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QNTAL – ELANE

Ort: Osnabrück - Haus der Jugend

Datum: 29.11.2008

Ein wenig ernüchtert war ich – zugegebener Maßen – schon, als ich die Vorankündigung zur winterlichen Tour QNTALs anlässlich der Veröffentlichung ihres Best Of-Albums „Purpurea“ erstmals beäugte: Wie bereits im Frühling diesen Jahres, als das sechste Studioalbum „Translucida“ dem Publikum vorgestellt wurde, gastierten QNTAL mit ihrem musikalischen Programm auch nun wieder in diversen Kirchen. Und ausgerechnet der Gig in Osnabrück sollte jener sein, der die ruhmlose Ausnahme bildete – wie vor einigen Monaten bereits Hannover. Aber das Haus der Jugend in Osnabrück, die bestuhlte Venue für dieses Abend, hatte es seinen zahlreichen Besuchern dann doch noch erstaunlich angenehm gemacht – eine Kirchenbank ist schließlich auch nicht weicher als ein Holzstuhl. Und gerade die Beleuchtung vermochte dann doch noch viel zu erreichen, wenngleich die besondere Atmosphäre und vor allem die Akustik in einer Kirche natürlich trotzdem nicht wettgemacht werden konnten.

ELANE

ELANE eröffneten ihr Set entsprechend des aktuellen Albums „The Silver Falls“ mit dem darauf befindlichen Opener „Open the gates“, welches nicht nur ganz passend den musikalischen Part des Abends einläutete, sondern zugleich den thematischen Einstieg in ELANEs Fantasiewelt, Glenvore, darbot. Augenfällig war gleich zu Beginn, dass Violinistin Katrin fehlte, deren Part nun von Simon übernommen wurde, und dass die Formation noch recht steif in den Gliedern war. Hat aber irgendwie auch etwas Sympathisches, wenn man den Musikern ihre Angespanntheit anmerkt, und im Verlauf des Gigs wurden ELANE dann auch zusehends lockerer in ihrem Auftreten. Besonders gut auch zu erkennen an den Tanzbewegungen von Sängerin Joran, die gerade bei den ersten beiden Titeln noch arg hölzern herum hantierte. Es folgten zum Großteil weitere Stücke aus besagtem 2008er-Album, die jeweils durch einleitende Passagen vorgestellt wurden, die i.d.R. vom Band kamen. Stimme – auch gerade die mehrstimmigen Passagen mit Gitarrist Skaldir -, Instrumentalisierung und Melodien von ELANE wissen mir meist zu gefallen, während ich mich mit den Texten häufiger recht schwer tue, auch gerade hinsichtlich des letzten Albums. Bin schlichtweg keine große Freundin von Elfen & Co, so dass sich mein Inneres immer wieder sträubt, ELANE auf ihrer Reise nach Glenvore zu begleiten. Alles ein wenig zu überladen in Inhalt und Wortwahl. Die früheren Tonträger weisen da doch noch eine gesündere thematische Mischung auf – sollen anderseits aber auch kein zusammenhängendes Opus über besagte Fantasiewelt erzählen. Der Auftritt ELANEs schien den meisten Konzertbesuchern insgesamt aber gut gefallen zu haben, so dass sich die Musiker nicht lange um eine Zugabe bitten ließen. Präsentiert wurden als solche die älteren Stücke „Trace of the flames“ und „Love can’t wait“, die vom Publikum dankend angenommen wurden. Nach etwa 50 Minuten Spielzeit war der Auftritt beendet und die Musiker ELANEs wiesen darauf hin, dass man hoffe, später noch mit dem einen oder anderen Konzertbesucher in Gespräch zu kommen.

Setlist ELANE
Open the gates
The night I left
Elfennacht
The Emeralds Princess
Paperboat and silverkite
Silverleaf
Amber fields
Nen Ar Tasar

Trace of the flames
Love can’t wait

QNTAL

Nach einer Umbaupause von etwa einer Viertelstunde war es um 21:15h endlich soweit und QNTAL betraten die Bühne. Doch schon während des besagten Umbaus ließen die mit Getränk gefüllten Tassen, die im Bereich von Sängerin Syrahs Mikrofon aufgestellt wurden, nichts Gutes erahnen, und es sollte sich tatsächlich heraus stellen, dass ihre Stimme an diesem Abend einige Probleme bereitete. Die sich akustisch glücklicher Weise nicht wirklich spürbar nieder schlugen, sich jedoch hin und wieder im Griff zum Getränk, im schnellen Lutschen einer Halspastille oder gar einem flüchtigen Husten manifestierten. Die volle Konzentration auf ihre Stimme führte dann schließlich dazu, dass Syrah – sonst stets mit einer überaus präsenten Ausstrahlungskraft und einer Aura von Zufriedenheit behaftet – zeitweise sehr angestrengt erschien und ihr Agieren immer wieder an Leichtigkeit einbüßte. Doch die meiste Zeit über gelang es ihr – ganz Profi – die Querelen zu überspielen und eine solide Show abzuliefern.

Der Auftakt wurde mit dem bedrückend-schönen „Translucida“ vom gleichnamigen Album gestaltet, wobei der von Michael Popp verwendete Theremin eingangs deutlich übersteuert war und ein wenig in meinen Ohren schmerzte. Aber selbst das konnte nicht verhindern, dass mich der Schwermut dieses Stückes fast augenblicklich in seinen Bann zog. Gleich danach gingen QNTAL diverse Jahre zurück in ihrem Wirken und präsentierten das allbekannte „Palestinalied“. Es folgte weiterhin eine der „Purpurea“-Veröffentlichung entsprechende Liste an einschlägigen Titeln QNTALs, die einen stimmungsvollen Querschnitt durch das bisherige Schaffen aufzeigte. Ausnahmslos alle Stücke fanden beim Publikum deutlichen Zuspruch. Eine merkliche Gewichtung bei der Auswahl der Stücke lag aber auch gerade auf dem Album Nr. III aus dem Jahre 2003, Tristan und Isolde, welches mit so schönen Titeln wie „Entre moi et mon amin“ und „Maiden in the mor“ vertreten war. Mit den beiden nicht minder gelungenen Kompositionen „Sumer“ und „Departir“ waren aber auch weitere Stücke neueren Datums vertreten. Den Titel „Unmaere“, der ganz brandneu auf „Purpurea“ zu finden ist, widmete Syrah den Musikern von ELANE, von denen auch das eine oder andere Gesicht im hinteren Bereich des Publikumsraumes zu entdecken war. Ein erstes Ende fand der Auftritt QNTALs mit einem auch als solchen angekündigten „Clubhit“, nämlich dem alt gedienten „Ad mortem festinamus“. Das Publikum wollte sich aber damit nicht zufrieden geben und forderte mit stehenden Ovationen Zugaben ein – während Sängerin Syrah um Verständnis gebeten hatte, dass „Veni“ als zweite Zugabe nun der letzte Titel sein werde, da man doch in den „Schlafbus nach München“ müsse. Immerhin wies sie nun noch explizit darauf hin, dass man auch gerne aufstehen und tanzen könne, Platz war trotz Bestuhlung mehr als genug. Und dieser Aufforderungen kamen überraschend viele Konzertbesucher nach, so dass bald überall neben den Stühlen und direkt vor der Bühne sich bewegende Körper platziert waren.

Auch, wenn ich – wie die meisten anderen Konzertbesucher sicherlich auch – noch Stunden hätte zuhören können und wenn ich am letzten, abschließenden Abend der Tour vielleicht doch noch das eine oder andere Bonbon zusätzlich und vor allem eine längere Show erwartet hätte, so war QNTAL ihr Feierabend nach diesem schönen Abend durchaus vergönnt. Bleibt die Befürchtung, dass sich die Musiker nach ihrer starken Präsenz 2008 im kommenden Jahr ein wenig rarer machen werden.

Setlist QNTAL
Translucida
Palestinalied
Levis
Sumer
Departir
Der Name der Rose
Entre moi et mon amin
Maiden in the mor
Ecce gratum
Unmaere
Ad mortem festinamus

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Veni

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