertes boten, zogen sich viele der locker 250 Anwesenden dann doch nach und nach vor die Tür zum rauchen oder an die Theke zum auftanken zurück.

S-CORE aus Strassburg waren mir bisher nur vom Namen her ein Begriff. Als die Franzosen dann allerdings loslegten und der Chris Barnes-Lookalike am Mikro die ersten Shouts von sich gab, war nicht nur ich ganz schön baff. Mit ihrem satten Mix aus SEPULTURA, SOULFLY und einigen Hardcore-Anleihen donnerten S-CORE mächtige Dampfwalzen in die Meute und sorgten sofort für die erste richtige Bewegung vor der Bühne. Kein Wunder, treten doch Kracher wie „Greaser One“, das Titelstück des letzten Albums „Gust of Rage“ oder das packende „In Memoriam“ mächtig Arsch und machen keine Gefangenen. Die Riff-Fraktion ratterte ein Groove-Riff nach dem nächsten vom Stapel und wenn der Fronthüne nicht nur seine deftigen Shouts, sondern auch noch die Mega-Dreads in Schwingung brachte, musste man in den ersten Reihen schon in Deckung gehen. Nach den soliden ersten Bands waren S-CORE ohne Frage die richtigen Einheizer für den Headliner.

Und dieser kann eigentlich immer auf Tour gehen und die Leute kommen. Denn dass PRO-PAIN erst kürzlich mit „No End in Sight“ ein neues Werk an den Start gebracht haben, ist zwar sehr cool, aber für die Show im Endeffekt zweitranging. Ob nun alte Walzen wie „The Shape of Things to come“, der Burner „Can you feel it?“ oder die neue Dampframme “Hour of Time”: PRO-PAIN sind und bleiben PRO-PAIN – Das wissen die Fans und sie kommen immer wieder. So groovten, rockten und pogten sich Musiker, Fans und auch der Schreiberling durch die gut 90 Minuten und alle hatten sichtbar Spaß an der Sache. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Veteranen-Band um den guten Gary auch nach all den Jahren und auch in noch so kleinen Clubs immer noch dieselbe Energie und Motivation aufbringt wie zu den glanzvollen Zeiten in den 90ern. Eigentlich war als Überraschungs-Gast PRO PAIN-Intimus Stephan Weidner (BÖHSE ONKELZ) erwartet worden. Doch dieser hing in Frankfurt fest und schaffte es an diesem Abend nicht nach Osnabrück. Doch wie jeder Fan weiß, haben die New Yorker immer ein ONKELZ-Cover im Gepäck und nachdem man nach dem regulären Set eh schon einige Zugaben zockte, packte man natürlich auch den Gassenhauer „Terpentin“ mit drauf und krönte diesen durchweg runden Abend damit nochmals.

Mit dieser Performance werden PRO-PAIN auch weiterhin gern gesehene Gäste in unseren Breitengraden sein. Denn auch wenn die Ami-Corer auf ihren Alben sicherlich nicht wirklich neues bringen, stehen diese Jungs auch nach 13 Alben und fast 20 Jahren Core und Metal immer noch für packende Shows und coole Songs. Weiter so und bis zum nächsten Mal!!

Copyright Fotos: Michael Werneke

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