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ROCK HARD FESTIVAL 2008 – TAG 1

Ort: Gelsenkirchen - Amphitheater

Datum: 09.05.2008

Schon seit einigen Jahren hat sich das Rock Hard Festival fest im Metal-Kalender einprogrammiert, doch gerade bei dieser Ausgabe war ich skeptisch. Nicht wegen der Bands, denn diese versprachen einiges, sondern wegen dem Wetter. 2008 sollte Pfingsten recht früh im Mai sein, was normalerweise unbeständige Verhältnisse bedeutet. Doch dieses Jahr hatte man Glück, denn das warme und sonnige Sommerwetter sollte bis über das Wochendene halten!

Somit hiess es Schutzfaktor 50+ aufgelegt und ab in das wunderschöne Ampthitheater am Rhein/ Herne-Kanal gepilgert, wo das Festival für uns dieses Jahr mit den Schweden LAKE OF TEARS beginnen sollte. Lange Zeit haben sich die Herren in unseren Breitengraden nicht mehr blicken lassen, doch schnell hatten die Nordlicher die schon in guter Stimmung befindlichen Fans auf ihrer Seite. Kein Wunder, laden doch Rocker der Marke „So fell Autumn Rain“ und auch das abschließende „Crazyman“ geradezu zum mitgehen ein! Besser kann ein Festival eigentlich gar nicht eingeleitet werden und in dieser Form sehen wir LAKE OF TEARS hoffentlich bald mal wieder auf Tour in Deutschland!

Nun waren die Alt-Rocker von Y&T an der Reihe.35 Jahre Rock ’N’ Roll-Geschichte, immer wieder eine Freude, wenn die Kollegen vom Rock Hard solche Haudegen an Land ziehen. Und so brachten Y&T die Menge mit „Tokio“ oder auch „Forever“ locker in Wallung, ohne dabei eine besonders bemerkenswerte Show zu bieten. Nach all den Jahren kommt hier ganz deutlich die Routine und Erfahrung zum Vorschein, welche aber sicherlich nicht darüber hinwegtäuscht, wieviel Spaß die Jungs noch in den Backen haben, die Bühne zu rocken! Rock ’N’ Roll hält jung! Y&T sind der Beweis!

Langsam sank die Sonne tiefer und von alten Haudegen ging es nun direkt zu einer der angesagtesten Bands der letzten Jahre: DIE APOKALYPTISCHEN REITER! Diese Jungs sind immer für eine ausgefallene Show gut und hatten dieses Mal sogar noch eine Überraschung am Start! So ist Gitarrist Pitrone nicht mehr mit von der Party(ie). Schon vor 2 Jahren stand diese Trennung ins Haus, wurde aus verschiedenen Gründen allerdings erst jetzt durchgezogen. Die neue Kollegin an der Axt nennt sich Lady Cat-Man und trat in Gelsenkirchen gleich mal ganz in weiss in Erscheinung. Und damit war die Party auch schon gestartet. „Riders on the Storm“, „Warum?“, Du kleiner Wicht“, „Die Sonne scheint“, „Reitermania“… ein Hit folgte dem anderen und die Meute feierte wie erwartet ordentlich mit. Auf der Bühne gabs klassische Reiter-Action mit einem agilen Fuchs, Dr. Pest schwang in seinem Käfig die Peitsche und Basser Volk-Man feuerte die Fans immer weiter an. Alles wie gewohnt… fast. Denn scheinbar ist die neue Frau in der Band in den letzten gut 2 Monaten noch nicht vernünftig eingearbeitet. Denn etwas zu oft, um es auf die Nervosität zu schieben, verhaspelte sich Lady Cat-Man bei den Soli (z.B. „Riders on the Storm“). Für eine Top-Band mit diesem Status eigentlich ein Unding. Doch die Reiter machten das einzig richtige und liessen es zum Ende mit „Metal will never die“ nochmal richtig krachen, so dass es den meisten sicherlich schlichtweg egal war, dass einige spielerische Fehler aufgetreten waren, die Setlist und die bekannte „Reitermania“-Stimmung glich dies recht ordentlich wieder aus!

Eigentlich sollten am Freitag die legendären CELTIC FROST ihren aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagten Auftritt von 2006 nachholen, doch scheinbar meinen es die Schweitzer nicht gut mit dem Rock Hard. So lösten sich die Black Metal-Urväter kurz vor dem Festival auf. Doch schaffte man es in kurzer Zeit einen angemessen Ersatz zu verpflichten und lotste die wieder erstarkten TESTAMENT in den Ruhrpott! Doch auch hier gab es eine schlechte Nachricht. Denn Gitarrist Alex Skolnick schaffte es nicht nach Gelsenkirchen, so dass Chuck Billy, Eric Peterson, Paul Bostaph und Greg Christian ohne ihn antraten. Dies zusammen mit dem eh recht schlechten Sound brachte ein großes Manko: So ist Eric Peterson ohne Frage ein grandioser Gitarrist, aber wenn der Mann zu einem seiner genialen Lead-Passagen ansetzt, reicht ein hochgedrehter Bass einfach nicht aus, um den Druck in den Songs aufrecht zu erhalten. Aber Chuck Billy als herausragender Fronter und eine Setlist, die u.a. mit Knallern wie „DNR“, „The Preacher“, „Into the Pit“, „Souls of Black“, „Practice what you preach“, „Dsiciples of the Watch“ und dem überraschenden „C.O.T.L.O.D.“ für ordentlich Rotation im Pit sorgte, rissen so einiges raus. Mit einem angemessenen Sound und in voller Besetzung hätten TESTAMENT allerdings ohne Frage das Highlight des Festivals werden können. Dazu hat es dieses Mal nicht gereicht!

Copyright Fotos: Sebastian Steinfort

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