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RELOAD FESTIVAL 2010 – TAG 3

Ort: Twistringen - Alte Ziegelei

Datum: 04.07.2010

Für den dritten Tag des Twistringer Festvals übernahmen wir den Staffelstab von unserer Vorgängerin und machten uns gegen Mittag auf ins beschauliche Bremer Vorland. Zum Glück hatte es sich nach dem Gewitter am Vorabend etwas abgekühlt und Deutschlands Fussballer standen im Halbfinale – so erreichten wir bester Laune das Festivalgelände. Allerdings waren wir doch etws verdutzt, da wir noch relativ wenig Autos sichteten und uns noch einen recht guten Parkplatz ergattern konnten. Hatte die Hitze nicht nur uns zugesetzt oder hatten die Festivalbesucher sich schon die beiden Tage zuvor zu sehr verausgabt?

Zeit, darüber nachzudenken, hatten wir kaum. Denn nach einem viertelstündigen Fußmarsch vom Parkplatz zum Gelände hörten wir schon die Klänge der ersten Band, die wir uns heute anschauen wollten: LUXUSLÄRM. Vor der Bühne hatten sich doch schon ca. 200 Fans – teilweise sogar mit Bandshirt – eingefunden und begrüßten Sängerin Janine „Jini“ Meyer und ihre 4 Jungs – Gitarre: Henrik Oberbossel, Keyboard: David Rempel, Bass: Eugen Urlacher und am Schlagzeug: Jan Zimmer. Mir waren die Iserlohner bisher nur aus den Airplaircharts bei EinsLive bekannt und ich empfand die Musik bisher als poppig-harmlos. Live allerdings zeigte sich doch die rockige Seite der Band und auch Janine hat eine echte Röhre, die auf Konserve gar nicht so rüberkommt. Die Ende letzten Jahres mit der EinsLive Krone für den besten Newcomer ausgezeichneten LUXUSLÄRMer haben zwar schon zwei Alben auf dem Markt, aber keine Plattenfirma. Bei den Songansagen war das auch immer Thema und die Fünf freuten sich sichtlich, beim RELOAD 2010 dabei zu sein und für TAYLOR HAWKINS und BILLY IDOL anheizen zu dürfen. Dabei fanden sich immer mehr Zuschauer vor der Bühne ein, die sicher auch von der Professionalität, netten Ansprache und durchs Radio bekannten Songs wie „1000 Kilometer bis zum Meer“, „Unsterblich“ oder „Sag es wie es ist“ angelockt wurden.

Bis zum Auftritt von TAYLOR HAWKINS hatten wir Zeit, ein wenig die Location zu erkunden und unsere Kehlen zu befeuchten. Schöne Umgebung – wildromantisch mit der alten Ziegelei nebenan, gutes Angebot an Verpflegung und total entspannte Sicherheitsleute und Mitarbeiter in der Organisation machten uns den Tag wirklich angenehm. Und wenn dann noch gutes Wetter und gute Musik wie heute dazu kommt, gibt es gar nichts mehr zu bemängeln..

Und für letzteres – die gute Musik – war es dann äußerst pünktlich um 16:30 wieder Zeit mit TAYLOR HAWKINS AND THE COATTAIL RIDERS. Taylor ist den meisten vielleicht besser bekannt als Schlagzeuger der FOO FIGHTERS und auch in dieser Band spielt er Schlagzeug, singt aber gleichzeitig (was er ja teilweise auch schon bei FOO FIGHTERS gemacht hat). Das ist gar nicht mal so ungewöhnlich (obwohl ich Grobmotoriker mir so etwas nicht vorstellen kann), es gibt auch einige deutsche Bands, in denen der Sänger gleichzeitig das Schlagzeug bedient: DIE ÄRZTE, GURU GURU oder BIRTH CONTROL. Dabei machen Taylor und seine Mitstreiter guten alten Alternative Rock in Anlehnung an die 70er und dazu passt die Stimme Taylors, die leicht rauchig ist, wirklich 100prozentig. Entspannter Rock, der mit dem Szenario „Open Air“, „Sommer“, „Sonne“ und „Chillen“ eine überzeugende Einheit schuf. Bisher ist in Europa nur ein Silberling erschienen: „Red Light Fever“. Und aus diesem Album, das Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, spielte man natürlich auch die meisten Songs und sorgte für gute Laune und ausgelassene Stimmung auf dem RELOAD.

Nach einer weiteren kurzen Verschnauf- und Umbaupause war es dann Zeit für den Headliner des Abends: BILLY IDOL. Kurze Zeit fragten wir uns, ob vielleicht Steve Stevens als sein Gitarrist nicht dabei sei, denn dort wo Steve normalerweise seinen Platz findet, links neben Billy, wurde ein Keyboard aufgebaut Aber: BILLY IDOL ohne STEVE STEVENS ist ja wie ein Auto ohne Gaspedal und so enterten beide mit Live-Unterstützung kurze Zeit später die Stage. Inzwischen hatte sich das Festivalgelände richtig ordentlich gefüllt und auch vor der Bühne wurde es eng. Und jetzt auch noch heisser, denn man startete sofort mit dem GENERATION X Kracher „Ready Steady Go“ und so hatte Billy die Anwesenden gleich auf seiner Seite. In den letzten Jahren hatten wir BILLY IDOL schon ein paar Mal live erleben dürfen und leider hat er uns nicht immer zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Aber an diesem Juliabend waren er und seine Mannen wirklich richtig gut drauf und äußerst spielfreudig. So gab es wieder viel Kontakt mit den Fans in der ersten Reihe, es wurden Pappteller mit Autogrammen in die Menge geworfen und gepost wurde, als wären die guten alten 80er noch lange nicht Vergangenheit. Ja, ja, die 80er, die Knallersongs aus diesem Jahrzehnt durften natürlich nicht fehlen: „White Wedding“, „Flesh for Fantasy“ und „Eyes without a face“. Aber es wurden auch das THE DOORS Cover „LA Woman“ (umgetextet in „Twistringen Woman“) und Songs vom 2005 erschienen Longplayer „Devils Playground“ wie „Scream“ dargeboten. Und ein paar ganz neue Titel waren auch dabei, z.B. „Love is strange“. BILLY IDOL und STEVE STEVENS wirkten so frisch wie nie und hatten selbst offensichtlich richtig Spaß an ihrer Performance. Live unterstützt wurden sie dabei von Billy Morrison (Gitarre), Jeremy Colson (Schlagzeug), Stephen McGrath (Bass) und Derek Sherinian (Keyboard). Dabei trug gerade Jeremy mit seinen Sticks und seinem unglaublichen Abgehen bei den Songs einen Drive in die Show, die wir zuletzt etwas vermisst hatten.
Ein tolles Sommerwochenende ging zu Ende – und der Terrorverlag war sicher nicht das letzte Mal bei einem RELOAD-Festival dabei!

Setlist BILLY IDOL (ohne Gewähr)
Ready Steady Go (GENERATION X)
Dancing With Myself
Love Is Strange
Flesh For Fantasy
Scream
Sweet 16
Eyes Without A Face
Kings & Queens
L.A. Woman (THE DOORS)
King Rocker (GENERATION X)
Boss Sound
Blue Highway
Rebell Yell
 
White Wedding
Mony Mony

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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