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RAGNARÖK FESTIVAL 2015 – TAG 2

Ort: Lichtenfels - Stadthalle

Datum: 11.04.2015

Der zweite Tag begann bereits zur Mittagszeit mit musikalischer Beschallung der geneigten Zuschauer und zu EWIGES FRISTEN hatte sich auch schon eine beachtliche Gruppe in der Stadthalle eingefunden. Ursprünglich gegründet wurde die Band bereits im Jahr 2002, allerdings folgte eine Pause ab 2008. Seit 2014 stehen die Jungs (in veränderter Besetzung) nun aber wieder auf der Bühne. Der Auftritt war sehr gelungen und die 40 Minuten Spielzeit wurden gekonnt gefüllt. Auf der benachbarten Bühne gab es anschließend KAIN zu hören und zu sehen. Das Quintett um Frontmann David Seiffert präsentierte sich auf der Bühne bereits mit passender Deko zum kommenden Album „Seele“, welches der Nachfolger „Omega“ werden wird. Musikalisch präsentierten KAIN Black Death Metal, der sich definitiv hören lassen kann und durchaus Vorfreude aufs kommende Album machte.

Bei CRYPTIC FOREST standen im Anschluss wieder einige bekannte Gesichter auf der Bühne, denn die Band um Gitarristen Simon Schillinger besteht zum Großteil aus Musikern von FINSTERFORST, die bereits am Vorabend gespielt hatten. Entsprechend konnte sich die Formation auch etlicher Fans gewiss sein und sich auf der Bühne feiern lassen. Mit LUX DIVINA standen im Anschluss Spanier auf der Bühne, welche das Publikum mit Pagan Black Metal beschallten. Leider war der Sound gefühlt nicht sonderlich gut abgemischt, weshalb ein „Wow-Erlebnis“ leider ausblieb. Bei BORNHOLM war der Sound wieder etwas besser, aber nicht nur musikalisch konnten die Ungarn punkten. Mit Schlachtenbannern und in Lederrüstungen machten die Herren auch optisch einen guten Eindruck.

Noch eine ordentliche Schippe bezüglich Bühnenpräsenz und Animation des Publikums legten anschließend OBSCURITY drauf. Die Herren aus dem Bergischen Land besingen bereits seit 1997 die Heimat und können auf eine beeindruckende Diskografie mit mittlerweile sieben Alben sowie zwei Demos zurück blicken. Außerdem kann die Band auf ein extrem stabiles Line-Up seit ihrer Gründung zurück blicken. All das sind sicherlich Gründe, warum OBSCURITY einen routinierten und souveränen Eindruck hinterließen. Schicke melodische Mid-Tempo Songs, die das Publikum lautstark und textsicher mitgrölen konnte, zahlreiche fliegende Matten – so bringt man die Halle auf Betriebstemperatur für die folgenden Bands. Mit SKYFORGER folgte sogleich eine freudig erwartete Band, die bereits seit 20 Jahren Folk/ Pagan Black Metal spielt und mit „Senprūsija“ Anfang April ein neues Studioalbum veröffentlicht hat. Aufgrund der doch eher seltenen Auftritte der Letten scharte sich die bis dahin gefühlt größte Menschenmenge vor der Bühne und sie sollte nicht enttäuscht werden.

Ebenso wenig enttäuschten anschließend DER WEG EINER FREIHEIT welche gerade erst mit ihrem neuem Album „Stellar“ gemeinsam mit DOWNFALL OF GAIA auf Tour waren. Leider hüllten sich die Herren um Frontmann Nikita Kamprad, ganz in Black Metal Manier, in massig Nebel, was die anwesenden Fotografen nicht unbedingt erfreute. Musikalisch erfreuten DER WEG EINER FREIHEIT allerdings umso mehr mit avantgardistischem Black Metal. Ob mit dem Opener „Repulsion“ vom aktuellen Album oder „Der Stille Fluss“ – dieser Auftritt war definitiv ein Ohrenschmaus. Ein neues Album wird es ebenfalls noch dieses Jahr von den Melodic Black Metallern GRAVEWORM geben. Seit „Fragments of Death“ aus dem Jahr 2011 gab es kein neues Werk mehr, dafür hat sich aber in der Besetzung etwas getan. Zum einen hat Keyboarderin Sabine Mair das Tasteninstrument „verlassen“, zum anderen ist Stefan Unterpertinger, welcher bis 2003 bereits Mitglied der Band war, wieder an die Gitarre zurück gekehrt. Nun als Quintett unterwegs zeigten die Herren jedoch, dass sie immer noch fit sind und keine Probleme damit haben, das Publikum zu unterhalten und in Ihren Bann zu ziehen.

Gleiches kann man auch über SUIDAKRA sagen – seit 1994 ist Frontmann Arkadius Antonik nun schon aktiv und hat in dieser Zeit bereits elf Studioalben veröffentlicht. Mit ‚Pendragon’s Fall‘ vom Album „Emprise to Avalon“ starteten die Herrschaften in den Abend und präsentierten mit ihrem Set einen Querschnitt aus den verschiedensten Schaffensperioden der Band. Mit „Wartunes“ vom 2011er Werk „The Arcanum“ verabschiedeten sich die Düsseldorfer in den Feierabend. Etwas weiter hatten es MELECHESH bei der Anreise gehabt. Ursprünglich aus Jerusalem kommend leben die Bandmitglieder seit geraumer Zeit in den Niederlanden, da es immer wieder zu Problemen mit den religiösen Einwohnern ihrer Heimat kam. Leider waren den Musikern bei einem Konzert in ihrer Heimat alle Instrumente beschlagnahmt worden, und so mussten sie ihren Auftritt mit Ersatz Equipment bestreiten. Das hatte zur Folge, dass die Songs teilweise etwas holprig klangen und auch der Sound war leider mal wieder nicht der beste. Trotzdem gaben die Herren alles, um unter ihr neues Album „Enki“ zu promoten und konnten durchaus das Publikum begeistern.

Zur Primetime gab es schließlich einen finnischen Doppelpack – zunächst Pagan (Black) Metal von MOONSORROW gefolgt vom Headliner des Samstags – AMORPHIS! MOONSORROW waren für viele Anwesende sicherlich das „geheime“ Highlight des Samstags. Nicht umsonst wartete bereits eine beachtliche Menge geduldig auf den Beginn der Show. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Das Quintett ließ von Beginn an nichts anbrennen und heizte der Halle gehörig ein. Bekannt sind die Finnen unter anderem für ihre überlangen Songs und so wundert es auch kaum, dass die Setlist, obwohl eine Stunde lang, nur wenige Stücke enthielt. Die Halle in Hochstimmung – so hat der Headliner in der Regel leichtes Spiel. Wenn, ja wenn er nicht über eine halbe Stunde auf sich warten lässt. Nach über 30 min Wartezeit und einigen Pfiffen aus dem Publikum sollten dann AMORPHIS endlich mit ihrem Set beginnen. Eröffnet wurde mit dem Intro „Thousand Lakes“ der 1994 erschienenen Scheibe „Tales from a Thousand Lakes“ zu deren 20 jährigem Jubiläum die Finnen aktuell auf Tour sind. Den ersten Teil der Show verbrachten AMORPHIS damit, die neun Songs eben jener Scheibe zu spielen. Überhaupt stand der ganze Auftritt im Zeichen der alten Tonträger – so gab es neben „Vulgar Necrolatry“ vom 1992er Album „Karelian Isthmus“ auch noch „Better Unborn“, „Against Widows“ und „My Kantele“ („Elegy“). Zum Bedauern der Fans war der Gesang beim ersten Lied nicht zu hören und auch der restliche Sound eher mäßig. Das änderte sich im Verlauf des Sets auch eher schleppend, was bei solch einer grandiosen Setlist leider etwas enttäuschend war.

Weniger Probleme mit dem Sound hatten anschließend SECRETS OF THE MOON. Sie zelebrierten okkulten Black Metal vom Feinsten unter anderem mit „Lucifer Speaks“ oder „Carved in Stigmata Wounds“. Mit „Man Behind the Sun“ spielten die Osnabrücker außerdem einen Track vom kommenden Studio Album „Sun“. Den Abschluss des Samstags machten schließlich NEGURĂ BUNGET aus Rumänien. Die Herren sind aktuell auf Tour mit ihrem neuen Album „Tău“ und konnten trotz vorgerückter Stunde auf eine anständige Menge vor der Bühne blicken, welche auch bis zum Schluss begeistert den Klängen des Quintetts lauschte.

Copyright Fotos: Oliver Janka

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