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RAGNARÖK FESTIVAL 2015 – TAG 1

Ort: Lichtenfels - Stadthalle

Datum: 10.04.2015

Die 12.te Auflage des RAGNARÖK Festivals fand am 10. und 11. April im angestammten Platz, der Stadthalle Lichtenfels statt. 26 Bands, an zwei Tagen, auf zwei Bühnen, dazu noch 4500 Besucher – das klang mehr als verlockend und wollte genauer unter die Lupe genommen werden. Geboten wurden überwiegend Bands aus dem Pagan-, Black- und Folk-Metal Bereich. Neben einer, wie ich finde, sehr gelungenen Bandauswahl sowie einer ebenfalls großartigen Organisation des „Drumherums“, ließ lediglich der Sound bei einigen Bands zu wünschen übrig. Hier und da war leider der Gesang zu leise abgemischt – dafür in mehreren Fällen der Bass zu dominant. Diesen Eindruck hatten scheinbar auch zahlreiche andere Besucher, wie man im Forum oder auf der Facebook Seite des Festivals nachlesen konnte.

Den Freitag eröffneten die Pagan-Metaller von DELIRIUM pünktlich um 15 Uhr und konnten sich bereits zur frühen nachmittäglichen Stunde über eine gut gefüllte Halle freuen. Musikalisch waren die Jungs aus Franken gut auf Zack und schlugen sich als Opener des diesjährigen Festivals mehr als wacker. Ihre 40 Minuten Spielzeit eröffneten sie mit „Spatha“ von ihrer aktuellen 2014er EP „Das Erbe Der Alten Zeit“, aber natürlich durften auch der Titeltrack des 2011 erschienen Albums „Frankenblut“ nicht fehlen. Etwas folklastiger gaben sich im Anschluss die Herren von BIFRÖST aus Österreich. Verspielte Melodien gepaart mit Moshparts – so was kommt beim Publikum immer gut an, und so schüttelten auch hier bereits etliche Anwesende das Haupthaar. Ähnlich gut kamen auch NOTHGARD aus Bayern an, dank epischem, gitarrenlastigen Melodic Death Metal, der durchaus auch Finnland hätte stammen können. Mit drei Gitarristen kann man natürlich einiges anstellen, wie die Jungs eindrucksvoll mit Stücken wie „Blackened Seed“ vom aktuellen Album „Age of Pandora“ oder dem zum Festival passenden „Ragnarök“ vom Vorgängeralbum „Warhorns of Midgard“. Als vierte Band griffen THULCANDRA in die Saiten, um ihren Instrumenten gepflegten schwarzmetallisch angehauchten Death Metal zu entlocken. Die Band um Sänger/ Gitarrist Steffen Kummerer, welcher auch bei den technischen Death Metallern OBSCURA die Fäden in der Hand hat, überzeugte durch eine gekonnte Songauswahl und durch handwerklich hohes Niveau. Kein Wunder, dass die Spielzeit gefühlt viel zu kurz war, aber BÖLZER standen schon auf der anderen Bühne in den Startlöchern. Ganz schön viel Krach mit nur zwei Schweizern, dazu noch ordentlich die Sicht vernebelt – so könnte man den Auftritt von BÖLZER versuchen zu beschreiben. Die Herren sind derzeit ziemlich angesagt und konnten sich sicherlich auch deshalb einer großen Menge vor der Bühne erfreuen. Zahlreiche Zuschauer verließen allerdings auch im Laufe des ersten Songs die Halle – die Musik und ihre Erschaffer polarisieren nun mal in vielerlei Hinsicht. Statt Pagan/ Folk Metal von GERNOTSHAGEN gab es leider im Anschluss lange Gesichter. Die Band hatte kurzfristig ihren Auftritt krankheitsbedingt absagen müssen – das erste Mal in 16 Jahren Bandgeschichte. Leider konnte so kurzfristig kein passender Ersatz gefunden werden, weshalb der Slot unbesetzt blieb. Ebenfalls schade war, dass es keinerlei Statement vor Ort gab – dies verwirrte Besucher, Security und wartende Fotografen im Graben gleichermaßen. Wer nun geglaubt hat, dass FINTERFORST (die mit OBSCURITY die Slots getauscht hatten) vor leerer Halle spielen würden, irrte. Pünktlich zu Beginn des Auftritts der Folk Metaller aus dem schönen Schwarzwald war sowohl der Platz vor als auch auf der Bühne gut gefüllt. Sieben Leute bilden FINSTERFORST, die neben Gitarren, Bass und Schlagzeug auch ein Akkordeon und ein Keyboard nutzen, um zu musizieren. Leider schien Frontmann Oliver nicht bei bester Stimme zu sein. Der Gesang klang oftmals etwas „unrund“, und auch die bereits eingangs erwähnten Soundprobleme trübten den Eindruck des Auftritts etwas. Die zahlreichen eingefleischten Fans schien das jedoch nicht zu stören. Sie feierten „ihre“ Band gebührend und hatten sichtlich Spaß.

Auf der Bühne nebenan bereiteten sich derweil EQUILIBRIUM auf ihren Auftritt vor. Seit 2014 befindet sich nur noch René Berthiaume als letztes verbliebenes Gründungsmitglied im Line Up. Nach dem Ausstieg von Bassistin Sandra van Eldik und Gitarrist Andreas Völkl wurden Jen Majura (Gitarristin bei KNORKATOR) für den Tieftöner sowie Dom Cray von NOTHGARD für die Gitarre verpflichtet. Dass EQUILIBRIUM mittlerweile zu den „großen“ Namen gehören, zeigte sich auch eindrucksvoll bei ihrem Auftritt. Nicht nur hatten sie mit Abstand die größte Menschenmenge des bisherigen Tages vor der Bühne versammelt, auch der Auftritt zeugte von jeder Menge Professionalität. Etwas erbost hingegen war Sänger Robse über den Soundcheck von BEHEMOTH auf der benachbarten Bühne, welcher unverhältnismäßig laut war. Da Mitte 2014 das neue Studioalbum „Erdentempel“ erschienen war, bestand die Setlist der Show natürlich auch zum Großteil aus Songs des aktuellen Albums. So konnten sich die Zuschauer unter anderem über „Waldschrein“ oder „Karawane“ freuen, natürlich durfte aber auch der Klassiker „Met“ nicht fehlen. Ihre Auftritt beendeten EQUILIBRIUM mit „Unbesiegt“ vom 2008er Werk „Sagas“. Mittlerweile war es auch schon kurz vor 22 Uhr und damit Zeit für den Headliner des Freitags.

Leider sollte sich der Start von BEHEMOTH etwas verzögern, da es scheinbar technische Probleme mit den Monitoren auf der Bühne gab. Nach 20 Minuten war es dann aber soweit und das Intro hallte aus den Boxen. Wer die Polen kennt, weiß, dass ihre Shows sehr perfektionistisch geplant sind und kein Detail dem Zufall überlassen wird. Mit Fackeln in den Händen betrat Adam „Nergal“ Darski die dunkle Bühne und schritt zu seinem Mikrofonständer – um direkt in „Blow Your Trumpets Gabriel“ überzuleiten. Neben Fackeln und Flammenwerfern setzten BEHEMOTH gerne auch CO2 Kanonen ein, von welchen direkt im ersten Lied auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Beim anschließend folgenden „Ora Pro Nobis Lucifer“ gab es auch gleich reichlich Flammen zu sehen. Dass BEHEMOTH keine Freunde langer Reden sind, wurde wieder einmal klar, denn unbarmherzig folgte Song auf Song. Neben „Conquer All“ und „Messe Noire“ durfte natürlich auch „Christians to the Lions“ nicht fehlen – brennende umgedrehte Kreuze inklusive. Persönlich gehört BEHEMOTH zu meinen absoluten Lieblingsbands, sowohl auf Platte als auch live, leider konnten sie mich diesmal nicht restlos überzeugen, denn die bereits oben angesprochenen Soundprobleme trübten etwas meine Stimmung, die Halle hingegen feierte das Quartett würdig. Nach „Slaves Shall Serve“ und „Chant for Eschaton“‘ verschwanden die Herrschaften kurz von der Bühne, ohne „O Father O Satan O Sun!“ konnte der Auftritt aber nicht beendet werden, weshalb dieser Titel noch abschließend von den nun maskentragenden Musikern zelebriert wurde.

Mehr düsteren Black Metal gab es direkt im Anschluss auf der Nachbarbühne von NARGAROTH. Die Band um Frontmann Ash eckt immer wieder aufgrund verschiedenster Statements an, und auch der Auftritt auf dem RAGNARÖK hinterließ sicherlich bei manchem Zuschauer einen zwiespältigen Eindruck. Auf der Bühne posierten neben der Band auch einige mit Sturmhauben vermummte Gestalten, die Fahnen des German Black Metal Cpmmando in die Höhe reckten. Mit dem Spruch „Scheiss auf Political Correctness – Black Metal ist Krieg“ starteten NARGAROTH passend in den ersten Song des Abends. Neben „The Day Burzum Killed Mayhem“ stand mit „Mother North“ auch ein SATYRICON-Cover auf der Setlist. Den Abschluss machte „Seven Tears Are Flowing to the River“, bevor HARAKIRI FOR THE SKY als letzte Band des Abends den Tag beendeten. Die Jungs aus Österreich verpassten den Zuschauern nochmal eine ordentliche Ladung Post-Black Metal mit einem Doppelpack aus „Drown in my Nihilism“ und „69 Dead Birds for Utøya“ direkt zum Start. Zu Recht flogen hier zu melodischem Riffing ordentlich Haare durch die Luft, denn die Band konnte aus meiner Sicht auf ganzer Linie überzeugen und stellte einen würdigen Abschluss für den ersten Tag des Festivals dar.

Copyiright Fotos: Oliver Janka

2 Kommentare

  1. Ash sagt:

    Bullshit. Das NARGAROTH Intro (entnommen dem Herbstley Album), enthält keinerlei politische Parolen, sondern slawische Frauengesänge und Männerchöre, hinterlegt mit Natur und Schlachtgeräuschen. Genau durch solche Lügen (wenn vlt auch nicht gewollt) wird weiterhin ein vollkommen falsches Bild von NARGAROTH gezeichnet. Wenn man’s schon scheiße findet, dann aber aus den richtigen Gründen.
    Zudem ist es das GERMAN BLACK METAL COMMANDO und nich die GBMH. Auch wenn es für Nichtkenner nicht von Belang ist, and das 2 unterschiedliche Gruppen. Außerdem läßt das nicht auf mögliche politische Themen schließen, zumal KREATOR es von NARGAROTH geklaut haben und nun genau die gleiche Sache (Maskierte & Flaggen) auf der Bühne haben. Drecks Lügenpresse!

  2. Karsten Thurau sagt:

    Vielen Dank werter Ash. Die „Drecks Lügenpresse“ (sie sind wahrscheinlich Pegida Fan, wenn sie diesen Terminus verwenden) hat die entsprechenden Passagen aus dem Bericht entfernt. Ich war nicht vor Ort und kann von daher nichts dazu sagen, aber Fehler passieren und es war sicher keine Böswilligkeit des Schreibers. Der Ton macht die Musik, von daher einfach das nächste Mal etwas freundlicher formulieren, das kommt immer sympathischer rüber…

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