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PROJECT PITCHFORK – HEAVY-CURRENT

Ort: Rostock - Mau-Club

Datum: 24.04.2009

Wenn eine wahre Elektrolegende wie PROJECT PITCHFORK auf Tour geht und dann auch in der Hansestadt Rostock halt macht, durften wir uns das natürlich nicht entgehen lassen und machten uns auf in Richtung Stadthafen in den urigen Mau-Club. Drinnen sowie draußen warteten schon etliche Gäste, die erwartungsgemäß die Dreißiger größtenteils alle überschritten hatten.

Ganz besonders freute ich mich auf den Support-Act HEAVY-CURRENT aus Bielefeld, dessen energetische Show ich in diesem Jahr schon zweimal erleben durfte. Sänger Jan Weisbrod gründete die Band im Jahre 1999. Die jetzige Besetzung mit Felix an der Gitarre und Nook am Schlagzeug existiert seit 2004. Bisher wurden 5 Alben veröffentlicht, darunter das aktuelle Werk „Push the Fire. Das Trio startete daraus auf der Bühne mit dem Stück „Infacted“, welches rockig und eindringlich ins Ohr ging. Die explosive Performance wurde vom anwesenden Publikum eher still beobachtet. So gab es höflichen Applaus, bevor es mit „One way world“ weiterging. Der Ohrwurm überzeugte mit ein bisschen Punk, viel Rock, elektronischen Klängen und einem sehr eingängigen und melodiösen Refrain. Nach einem kurzen Ausflug in die Vergangenheit mit „Firestorm“ aus dem Jahre 2002 ging es mit dem aktuellen „Temper“ weiter. Jans Ausdruck in Stimme und Mimik/ Gestik, sowie das Zusammenspiel mit Felix und Nook wirkten erfrischend und strahlten enorme Spielfreude und Charme aus. Minimal-Elektro und Gitarrensound knallten uns mit dem Titelsong „Push the Fire“ um die Ohren. Es kam auch merklich mehr Stimmung auf. In den in den vorderen Reihen wurde getanzt und hinter mir nickten zumindest viele Köpfe im Takt. Der Wechsel zu ruhigeren Passagen und der krachende Refrain machten richtig Spaß und der Applaus belohnte das Trio auf der Bühne. Vom Album „Edacious“ folgte das treibende „DNB“. Mit „Ratrace“ schloss sich direkt der nächste Knaller an. Die angenehme Stimmung blieb auch bei den folgenden, starken Stücken „Dining Death“ und „Project Chaos“ oben. Mit einer Widmung startete Jan die wunderschöne Ballade „Rain of Asia“, die den genialen Auftritt leider auch schon beendete. Die Band bedankte sich ehrlich und sympathisch bei den Zuschauern und wünschte ganz viel Spaß bei PROJECT PITCHFORK.

Setlist HEAVY-CURRENT
Infected
One Way World
Firestorm
Temper
Push the Fire
DBN
Ratrace
Dining Death
Project Chaos
Rain of Asia

Nun standen die Elektrogötter aus Hamburg in den Startlöchern. Seit 15 Jahren sind sie aus der Elektro-Szene nicht mehr wegzudenken. Die Gründungsmitglieder Dirk Scheuber und Peter Spilles (IMATEM, SANTA HATES YOU) riefen die Band 1989 ins Leben. Zu den Beiden kamen auch noch das feste Bandmitglied Jürgen Jansen (Keyboard) und die beiden Livemusiker Achim Färber (Drums) und Carsten Klatte (Gitarre) unter lautem Jubel auf die Bühne. Mit wilder Bemalung, Tarnfleckanzug voller weißem Mehl und Netzhemd begann die Band mit dem starken Stück „If I could“ vom brandneuen Werk „Dream, Tiresias!“, das besonders bei alten Fans auf Begeisterung stößt. Trotz des nicht mehr ganz jungendlichen Alters machten die Musiker auf der Bühne eine gute Figur und brachten den Mau-Club in Wallung. Geschickt wurden zwischen Klassikern wie „God wrote“ oder „Carnival“ neue Stücke wie „Nasty Habbits“ oder die Single „Feel!“ platziert, so dass die Euphorie und Stimmung auch bei diesen Songs anhielt. Heftiges Pogen in unmittelbarer Nähe der Bühne und ein Fan, der sich auf Händen tragen ließ, machte auch der Band Spaß, die sich besonders freute, mal wieder in Rostock zu spielen. Schließlich hatte man sich damit ganze 8 Jahre Zeit gelassen. Die Zeitreise durch die Jahre des musikalischen Stil- und Imagewandels ließ einen Kracher nach dem nächsten folgen, darunter unter anderem auch „K.N.K.A.“, „En Garde“ oder „Existence“. Peters charakteristisch tiefer Gesang und die treibenden, kraftvollen Beats ließen den Schweiß in Strömen fließen. Für ein donnerndes Drumsolo überließ man Achim Färber die Bühne kurzzeitig allein. Besonders erwähnenswert ist auch die wunderbare Lichtshow, die teilweise ein Netz aus Laserstrahlen spann und für eine rundum verzauberte Atmosphäre sorgte. Nach dieser Wahnsinnshow war wohl keiner sonderlich verwundert, dass nach Abgang der Band von der Bühne lauthals nach Zugabe geschrieen wurde. Nach dem neuen „Darkness“ folgte DIE PITCHFORK-Hymne „Souls“, die für Gänsehaut und lautes Mitgröhlen im Publikum sorgte. Peter suchte ständig die Nähe zur ersten Reihe und stellte sich immer wieder dicht an den Bühnenrand. Zwischendurch animierte Dirk „Scheubi“ Scheubner Zuschauer. Minutenlange Zugabe-Rufe holten das Quintett noch ein letztes Mal zurück auf die Bühne, um gemeinsam zu „Timekiller“ und „Rescue“ abzufeiern. Total erschöpft, aber glücklich verließen wir den Club voller Vorfreude auf die kommenden Festivalshows!

Setlist PROJECT PITCHFORK
If I Could
God Wrote
Requiem
Carnival
Nasty Habit
Revolution Now
Human Crossing
Conjure
Carrion
Mine
Feel
Alpha Omega
Drone State
K.N.K.A.
En Garde
Lam Bras
Existence

Darkness
Souls

Timekiller
Rescue

Copyright Fotos: Cath Niemann

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