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PRONG – STEAK NUMBER EIGHT – MAN.MACHINE.INDUSTRY

Ort: Osnabrück – Bastard Club

Datum: 07.04.2016

Helden meiner Jugend! An diesem Abend gaben sich PRONG im gut gefüllten Bastard Club in Osnabrück die Ehre. Das 1990er Album „Beg To Differ“ lief während meiner Zivi-Zeit im Krankenwagen auf Dauerschleife und wurde somit den Patienten und mir quasi intravenös verabreicht. Nun war ich gespannt, ob sich meine Vorfreude auf die Band von Tommy Victor und seinen Mannen in Euphorie und Ekstase umwandeln ließ. Um es vorweg zu nehmen – ich wurde nicht enttäuscht!

Den Anfang machten MAN.MACHINE.INDUSTRY aus Stockholm. Die Metal-Grooves mit Industrial-Touch kamen bei den wenigen Damen und überwiegend älteren Herren im Publikum gut an. Da wurde auch mal die Gitarre ins Publikum gereicht und der geneigte Zuhörer somit Teil des Ganzen.

Die nächste Dreiviertelstunde gehörte dann STEAK NUMBER EIGHT. Die Jungs aus Belgien, die gerne in einem Atemzug mit Post-Metal-Größen wie ISIS und NEUROSIS genannt werden, produzierten eine experimentelle und marode Mischung voller Intensität und Chaos. Sänger Brent Vanneste war offensichtlich die Bühne zu klein, und er zog es dann auch des Öfteren vor, schweißnass am Bühnenrand oder direkt im Publikum zu shouten.

Nach kurzer Umbaupause enterten dann PRONG gegen 21.30 Uhr die Bühne. 1986 in der New Yorker Hardcore-Szene entstanden, erregten die drei Jungs um Gründer, Gitarrist und Sänger Tommy Victor mit ihrem unverwechselbaren Sound schnell Aufmerksamkeit. Bei Fans und Kollegen gleichermaßen geschätzt, blieb dennoch der ganz große kommerzielle Erfolg aus. Es folgten mehrere Line-up-Veränderungen und auch der Versuch, durch den Einsatz elektronischer Instrumente und Samples, das breite Publikum zu erreichen, scheiterte. So wurde es zunächst still um meine Helden. Im Jahre 2012 meldete sich die Band dann quasi aus dem Nichts mit der Hammer-Scheibe „Carved Into Stone” zurück – fette Gitarren und der unverwechselbar thrashige PRONG-Sound begeisterten Fans und Kritiker. Mit dem selbstbewussten und bärenstarken „Ruining Lives” und dem in 2015 veröffentlichten Coveralbum „Songs From The Black Hole“ blieben sich PRONG treu und zeigen sich auch auf ihrer neuesten Langrille “X – No Absolutes” und an diesen 90 Minuten im Bastard Club in absoluter Topform und voller Spielfreude.

„Come on, you crazy Motherfuckers!” animierte ein sichtlich gut gelaunter Tommy Victor mehrfach die kopfnickende Crowd, die sich nur allzu gerne zu diversen Moshpits hinreißen ließ. Der unverwechselbare PRONG-Sound und eine wilde Fahrt durch diverse Alben ließen keine Wünsche offen. Die routinierte Rhythmusabteilung mit Jason Christopher am Bass und Art Cruz an den Drums war ebenfalls in Spiellaune, so dass an diesem Abend alle zufrieden nach Hause gehen konnten. Die Helden meiner Jugend sind immer noch da und mein Tinnitus wird sicherlich bald wieder verschwinden.

Setlist PRONG
Ultimate Authority
Unconditional
Eternal Heat
Lost And Found
Beg To Differ
Rude Awakening
Turnover
Sense of Ease
Cut and Dry
Broken Peace
Another Worldly Device
Whose Fist Is This Anyway?
Snap Your Fingers, Snap Your Neck

For Dear Life
Revenge…Best Served Cold
Power Of The Damager

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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