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PRO-PAIN – TARDIVE DYSKINESIA – KOMAH – POWERSTROKE

Ort: Osnabrück - Bastard Club

Datum: 11.05.2010

In den letzten Wochen, die dem Bastard Club in Osnabrück noch bleiben, fahren die lokalen Veranstalter noch mal reichlich fetten Stoff auf! U.a. rockten hier kürzlich NEAERA, CALIBAN, JOHN GARCIA (KYUSS) und Kracher wie HOODS, KMFDM u.v.a. kommen noch! An diesem Abend waren auch mal wieder die Metal/ Hardcore-Veteranen PRO-PAIN zu Gast in Niedersachsen und hatten neben einem starken neuen Album und den bekannten Hits noch gleich 3 Support-Bands im Schlepptau!

Den Start vor bis dahin nur einer Hand voll Leutchens markierten die Belgier POWERSTROKE, die sich erst vor gut 2 Jahren zusammenfanden und doch schon ein Album vorzuweisen haben. Mit einem Mix aus PANTERA-Wucht und ANTHRAX-Groove walzte das Trio auch sogleich Songs wie „00Zero“ oder „Out of the Blue“ von der kleinen Bühne. Doch auch mit ihrer soliden 25Min.-Performance konnten POWERSTROKE noch nicht viel reißen, denn die nach und nach eintrudelnden Gäste wollten sich erstmal an der Theke klimatisieren. Schade für die Jungs.

Die folgenden KOMAH sind auch noch nicht viel länger beisammen, kommen ebenfalls aus Belgien und haben ebenfalls bereits eine Langrille am Start. Doch sind diese Jungs (u.a. mit ehem. DO OR DIE-Mitgliedern) durch ihre Vorgeschichte eine Ecke erfahrener und das war sofort zu spüren. So konnten KOMAH mit ihrem druckvollen Mix aus eingängigen Thrash-Parts und kantigen Core-Einschüben schon gleich einige Leute mehr vor die Bühne locken. Aber auch hier wussten an sich starken Nummern wie „Reflection/ Reaction“ oder „Cold Minded“ noch keine wirkliche Euphorie auszulösen. Die mittlerweile voller werdende Location wurde weiterhin eher von Zurückhaltung gekennzeichnet…

Das änderte sich, als die mir bis dahin völlig unbekannten TARDIVE DYSKINESIA loslegten. Diese Griechen legten nämlich so fulminant los, dass nicht nur ich mich erstmal orientieren musste. Benannt nach einer Bewegungsstörung, die durch die Einnahme von Neuroleptika verursacht werden kann, schraubten die Südländer mit brachial-kantigen Songs los, die jedem MESHUGGAH-Fan das Herz aufgehen lassen. Und da gerade Osnabrück-Metaller ein gewisses Faible für komplexe und brutale Metal-Sounds haben, waren TD an diesem Abend genau an der richtigen Adresse. So rockten, wippten und bangten die ersten Leute vor der Bühne ordentlich zu den Songs der beiden Alben „Distorting Point of View“ (2007) und „The Sea of See through Skins“ (2009) ab. Und diese Reaktion verdienten sich TD auch völlig zurecht, pumpten sie doch in einem druckvollen Sound und äußerst präzise ihre kantigen Riffs, donnernden Bassläufe und die energisch-brutalen Vocals von der Bühne. Diese Jungs fordern und überraschen. Das macht richtig Lust auf mehr und so gab es doch den einen oder anderen, der sich nach der Show für je 10 Euro die beiden Alben am Merch-Stand besorgte! Richtig so!

Nun war es Zeit für die Altmeister, die sich allerdings nicht zu schade waren, ihre Kollegen vorher von vor der Bühne aus zu unterstützen und sich auch mit einigen Fans schon den einen oder anderen Drink gönnten! Doch jetzt legten PRO-PAIN selbst los und das vor einer nun endlich richtig gut gefüllten Location! Und gleich ab dem Opener „Unrestrained“ vom neuen „Absolute Power“-Album ging’s auch richtig gut rund. Die routinierten Gary Meskil und Tom Klimchuck donnerten mit ihren Kollegen Marshall Stephens und Rick Halverson wummernde alte und neue Kracher in die abgehende Meute. Und auch wenn man merkt, dass die Jungs mehr als nur ein paar Shows auf dem Buckel haben, lassen sie sich immer noch gerne von den Fan-Reaktionen mitreißen und haben sichtbar Spaß mit den Fans und an den Songs, seien sie auch noch so abgenudelt (z.B. „Foul Taste of Freedom“). Und so bewiesen PRO-PAIN auch fast 20 Jahre nach ihrer Gründung, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und scheinbar mit „Absolute Power“ jetzt noch richtig Schwung holen. Und so freuen wir uns schon jetzt, wenn die Jungs hoffentlich bald wieder kommen. Nur dann wohl leider nicht wieder im Bastard Club, Osnabrück!

Copyright Fotos: Michael Werneke

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