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RED HOT CHILLI PIPERS

Ort: Xanten - Kriemhildmühle

Datum: 15.05.2010

Chllischarfer Schottenrock

Nachdem ich die acht Jungs vor einigen Wochen im ARD-Fernsehen kennen gelernt hatte und mir prompt deren Livealbum zur Rezension in die Ohren geflattert kam, mochte ich es mir nicht nehmen lassen, eines ihrer Konzerte zu besuchen. Beste Gelegenheit bot das Siegfriedspektakel in Xanten, einer der größten und spektakulärsten Mittelaltermärkte in Deutschland. Diesjähriger Höhepunkt waren um 22:00 Uhr am 15. Mai die RED HOT CHILLI PIPERs, deren Zuschauer 1 Stunde zuvor von den Mittelalterbarden ATTONITUS angeheizt wurden. Das ungewöhnlichste, was mir bei den Schotten auffiel, es mag dem kalten Wetter geschuldet gewesen sein, war die Tatsache, dass sie bereits zwanzig Minuten! vor der im Programm ausgeschriebenen Uhrzeit mit ihrem Konzert begannen. Aber die geschätzten 300 Gäste, die sich trotz des regnerischen Wetters und der Kälte versammelt hatten, nahmen es mit Freude auf.

Eröffnet wurde aus dem Off heraus mit „Also sprach Zarathustra“, in das die Drums und Bagpipes nacheinander einstimmten, sobald die Musiker die Bühne betraten. Da die Schlagwerker (drei an der Zahl) voran marschierten, gab es für die Zuschauer keinen Grund, nicht sofort mit dem Takt mitzugehen. Es folgten Keyboarder und Gitarrist. Als letztes betraten die Dudelsackpfeifer die Bühne. Choreografiert präsentierten sie den ersten Titel und legten einen schnellen Schritt dabei hin. Später zeigten sie auch bei anderen Songs ihr tänzerisches und komödiantisches Können. Die Begrüßung erfolgte durch Kevin MacDonald, einem Dudelsackpfeifer, auf Deutsch. Warum auch nicht, schließlich touren sie schon mehrere Wochen durch Deutschland. Aber dann gestand er, dass er lieber schottisch spricht, denn sein Englisch wäre genauso schlecht wie sein Deutsch. Zwar gibt es keinen Frontmann in dem Sinne, aber dennoch zwei Leute auf der Bühne, die das „Sagen“ hatten. Neben MacDonald stellte sich der Gitarrist Gregor James, das ist der mit dem roten Irokesenhaarschnitt in der Band, der sowohl die E- als auch Bassgitarre in gleicher Weise intoniert, als Spaßmacher heraus. Sowohl mit der Gitarre als auch mit Worten wusste er die Fans zu entzücken als auch spielerisch zu kommandieren. Nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern auch wunderbar anzusehen war das Duell zwischen E-Gitarre und Bagpipe beim klassischen „Smoke on the water“. Clever war schließlich der Hinweis auf den Merchandisingstand bei der Ankündigung des Songs „Clocks“, sobald die ersten Töne zu hören waren, strömten scheinbar alle COLDPLAY-Fans zum Stand und griffen nach der aktuellen CD. Als nach etwa 30 Minuten die Ballade „Hills of Argyll“ gespielt wurde, gingen schließlich die Feuerzeuge in die Höhe und hunderte Arme wogten im Gleichtakt. Ein Höhepunkt war ein Trommel Special, bei dem sich die unterschiedlichen Schlagwerke und Trommeln miteinander unterhielten, Stöcke durch die Luft flogen und ein Schlagabtausch inszeniert wurde. Es war deutlich zu spüren, wie sich die Stimmung der Fans mit jedem Lied steigerte. Schließlich wurden bei einem schottischen Volkslied weitaus mehr als 20 Musiker auf die Bühne geholt, denn die Schotten bekamen Unterstützung von einer schottischen Kapelle aus Xanten, welche als Gastmusiker auftraten: die German Lowland Pipes & Drums. Anschließend nahm der Gitarrist das Mikrofon in die Hand und begann, die Fans zum Singen zu bringen. Das fiel ihm nicht mehr schwer und „Hey Jude“ von den BEATLES wurde vom großen Chor begleitet. Man könnte meinen: alle sängen nach ihrer Pfeife. Den großen Abgesang und der Dank an die Fans und Technik führte dann zum letzten Titel, der mit „We will rock you“ von QUEEN und „Eye of the Tiger“ von SURVIVOR nochmal in die rockigen Vollen ging. Natürlich wurde eine Zugabe gefordert und gebracht, allerdings wurden die Rufe nach einer zweiten Zugabe schnell durch eine eingespielte Musik von Konserve abgewürgt.

Dennoch ein Konzert, welches Stimmung und Spaß machte. Ich bin mir sicher, dass diese sympathischen Schotten jede Menge Fans hinzugewonnen haben und kann die Show nur empfehlen.

Copyright Fotos: Regina Knut

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