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ROCK IM PARK 2012 – TAG 3

Ort: Nürnberg – Zeppelinfeld

Datum: 03.06.2012

Zwei Tage ist es gut gegangen, aber ausgerechnet an dem Wochentag, der die Sonne schon im Namen trägt, musste es doch noch regnen. Es hätte jedoch schlimmer kommen können, denn der angekündigte Dauerregen und auch die prognostizierten Gewitter blieben aus. So stand einem abwechslungsreichen dritten Festivaltag so gut wie nichts im Wege, auch wenn der morgendliche Blick aus dem Hotelfenster zunächst eher auf Dauernieseln schließen ließ. Vielleicht hat aber auch Cobra-11-Schauspieler und Musiker TOM BECK den Wettergott besänftigt, denn kaum hatte der smarte Beau, der übrigens in Nürnberg geboren wurde, seinen Auftritt um 12.00 Uhr absolviert, schlossen sich auch die Himmelsschleusen.

STEEL PANTHER

Für mich begann das Konzertgeschehen um 12.45 Uhr vor der Alternastage mit Glam Metal aus Los Angeles, für den die vier Herren von STEEL PANTHER verantwortlich zeichneten. Allein das Backdrop, das eine halbnackte Frau zeigte, die zwei Liebeskugeln zwischen ihren Beinen hielt, ließ ahnen, dass es ziemlich retro werden würden. Wie viel davon wirklich ernst zu nehmen war und wie viel dem Klamauk geschuldet war, wissen wohl nur Ralph Saenz („Michael Starr“ – Gesang), Russ Parrish („Satchel“ – Gitarre), Travis Haley („Lexxi Foxxx“ – Bass) und Darren Leader („Stix Zadinia“ – Schlagzeug), welche die Combo vor zwölf Jahren unter dem Namen METAL SHOP gegründet haben. Seit 2008 firmiert man als STEEL PANTHER und dass 2010 die Platte „Feel The Steel“ in der Auswahl zur Grammy-Nominierung als bestes Comedy-Album war, lässt schon tief blicken. Musikalisch gab’s lupenreinen Achtziger-Hairspray-Metal auf die Ohren und auch in Sachen Styling waren die Jungs absolut authentisch. Auch auf das Posen verstanden sich die Amis hervorragend, insbesondere Bassmann Lexxi Foxxx wusste seine toupierte Mähne immer wieder gekonnt ins rechte Licht zu schütteln. Auch (oder vielleicht gerade weil?) die Kollegen ihn nicht wirklich für eine helle Leuchte hielten. Sonst würde er nach deren Meinung nämlich ein kompliziertes Instrument als den Stahlsaiter spielen und das alles nur, weil er das Publikum gefragt hat, ob es auch gern in den Zoo geht. Im Übrigen nahm man sich selbst herrlich wenig ernst und veralberte sich gegenseitig. So ist Michael Starr laut Satchel beispielsweise der beste Metal-Sänger, den man auf die Schnelle bei Facebook finden kann und eigentlich viel zu fett für enge Spandexhosen, während der Leadgitarrist mit seinen 45 Jahren einen Hüftschaden hat und deshalb nicht mehr im Takt springen kann. Sehr gefreut hat sich der Vierer über die üppige Dame in den vorderen Reihen, die ihre Reize offensichtlich mit der Allgemeinheit teilen wollte und deshalb zwei nackte Tatsachen präsentierte, die sogleich die Aufmerksamkeit der stählernen Panther erregten. Die gaben sich selbst ebenfalls gern anzüglich und ließen beispielsweise bei „Just Like Tiger Woods“ die Becken zucken, wenn sie nicht gerade damit prahlten, wie viele Frauen sie auf Schlag flach gelegt haben („17 Girls In A Row“). Hätten sie für jedes „Fuck“ oder „Fucking“ einen Fünfer in die Anzüglichkeiten-Kasse werfen müssten, könnte einem Kind in Afrika vermutlich die gesamte Schulausbildung finanziert werden, aber eines muss man ihnen wirklich lassen: den Glam Metal haben sie mit all seinen Facetten wirklich drauf und ein fettes Grinsen zaubern sie zudem auf die Gesichter ihrer Zuschauer.

Setlist STEEL PANTHER
Supersonic Sex Machine
Tomorrow Night
Asian Hooker
Just Like Tiger Woods
Community Property
17 Girls In A Row
Death To All But Metal

TRIBES

Deutlich ernsthafter ging es da auf der Centerstage zur Sache, wo bereits TRIBES aus London vor relativ leeren Rängen hörenswerten Indie zum Besten gaben. Johnny Lloyd, Dan White, Miguel Demelo und Jim Cratchley haben die Kapelle erst 2010 gegründet und konnten bereits für Bands wie THE PIXIES, THE KOOKS oder die KAISER CHIEFS eröffnen. Ihr Debüt „Baby“ ist Anfang des Jahres erschienen und als ich vor der Hauptbühne ankam, spielte man gerade von eben jenem Werk die Midtempo-Nummer „Corner of An English Field“, die zweifellos Lust auf mehr machte. Für „Himalaya“ schalteten die Briten zunächst einen Gang zurück, ehe es mit „Walking In The Street“ temporeichere Rock-Kost gab, die am frühen Nachmittag angenehm leicht verdaulich war. Derweil krachte es bei „When My Day Comes“ ordentlich, woraufhin sich das Auditorium auch zum Mitklatschen animieren ließ. Mit dem dramatischen „We Were Children“ verabschiedete sich das Kleeblatt, doch versprach der strubbelige und leicht verpeilt wirkende Fronter Hohnny Lloyd, schon bald nach Deutschland zurück zu kommen. Vielleicht kann Miquel dann auch das Heiratsangebot annehmen, das ihm vermittels eines Pappschildes von einer glühenden Verehrerin angetragen wurde. Übrigens soll Scarlett Johansson auch ein großer Fan der Band bzw. von Gitarrist Dan White sein. Und so viel sei schon mal verraten: bei diesem einen Antrag sollte es heute in Nürnberg nicht bleiben!

Setlist TRIBES (ab 13.25 Uhr)
Corner of An English Field
Himalaya
Walking In The Street
When My Day Comes
We Were Children

THE SUBWAYS

Alte Bekannte auf deutschen Festivalbühnen sind THE SUBWAYS aus Hertfordshire/ UK, die hierzulande insbesondere mit ihren Hits „Rock & Roll Queen“ und „Oh Yeah“ – der musikunterlegten Werbung sei gedankt – Popularität erreichten. Inzwischen hat der Dreier, der aus den Brüdern Billy Lunn (Gitarre & Gesang) und Josh Morgan (Schlagzeug) sowie der Sängerin und Bassistin Charlotte Cooper (die wiederum mal mit Billy liiert war) besteht, drei Alben rausgebracht und bringt immer noch jede Konzertstätte zum Kochen. Nach einem Intro ging es mit „Oh Yeah“ vom 2005er Erstling „Young For Eternity“ auch gleich einmal in die Vollen und nachdem die Zuschauerschaft auf Deutsch begrüßt worden war, konnte auch „Alright“ vom Nachfolger „All Or Nothing“ aus 2008 gebührend abgefeiert werden. Derweil fegte Miss Cooper wie ein Derwisch in ihrem kurzen Glitzerkleidchen über die Bühne – Stillstand scheint ganz eindeutig ein Fremdwort für die Dame zu sein, die mit ihrer Bass-Line bei „Turnaround“ gleich einmal einen Circle Pit anzettelte. Zu „Shake! Shake!“ zeigte sich sogar die Sonne und so konnte mit „I Want To Hear What You Have Got To Say“ munter weiter geschrammelt werden. Ungebremst setzte „We Don’t Need Money To Have A Good Time “ inklusive deutschsprachiger Textzeile den wilden Ritt fort, der mit „Rock & Roll Queen” seinen Höhepunkt erreichte. Auch die jüngste Single-Auskopplung „Kiss Kiss Bang Bang“ vom letztjährigen Longplayer „Money And Celebrity“ preschte mit viel Schwung nach vorn, während das den Parkrockern gewidmete „With You“ einen kurzen Moment zum Durchatmen bot. „Celebrity“ knallte jedoch schon wieder in bekannter Manier und war mit der Aufforderung verbunden, sich hinzusetzen und auf Kommando wieder aufzuspringen, bevor „It’s A Party“ zum Motto des Wochenendes erkoren werden konnte. Das waren ohne Zweifel einmal mehr 45 kurzweilige Minuten, die das energiegeladene Trio da am frühen Nachmittag der drohenden Lethargie erfolgreich entgegnete.

Setlist THE SUBWAYS
Oh Yeah
Alright
Turnaround
Shake! Shake!
I Want To Hear What You Have Got To Say
We Don’t Need Money To Have A Good Time
Rock & Roll Queen
Kiss Kiss Bang Bang
With You
Celebrity
It’s A Party

KASABIAN

Wo wären KASABIAN heute wohl, wenn es nicht zur gleichen Zeit OASIS gegeben hätte? Irgendwie blieben die vier Herrschaften aus Leicester immer ein wenig im Schatten der großmäuligen Gallagher-Brüder verborgen, dabei gibt es für Tom Meighan (Gesang), Sergio Pizzorno (Gitarre & Gesang), Chris Edwards (Bass) und Ian Matthews (Schlagzeug) überhaupt keinen Grund, sich zu verstecken, was zuletzt auch der kommerzielle Erfolg des 2011er Silberlings „Velocirapor!“ zeigte, dessen Titeltrack auch in Nürnberg nicht fehlen durfte. Bei „Underdog“ gab’s nicht nur Elektro-Gefrickel, sondern auch einen Gast-Trompeter zu hören, bevor es mit dem großartigen „Where Did All The Love Go?“ knackig weiter ging. Sphärisches Grummeln und wummernde Bässe begleiteten „I.D.“ – an dieser Stelle nahm Tom Meighan dann auch endlich die seltsame Sonnenbrille ab, die ihm kreisrund und rot umrandet ein wenig das Aussehen von Puck der Stubenfliege gab. Der absolut tanzbaren Mucke, die umgehend in die Gelenke schoss, tat diese strange Optik natürlich keinen Abbruch und auch mit Sonnengläsern wäre „Club Foot“ vom selbstbetitelten Debüt aus 2004 ein krachender Genuss gewesen. Für „Re-Wired“ kehrte der Trompeter noch einmal zurück, der auch beim melodiösen „L.S.F. (Lost Souls Forever)“ einen Einsatz hatte. „Switchblade Smiles“ ging mit viel Elektronik durch Mark und Bein und dass beim grandiosen „Vlad The Impaler“ ein paar Regentropfen fielen, war nicht weiter der Rede wert. Ob sich Sergio allerdings ob der plötzlich einsetzenden Luftfeuchtigkeit schützend auf seinen Sechssaiter gelegt hat, bleibt ungewiss. Fest steht, dass die Jungs vom englischen Eiland mit „Fire“ einen fetten Abschluss ihres 55-minütigen Sets abgeliefert und alles dafür getan haben, um den Kreislauf der Festivalbesucher in Schwung zu bringen. Wer es noch nicht wusste: der Bandname geht übrigens auf Linda Kasabian zurück, die den Fluchtwagen für Charles Manson gefahren hat. Besagter Massenmörder hat ja noch einen weiteren Musiker inspiriert, der das diesjährige RiP zu später Stunde zu Grabe trug. Die Geschichte gibt’s allerdings erst später in diesem Bericht zu lesen.

Setlist KASABIAN
Days Are Forgotten
Velociraptor!
Underdog
Where Did All The Love Go?
I.D.
Club Foot
Re-Wired
Empire
L.S.F. (Lost Souls Forever)
Switchblade Smiles
Vlad The Impaler
Fire

GOSSIP

Jetzt war erst einmal eine Dame dran, die man im herkömmlichen Sinne wohl eher nicht als hübsch bezeichnen würde, die jedoch mit ihrer herzerfrischenden Art einfach begeisterte. Die Rede ist von Beth Ditto, die mit ihrer Band GOSSIP angereist war. Mit von der Partie waren nicht nur Nathan Howdeshell alias Brace Paine (Saiteninstrumente und Keys) und Schlagzeugerin Hannah Blilie, sondern zwei Live-Musiker, die für den Stahlsaiter und die Tasten verantwortlich zeichneten. Doch ich will ehrlich sein: die vier Personen waren ziemlich nebensächlich, denn während des 70-minütigen GOSSIP-Gigs drehte sich alles um Miss Ditto, die gleich einmal den beiden (überflüssigen) Ansagern die Show stahl, bevor es überhaupt richtig los gegangen war. Angetan mit einem wie üblich knallengen Minikleid, zog sie nach dem treibenden Opener „Long Love Distance“ vom 2009er „Music For Men“ zunächst einmal die Schuhe aus und patschte fortan über die regennasse Bühne; erklärte, ihr Name sei Marilyn Manson und äußerte den dringenden Wunsch bei SOUNDGARDEN „Black Hole Sun“ mitsingen zu dürfen. Da sie wohl ahnte, dass daraus nichts werden würde, sang sie die Nummer für sich allein und war voll des Lobes für Deutschland, das sie zu ihrem Lieblingsland erkoren hatte und dessen Sprache sie zumindest bruchstückhaft beherrschte. Davon, was sie da auf Deutsch erzählte, hatte die Graben-Security, die einen Crowdsurfer aus der Menge gezogen hatte, wohl nichts mitbekommen. Der junge Mann wurde zielstrebig „abgeführt“, obwohl Beth eindringlich darum bat „ihr Kind“ zu ihr zu bringen. So dauerte es einen Moment, bis der Typ von Beth die Haare trocken gerubbelt bekommen konnte – natürlich sehr zur Freude des Publikums, mit dem die Wuchtbrumme aus Arkansas noch ausgiebig auf Tuchfühlung ging. Da wurden Hände geschüttelt und Küsschen verteilt – sogar Geschenke scheint sie eingesammelt zu haben, auf jeden Fall klemmte bei ihrer Rückkehr auf die Bühne etwas in ihrem BH, was sehr nach einem Buch aussah. Ob es sich dabei um den Bildband „25 Jahre Rock am Ring“ handelte, den Fotograf Günther (der kurzerhand von Beth bei der Hand und vom Fotograben auf die Stage geschleppt wurde) kurz bewerben durfte, weiß ich leider nicht. Auf jeden Fall stand Frau Ditto gegen Ende von „Yr Mangled Heart“ in einem schwarzen Outfit auf der Bühne, das eindeutig nach Unterwäsche aussah, aber da kennt die Gute, die sich selbst als „fette Lesbe“ bezeichnete, ja nix. Musikalisch hatte der Fünfer alles im Gepäck, was es brauchte, damit ordentlich abgetanzt werden konnte. Und auch wenn ich das neue Album „A Joyful Noise“ als Konserve eher enttäuschend finde, konnten die Songs „Melody Emergency (cooler Stomper), das knackige „Move In The Right Direction“, das ruhige „Get Lost“ und natürlich die bekannte Singleauskopplung „Perfect Word (zum Schluss von Beth Ditto a cappella vorgetragen) live dank der außergewöhnlichen Performance der Fronterin und der hochenergetischen Instrumentierung uneingeschränkt überzeugen.

Setlist GOSSIP
Long Love Distance
?
Move In The Right Direction
Psychokiller/Listen Up
Melody Emergency
Four Letter Word
Men In Love
Eyes Open
Perfect World
Yr Mangled Heart
Get Lost
?
Into The Wild
Heavy Cross

SOUNDGARDEN

SOUNDGARDEN kommen aus Seattle und machen natürlich Grunge – was auch sonst, wenn man in Seattle beheimatet ist und Mitte der Neunziger seine größte Zeit hatte? Bereits 1984 gründete Sänger Chris Cornell eine Band, aus der später SOUNDGARDEN werden sollte, die über neun Millionen Platten verkauft haben, alleine 5,1 Million Kopien gingen vom 1994er Grunge-Meilenstein „Superunnown“ weltweit über den Ladentisch. Was durfte man da von dieser 1997 aufgelösten und 2010 wiedervereinigten Kapelle weniger erwarten als eine großartige Lehrstunde in Sachen Grunge? Von der Urbesetzung ist neben Chris Cornell (der zwischenzeitlich auch mit AUDIOSLAVE für Furore sorgte) noch der Gitarrist Kim Thayil mit von der Partie, hinterm Drumkit findet man seit 1986 Matt Cameron (PEARL JAM, SMASHING PUMPKINS, QUEENS OF THE STONE AGE), während man Bassist Ben Sheperd 1990 ins Boot holte. Wer von den Herrschaften keine exaltierte Bühnenshow erwartet hatte, dürfte enttäuscht gewesen sein. Vielmehr zog der Vierer mehr oder weniger statisch seinen Stiefel durch und versetzte damit die zahlreichen Grunge-Jünger in Verzückung. Insbesondere Cornells einzigartige Stimme ist nach wie vor ein absoluter „Hinhörer“ und musikalisch stecken die Jungs eh so manche Combo in die Tasche. „Searching With My Good Eye Closed“ startete noch recht gemächlich, nahm jedoch schnell Fahrt auf und mit „Spoonman“ vom besagten Rekordalbum „Superunknown“ war man bereits in ziemlich krachenden Gefilden angekommen. Blitzschnelles Gefrickel stand mit „Jesus Christ Pose“ auf der Setlist, womit es gleichzeitig auch ziemlich weit in die SOUNDGARDEN-Diskografie zurückging, denn die Nummer wurde bereits 1991 auf dem dritten Longplayer „Badmotorfinger“ veröffentlicht. „Down On The Upside“ hieß das letzte Studioalbum, das 1996 erschien und von dem das etwas ruhigere „Blow Up The Outside World“ stammte, während das vergleichsweise beschwingte „Fell On Black Days“ zum „Superunnown“-Material zählte. Für das bassdominierte „Hunted Down“ und das donnernde „Outshined“ legte Jesus-Lookalike Chris seine Langaxt für einen Moment zur Seite, doch irgendwie wirkte der Mann ohne Instrument ein wenig verloren, was er sich selbst vielleicht am Ende auch gedacht hat und deshalb zu „Rusty Cage“ wieder in die Saiten griff und auf diese Weise auch an den Stakkatosounds des tollen Songs beteiligt war. Rhythmusbetont schnarrten derweil die Gitarren bei „My Way“, bevor die Bühne beim imposanten „The Day I Tried To Live“ in blaues Licht getaucht wurde und die Übernummer „Black Hole Sun“ allen gewidmet wurde, die den ganzen Tag im Regen ausgeharrt hatten (wobei es so schlimm ja gar nicht war). Die fetten Krachlatten hatten es in sich und spätestens jetzt fühlte ich mich 18 Jahre jünger, ein Umstand, der wohl auch auf so manch anderen im Auditorium zutraf. Leider blieb nicht mehr viel Zeit, um dieses mentale Lifting zu genießen, denn mit „Beyond The Wheel“ stand nach 70 Minuten schon das letzte Lied an, das natürlich noch mal amtlich abgefeiert wurde. Je nach Gusto sah dies so aus, dass entweder heftig mitgeklatscht wurde, stetes Kopfnicken einsetzte, versunken getanzt oder einfach stumm gestaunt wurde.

Setlist SOUNDGARDEN
Searching With My Good Eye Closed
Spoonman
Gun
Jesus Christ Pose
Blow Up The Outside World
Fell On Black Days
Hunted Down
Outshined
Rusty Cage
My Wave
The Day I Tried To Live
Black Hole Sun
Beyond The Wheel

EVANESCENCE

Auch EVANESCENCE aus Little Rock/ Arkansas haben sich in den letzten Jahren ein bisschen rar gemacht. Ende letzten Jahres ist nach fünf Jahren Studioabstinenz die dritte Langrille erschienen, die schlicht den Namen der Kapelle trägt, die von Sängerin Amy Lee bereits 1995 ins Leben gerufen wurde. Vielleicht musste bei EVANESCENCE erst Mitbegründer Ben Moody aussteigen, damit Popularität und wirtschaftlicher Erfolg richtig durchschlagen konnten. Auf jeden Fall kam beides 2003 mit der Debüt-Platte „Fallen“ und der Rekrutierung weiterer Bandmitglieder, von denen heute jedoch niemand mehr bei den düsteren Alternative-Rockern aktiv ist. Inzwischen können EVANESCENCE auf eine Reihe Hits zurückgreifen, die natürlich auf der Alternastage ausnahmslos zu Gehör gebracht wurden. Der Andrang war durchaus ordentlich und begrüßt wurden die Anwesenden mit dem druckvollen „What You Want“ vom jüngsten Silberling und der stimmgewaltigen Amy Lee, die augenscheinlich ein paar Kilos zugelegt hat. Langsam legte sich die Dämmerung über das Festivalgelände, sodass auch die umfangreiche Lightshow ihre Wirkung entfalten konnte, während es mit „Going Under“ den ersten Knaller vom erwähnten Erstling auf die Ohren gab. Lichtblitze zuckten zu „The Other Side“ über das Areal, der Sound blieb kraftvoll und bombastisch, erst gegen Ende belegte die Sängerin in einem ruhigen Part ein elektronisches Tasteninstrument mit Beschlag, um mit „Weight of The World“ donnernde Gitarren mit zurückhaltenden Gesangslinien konkurrieren zu lassen. Insgesamt für meinen Geschmack ein bisschen viel Pathos, aber genauso lieben die Fans EVANESCENCE, die als nächstes bei „Made of Stone“ markige Drums aufs Volk losließen und ihre Frontfrau an die Keys schickten. Die fand beim folgenden „Lithium“ ihren Arbeitsplatz am großen Flügel, zunächst ganz ohne ihre vier Begleiter Terry Balsamo und Troy McLawhorn (beide Gitarre) sowie Bassist Tim McCord und Drummer Will Hunt, die erst etwas später zu dem emotionsgeladenen Song vom 2006er „The Openen Door“ hinzustießen. „My Heart Is Broken“ war ein weiterer Vertreter vom aktuellen Silberling, der ebenfalls von Mrs. Hartzler (geb. Lee) am Klavier begleitet wurde und trotz mehr Tempo nicht an schmachtenden Gefühlen sparte. Für mich war es das nach einer halben Stunde schon – nicht, weil mich die großen Emotionen übermannt hätten, sondern weil ich mich einfach entscheiden musste und das war eine Entscheidung für LINKIN PARK und somit aufgrund der zeitlichen Überschneidung gegen EVANESCENCE.

Setlist EVANESCENCE (bis 21.15 Uhr)
What You Want
Going Under
The Other Side
Weight of The World
Made of Stone
Lithium
My Heart Is Broken

LINKIN PARK

Auf dem Zeppelinfeld war es indes nicht ganz so voll wie am Abend zuvor, als DIE TOTEN HOSEN wirklich so ziemlich jeden aus seinem Loch, Zelt oder von einer anderen Bühne hervorgelockt hatten. Dabei muss ich gestehen, dass ich LINKIN PARK und ihren Mix aus Metal und Rap deutlich interessanter und spannender fand. Okay, die Mucke der Hosen lässt sich vortrefflich mitgrölen, aber was Abwechslungsreichtum und musikalische Raffinesse bedeuten, bewiesen die Kalifornier in eindrucksvollen 90 Minuten, die vermutlich mindestens einem Paar in ganz besonderer Erinnerung bleiben werden. Als nämlich „Bleed It Out“ gegen Ende der Show gespielt wurde, gab’s nicht ohne Grund einen kurzen Anspieler von „Sabotage“ der BEASTIE BOYS, die Zeit brauchte es wohl, damit ein Pärchen auf die Bühne kommen konnte, wo er auf die Knie fiel und ihr einen Antrag machte, der unter dem Jubel Zehntausender von ihr auch angenommen wurde. Zuvor hatten die Parkrocker ein druckvolles Set gesehen und gehört, das wahrlich keine Wünsche offen ließ. Zu Beginn sah es noch so aus, als könnte aus den anfänglichen Tropfen mehr werden, doch der Wettergott hatte ein Einsehen mit der Festivalgemeinde und schenkte ihr einen trockenen Abschluss, den LINKIN PARK mit dem druckvollen „A Place For My Head“ einläuteten. Gleich der nächste Track „Given Up“ vom 2007er „Minutes To Midnight“ führte zu einem Massenklatschen und auch bei „Faint“ das 2003 auf dem großartigen „Meteora“ das Licht der Plattenläden erblickt hatte, gab’s nicht nur ordentlich was auf die Mütze, sondern auch allerlei visuelle Reize. Neben den beiden Leinwänden rechts und links der Bühne gab es auch wieder im Hintergrund der Stage einen Bildschirm und natürlich wurde auch am Licht für die Headliner des letzten Abends nicht gespart. „With You“ („Reanimation“ aus 2002) versprach ein derbes Brett mit viel Scratching von Joe Hahn und selbstverständlich dem Gesang vom unermüdlich über die Bühne fegenden Chester Bennington sowie den Rap-Einlagen von Mike Shinoda, der zudem auch cleane Vocals beisteuerte und zudem in Tasten und Saiten griff. Viel Applaus gab’s nicht nur für „Somewhere I Belong“ und „Numb“, aber diese Lieder gehören einfach zwingend zu einem LINKIN-PARK-Konzert dazu, während sich „Lies Greed Misery“ vom kommenden Longplayer „Living Things“ (VÖ: 22.06.2012) erst einmal etablieren muss. Der Hip-Hop-Sound mit Bewegungsgarantie rockte jedoch wie der Teufel und schürte die Vorfreude auf die neue Platte, während das zwölf Jahre alte „Points of Authority“ („Hybrid Theory“) ein alter Bekannter war, der zum ausgelassenen Hüpfen animiere. Das groovende „Waiting For The End“ vom „A Thousand-Suns“-Album aus 2010 ließ es da auch schon mal etwas ruhiger angehen, ehe mit „Breaking The Habit“ die nächste Sound-Eruption anstand. Zeit für Gefühle war mit dem Balladenmedley „Leave Out All the Rest / Shadow Of The Day / Iridescent”, das mit Klaviergeplänkel begann und von zahlreichen Wunderkerzen, Feuerzeugen und leuchtenden Handydisplays begleitet wurde. „The Catalyst“ schloss sich äußerst zwingend an und zu „Burn It Down“ züngelten folgerichtig Flammen auf den diversen Monitoren. Von hier an ging es Schlag auf Schlag, denn ein Hit jagte den nächsten: „What I’ve Down“ wurde mit Begeisterung aufgenommen, ebenso „Crawling“ und selbstredend auch „New Divide“ sowie „In The End“, das lautstark mitgesungen wurde, während Mike im Graben unterwegs war, um mit seinen Fans abzuklatschen. Nach dem Heiratsantrag, zu dem LINKIN PARK natürlich noch ihre besten Wünsche beisteuerten, durfte zu „Papercut“ der langsam hoch kriechenden Kälte vermittels Bewegung getrotzt werden, bevor die Truppe auf der Bühne mit „One Step Closer“ zum finalen Paukenschlag ausholte. Top!

Setlist LINKIN PARK
A Place For My Head
Given Up
Faint
With You
Runaway
From The Inside
Somewhere I Belong
Numb
Lies Greed Misery
Points of Authority
Waiting For The End
Breaking The Habit
Leave Out All The Rest / Shadow of The Day / Iridescent
The Catalyst
Burn It Down
What I’ve Done
Crawling
New Divide
In The End
Bleed It Out
Papercut
One Step Closer

MOTÖRHEAD

Eigentlich hatte ich gehofft, von MOTÖRHEAD noch etwas mehr als die beiden Songs „Ace of Spades“ und „Overkill“ zu hören zu bekommen, aber Lemmy Kilmister und Kumpanen hatten wohl etwas früher angefangen und deshalb lehnte das Rock’N’Roll-Urgestein auch zehn Minuten vor der annoncierten Zeit seinen Sechssaiter gegen den Gitarrenverstärker, um den durchdringenden Dauerton zu produzieren, mit dem üblicherweise jeder Gig des Altmeisters endet. Alles beim alten also bei den Engländern, die seit 37 Jahren eine sichere Bank im Schwermetall-Geschäft sind. Man wundert sich zwar, dass Herr Kilmister ob seines Lebenswandels überhaupt noch unter uns ist und seine Reibeisenstimme zeugt davon, dass einige Drinks und Kippen seine steten Begleiter waren, aber der Mann hat’s einfach drauf. Das fanden wohl auch die zahlreichen Besucher der Alternastage, die jetzt vor der Wahl standen, noch 50 Minuten auf MARILYN MANSON zu warten oder in der Halle nach dem Rechten zu sehen. Da dort heute allerdings allerlei Elektronik auf dem Speisezettel stand und technoide DJ-Sets vermutlich eher nicht zur Leib- und Magenspeise des MOTÖRHEAD-Fans zählen, war der Besucherfluss an der zweiten Freiluftbühne eher zunehmend, schließlich wollten auch noch viele Leute, die bisher auf bei der Hauptbühne waren, einen Blick auf den durchgeknallten Musiker werfen, dessen Name (und der seiner Band) auf zwei Personen zurückgeht, die in den USA für reichlich Schlagzeilen gesorgt haben: die Sexgöttin Marilyn Manson und der Massenmörder Charles Manson.

MARILYN MANSON

Offensichtlich wussten viele nicht, worauf sie sich da eingelassen hatten, denn schon beim etwas verschrobenen „Love Song“ setzte ein ziemlicher Zuschauerexodus ein. Dass der Herr mit dem markanten Make-up (untere Gesichthälfte weiß, roter Balken im Höhe des Jochbeins, ausgiebige Verwendung von Kajal & Co.) mit einer Art Flammen- bzw. Nebelwerfer hantierte, dürfte dafür nicht ausschlaggebend gewesen sein, vielmehr ist die Kombination aus seiner Erscheinung und der Musik, die irgendwo zwischen Industrial, Metal und Alternative zu verorten ist, nicht jedermanns Sache. Den Anfang machte an diesem Abend im Übrigen ein neues Stück von der im April erschienenen Langrille „Born Villain“. „Hey, Cruel World“ brauchte einen Moment, um sich einzugrooven, ging dann aber gleich ans Eingemachte, bevor mit „Disposable Teens“ knackiger Oldschool-Stuff vom 2000er „Holy Wood (In The Shadow of The Valley Death)“ verordnet wurde. Die Vollgas-Nummer „No Reflection“ (inkl. Gummipuppe, der Manson sein Mikrofon-Messer in den damit zerstörten Unterleib stieß) zählte wie das treibende „Pistol Whipped“, für das MM zur Gitarre griff„ zu den neuen Songs, richtig rund ging es jedoch bei bekanntem Material wie „The Dope Show“ oder den Coverversionen von „Personal Jesus“ (DEPECHE MODE) oder „Sweet Dreams (Are Made of This)“ (EURYTHMICS). Da konnte dann auch die Band so richtig aus dem Vollen schöpfen, während sie zwischendurch immer wieder zur Untätigkeit verdammt war, weil Brian Hugh Warner (besser bekannt als MARILYN MANSON) immer wieder von der Bühne verschwand, um sein Outfit zu verändern. So eine rosafarbene Puschelstola wie bei „The Dope Show“ ist ja ganz putzig anzusehen und auch der Stahlhelm im Discokugel-Style von „Rock Is Dead“ hatte sehr viel schönes, letztlich haben die Breaks der Show allerdings ein wenig die Dynamik geraubt. Da soll der Gute doch lieber etwas mehr im Graben rumturnen, wie er das bei „Irresonsible Hate Anthem“ getan hat und wenn dann im Zugabenblock das Rednerpult und die Banner für „Antichrist Superstar“ aufgebaut werden, reicht das doch auch völlig. Hier hat das Schreckgespenst des Mainstreams ja noch mal so richtig auf die Kacke hauen können und mit etwas weniger Pausen hätte sich auch nicht die Frage gestellt, ob alles im Dunkeln lag, weil’s schon vorbei war oder weil noch irgendwas Spannendes passieren sollte. So geschehen bei „The Beautiful People“, das damit begann, dass MARILYN MANSON mit einem Suchscheinwerfer das Publikum inspizierte. Der Song selbst war natürlich der krönende Abschluss des einstündigen Konzertes und gleichzeitig der letzte Live-Gig beim Rock im Park 2012.

Setlist MARILYN MANSON
Hey, Cruel World…
Disposable Teens
The Love Song
No Reflection
mOBSCENE
The Dope Show
Rock Is Dead
Personal Jesus (DEPECHE-MODE-Cover))
Pistol Whipped
Tourniquet
Irresponsible Hate Anthem
Sweet Dreams (Are Made of This) (EURYTHMICS-Cover)

Antichrist Superstar
The Beautiful People

Musik aus der Konserve gab es jedoch noch reichlich und angesichts der Menschenmassen, die noch auf dem Gelände unterwegs waren, sah es nicht so aus, als hätte schon eine große Heimreisewelle eingesetzt. Der Trend geht offensichtlich dahin, bereits donnerstags anzureisen und bis zum Montag zu bleiben. Letzteres ist sicher auch unter dem Restalkohol-Aspekt nicht dumm. Außerdem meinte es der Wettergott ja gut mit den Parkrockern, die einigermaßen vom Regen verschont geblieben waren und es in ihren Zelten deshalb auch relativ gut noch eine Nacht aushalten konnten. Richtiges Glück hatten die beiden Experten, die sich ihren noch glühenden Grill zum Wärmen ins Zelt geholt hatten. Die beiden haben ihr Leben der zufällig vorbei gekommenen Security zu verdanken, eine Stunde später wären sie nach Ansicht der Ärzte an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Überhaupt hatten die Sanitäter in diesem Jahr gut zu tun, über alles gesehen waren mehr Verletzungen zu verzeichnen als in 2011, auch waren die Verletzungen schwerwiegender als in der Vergangenheit. Dafür meldete die Polizei einen ruhigen Verlauf des Festivals. Der verantwortliche Beamte lobte in der Pressekonferenz am Sonntagnachmittag ausdrücklich die Disziplin der Besucher und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, sodass sich angesichts der beeindruckenden Zahl von rund 73.000 Besuchern (plus insgesamt 3.000 Inhaber von Tageskarten) die Anzahl und Schwere der Delikte in Grenzen hielt. Außerdem hat die Lenkung der Besucherströme sowohl bei der Anreise als auch auf dem Gelände gut geklappt. Wenn mehr als 65.000 Fans der TOTEN HOSEN vom Zeppelinfeld strömen und nicht wenige davon an der Alternastage noch DEICHKIND sehen möchten, will das erst einmal organisiert sein. Gleiches galt für die gesamte Infrastruktur, die in rund 14 Tagen aus dem Boden gestampft wird. Im Grunde handelt es sich ja bei diesen Dimensionen um eine mittelgroße Stadt auf Zeit, deren Organisation in den Händen von etwa 30 Personen lag. Durchgeführt wurde das Festival mithilfe von rund 2.000 Helfern; 450 Musiker aus 82 Bands (eigentlich 83, aber LOWER THAN ALTANTIS haben es aus mir unbekannten Gründen nicht nach Nürnberg geschafft) mit 250 Bandtechnikern, 300 Techniker, Monteure, Installateure und Helfer sowie 1.000 Leute, die sich um das leibliche Wohl der Gäste sorgten. Der Wasserverbrauch betrug über 2 Millionen Liter, an Strom wurden insgesamt 1,2 Megawatt benötigt. Die Security war zudem mit 1.000 Einsatzkräften vertreten, die Polizei hatte 300 Beamte vor Ort und der Sanitätsdienst 1.200 ehrenamtliche Helfer rekrutiert. Noch ein paar weitere statistische Werte: von den beliebt-berüchtigten Dixies gab es beim RiP etwa 550 Stück, daneben noch 25 Toilettencontainer und sechs große Duschbereiche. Insgesamt 900 m Bühnenabsperrungen und Einlassschleusen wurden neben 1.400 Polizeigittern verbaut. Außerdem sicherten 25 km Bauzaun das Gelände (allein 3 km davon zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt) und wurden 30.000 qm Bodenabdeckung verlegt.

Und ganz zum Schluss die wichtigsten Zahlen: Das Rock im Park findet im nächsten Jahr vom 07. bis 09. Juni statt – wir sehen und hören uns in Nürnberg!

Copyright Fotos: Rainer Ruber

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