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RADIOHEAD – CARIBOU

Ort: Köln - LANXESSarena

Datum: 15.10.2012

Die musikalischen Querköpfe von RADIOHEAD einmal live zu erleben, steht wohl auf so einigen „to-do-Listen“ vieler Musikbegeisterter. In diesem Spätsommer hatten sich die fünf Briten um Mastermind Thom Yorke zu drei Auftritten in Deutschland angesagt. Dabei standen diese zunächst nicht unter einem guten Stern, denn die Konzerte hätten bereits im Sommer stattfinden sollen. Aufgrund tragischer Umstände (ein Bühnenarbeiter war bei einer RADIOHEAD-Show in Toronto zu Tode gekommen) wurden die Konzerte verschoben, fanden aber zum Glück doch noch statt.

Als Special Guest – nicht „nur“ als Support – fungierte dabei ein ähnliches musikalisches Multitalent: CARIBOU. Der Kanadier hatte zur Unterstützung seine Live-Band im Gepäck und gemeinsam musste man sich mit einem Drittel der eigentlichen Bühne zufrieden geben. Hinter dem Künstlernamen CARIBOU verbirgt sich Daniel Victor Snaith, der seinen elektronischen Klangteppich aus Elementen von Pop, Indie, House und Techno über das Publikum ergoss und es damit begeisterte. Ein guter Einstieg.

Nach der üblichen Umbaupause von einer halben Stunde war es dann Zeit für den Hauptact des Abends, dem mit einer gewissen Ehrfurcht von ca. 11.000 Zuhörern (die Lanxess Arena war nicht ganz ausverkauft) entgegen gesehnt wurde. Mit „Bloom“ starteten dann RADIOHEAD auch ihr Soundgewitter. War das Publikum zunächst noch in ebenbesagter Ehrfurcht erstarrt, ließen die Anwesenden sich doch in Kürze von Thom Yorkes guter Laune und seinem Bewegungsdrang anstecken und zeitweise verwandelte sich die Lanxess Arena in einen brodelnden Hexenkessel. Zwischendurch dann immer wieder andächtige Momente wie z.B. bei „Nude“. Insgesamt boten RADIOHEAD eine gute Mischung ihres über 20jährigen musikalischen Schaffens – sie konnten ja auch aus dem Vollen schöpfen. Dabei griffen sie nicht auf alte Überhits wie „Creep“ zurück, mit dem sich wohl jeder, der in den 90ern des letzten Jahrhunderts Teen oder Twen war, identifizieren kann, oder auch „Just“ – ebenfalls ein Song aus der Anfangsphase der Band. Ein wenig schade, der eine oder andere hätte diese Songs sicher auch gerne gehört, allerdings haben sich RADIOHEAD in den Jahren ihres Bestehens stilistisch immer wieder verändert und die Setlist im Jahr 2012 war definitiv auch sehr stimmig. Unterstützt wurden die teilweise fast sphärischen Klänge von einem absolut adäquaten und variablen Bühnenbild. Neben großen LED-Bildschirmen über der Bühne gab es auch mobile Bildschirme, die zunächst mit verschiedenen Farben oder Großaufnahmen der Gesichter und Instrumente die Darbietung unterstützten. Bei „15 Step“ wurden sie zum Beispiel komplett waagerecht über der Bühne platziert und bildeten eine zweite Decke, die die Stage in grelles Neonlicht tauchte, wodurch der Eindruck entstand, sie spielten in einem kleinen Club.

RADIOHEAD entführten alle Anwesenden in eine andere Welt und nach über 2 Stunden Spielzeit und zwei Zugabeblöcken wollte man kaum glauben, dass der Gig schon wieder Vergangenheit war – schöne Augenblicke vergehen halt doch schneller im Leben, schade.

Setlist (ohne Gewähr)
Bloom
Lucky
15 Step
Morning Mr. Magpie
The National Anthem
The Gloaming
Separator
Reckoner
Pyramid Song
These Are My Twisted Words
Nude
Identikit
Lotus Flower
There There
Feral
Bodysnatchers

Weird fishes/ Arpeggi
Full Stop
The Daily Mail
Myxomatosis
Paranoid Android

How To Disappear Completely
Everything In Its Right Place
Idioteque

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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